BLKÖ:Bibl, Andreas

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 1 (1856), ab Seite: 385. (Quelle)
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Bibl, Andreas (Tonkünstler, geb. zu Wien 8. Apr. 1797). Nachdem er von einem unbekannten Meister den ersten Unterricht im Singen und Violinspielen erhalten, wurde er in seinem 10. Jahre bei St. Stephan in Wien, unter dem Domcapellmeister Georg Albrechtsberger Sängerknabe. Des Letztgenannten Nachfolger, Joseph Preindl, fand in dem Knaben so viel Talent zur Musik und namentlich der kirchlichen, daß er ihn selbst im Orgelspiele unterrichtete. Die Fortschritte des jungen Organisten waren erstaunlich. Schon in seinem 15. Jahre konnte er den damaligen Domorganisten Achleitner suppliren. Im J. 1816 erhielt er in Folge seines Rufes die Organistenstelle in der Leopoldstädter Pfarrkirche, die er durch zwei Jahre versah. Nach dieser Zeit ward er durch Preindls Verwendung, der ihn mittlerweile auch in den Generalbaß und die Compositionslehre eingeführt hatte, Organist der Domkirche und zu St. Peter, welche Stelle er noch gegenwärtig einnimmt. Er componirte Fugen, Präludien, Versetten für die Orgel, mehrere Gradualien, Offertorien und Ave Maria zu Vespern für die Orgel, welche theils bei Diabelli theils bei Haslinger im Stiche erschienen, und sich alle durch treues Festhalten an dem wahren Kirchenstyl auszeichnen. Auch Messen, sonderlich durch Leichtigkeit für Gesang und Begleitung für das Land geeignet, hat B. geschrieben.

Allgemeine Wiener Musikzeitung 1841, Nr. 34 (von Aug. Schmidt). – Schilling (G. Dr.), Das musikalische Europa (Speier 1842, F. C. Neidhart) S. 33.