BLKÖ:Boßler, Maria

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Bossi, Ludwig Graf
Band: 2 (1857), ab Seite: 90. (Quelle)
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Boßler, Maria[BN 1](k. k. Hofschauspielerin, geb. zu Bleicherode 18. August 1835). Ihre Eltern waren gleichfalls Schauspieler und die erste Anleitung erhielt sie von ihnen. Oeffentlich trat sie zum ersten Male in Düsseldorf 1849 in dem Birch-Pfeiffer’schen Stücke „der Pfarrherr“ in der Rolle des Käthchens auf und gefiel sehr. Von Düsseldorf ging sie nach Mainz, Erfurt, Hamburg. An letzterem Orte genoß sie den Unterricht der Frau Peroni-Glaßbrenner, welcher bereits manche Schauspielerin die höhere dramatische Ausbildung verdankt. Im J. 1855 betrat sie die Wiener Hofbühne, und ihr munteres, natürliches Spiel gewann ihr eine sehr freundliche Aufnahme von Seite des Publicums. Im leichten deutschen und französischen Lustspiele erfaßt sie ihre Rollen sehr glücklich, und verwendet auf deren Ausführung sichtlichen Fleiß. Zu ihren gelungensten Rollen zählen u. a.: Jolanthe in „König René“; Julie in den „Bekenntnissen“; Agnes im „Gänschen von Buchenau“; Emma in „Zwei Tage aus dem Leben eines Fürsten“; Lucy in „Häusliche Wirren“ u. Marie in „Der Wohlthäter.“ Seit dem Abgange der unersetzlichen Louise Neumann ist sie die alleinige Stütze des höheren Lustspiels und Conversationsstückes der Wiener Hofbühne.

Porträt: Lithographirt von Kriehuber (Wien 1856, Artaria und Comp., Fol.) [ein sehr gelungenes Profilbild].

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Boßler, Maria [s. d. Bd. II, S. 90]. Zog sich, indem sie sich mit Fritz Freiherrn von Bruck, dem Sohne des verstorbenen Finanzministers Karl Freiherrn von Bruck, vermälte, 1861 von der Bühne zurück. Ihr letztes Auftreten fand im October g. J., wenige Tage darauf ihre Vermälung in Wien Statt. Die Bühne verlor an ihr eine vortreffliche Künstlerin, eine Meisterin des leichtgeschürzten humoristischen, von Gefühlsaccenten durchzitterten Gesprächstones. Es wurde anläßlich ihres Ausscheidens die Bemerkung gemacht, daß in kurzem Zeitraume drei Künstlerinen der Hofbühne aus den gemalten Salons in die wirklichen Marmorsäle der Aristokratie übertraten: Louise Neumann, jetzt Gräfin Schönfeld; Friederike Goßmann, jetzt Freiin Prokesch-Osten; Maria Boßler, jetzt Baronin Bruck.
    Der Fortschritt (Wiener polit. Blatt) 1861, Nr. 282. – Donau-Zeitung (Wien) 1861, Nr. 250. – Presse 1861, Nr. 284, 288. – Theater-Zeitung von Ad. Bäuerle 1857, Nr. 143. [Bd. 11, S. 478 f.]