BLKÖ:Borkowski, Alexander Graf Dunin-

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 2 (1857), ab Seite: 67. (Quelle)
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Borkowski, Alexander Graf Dunin- (Schriftsteller, geb. im 2. Decennium dieses Jahrhund. in Galizien). Bruder des folgenden: Joseph Dunin-Borkowski. Eine erhöhte Aufmerksamkeit in der literarischen Welt rief er durch seine satirische Schrift: „Parafianszczyzna“ hervor, worin er die Lächerlichkeiten der höheren Stände seiner galizischen Zeitgenossen mit beißendem Witze, kaustischer Satire und derbem Humor geißelt. Als Prosaiker ist er von größerer Bedeutung denn als Dichter. Im Jahre 1848 wurde B. als Abgeordneter in den österreichischen Reichstag gewählt. Seine Thätigkeit in demselben beschränkt sich auf etliche Anträge und Abstimmungen. In der [68] Sitzung vom 23. Aug. 1848 brachte er den Antrag auf allsogleiche Einstellung der Rekrutirung nach dem alten Gesetze und auf Entwerfung eines neuen provisorischen Gesetzes. – In der Sitzung vom 31. Aug. 1848 stimmte er in der Robot-Entschädigungsfrage auf den Antrag: „daß für solche Arbeitsleistungen, Natural- und Geldabgaben, welche der Besitzer eines Grundes als solcher dem Guts-, Zehent- oder Vogtherrn zu leisten hatte, baldigst eine billige Entschädigung auszumitteln ist“, mit Nein. – In der Sitzung v. 11. Dec. 1848 spricht er dafür, daß über einen und denselben Gegenstand zweimal gesprochen werden könne. – In der Sitzung vom 14. Dec. 1848 wird sein Protest gegen einige von der Kammer in die Geschäftsordnung aufgenommene Beschränkungen der Redefreiheit verlesen; auch spricht er in derselben Sitzung sein Befremden darüber aus, daß man auf einmal, ohne Grundlage eines Paragraphes in der Geschäftsordnung, die deutsche Sprache für die parlamentarische erklären will. – In der Sitzung vom 18. Dec. 1848 stimmte er in einer Debatte über einen Paragraph der Geschäftsordnung §. 79: „Abstimmung durch Kugelung hat den Vorzug vor jener durch Namensaufruf“ dagegen. – Was seine schriftstellerische Thätigkeit betrifft, so trat er zuerst mit poetischen Arbeiten in periodischen Schriften auf, und es erschienen von ihm: „Kozak“, d. i. Der Kosak, eine Erzählung in Versen (im Haliczanin tom I., Lemberg 1830); – „Orly z Herburtów“, d. i. Orla von Herburt, eine Erzählung, in der von seinem Bruder Joseph herausgegebenen period. Schrift (Prace literackie, Wien 1838). Seine übrigen Schriften sind: „Niepowieści i nierozprawy. Na dochod zubożałych przez wylewy Sanu, tom I.“, d. i. Weder Erzählungen noch Abhandlungen. Zum Besten der durch die Ueberschwemmung des San Verarmten. Erster Band (Lemberg und Bochnia 1846, Milikowski, VI und 189 S., 8°.); – „Parafianszczyzna“, d. i. Krähwinkelei, 2 Bde. (Posen 1850, Zupanski, 8°.); – „O najdawniejszych zabytkach pisemnych“, d. i. Von den ältesten handschriftlichen Ueberresten (Lemberg 1850, Ossolinski’sche Druckerei, 78 S., 8°.); – „Album na korzyść pogorzelców“, d. i. Album zum Besten der Abgebrannten (Lemberg 1844, Milikowski, 361 S., 8°.).

Woycicki (K. Wl.), Historya literatury polskiej, Geschichte der poln. Literatur (Warschau 1845, 4 Bde.) IV. Bd. S. 309. – Reichstags-Gallerie. Geschriebene Porträts der hervorragendsten Deputirten des ersten österreichischen Reichstages (Wien 1849, Jasper, Hügel und Manz) 3. u. 4. Heft, S. 86. – Porträt. Unterschrift: Facsimile des ganzen Namens: „Alexander Dunin Borkowski, Abgeordneter für Lemberg.“ Joh. Werner lith. Gedr. bei Rauh (Wien 1848, bei F. Glöggl, Kunst- und Musikalienhandl. Mit Vorbehalt des Nachdruckes, Fol.) in sitzender Stellung, sehr ähnlich.