BLKÖ:Buquoy von Lonqueval, Freiherr de Vaux, Johann Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 2 (1857), ab Seite: 210. (Quelle)
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Buquoy von Lonqueval, Freiherr de Vaux, Johann Graf (Humanist, geb. zu Prag 28. Juni 1741, gest. 11. April 1803). Ist der Sohn des Grafen Franz Leopold, Ritter des goldenen Vließes (geb. 1705, gest. 1768). Graf Johann vollendete die Rechtsstudien 1766 zu Prag. Als Inaugural-Dissertation gab er: „De jure puniendi in statu naturali“ heraus. 1762 trat er in Staatsdienste und schon 1767 ernannte ihn Maria Theresia zum Gubernialrath, 1768 zum Assessor bei der in Judensachen aufgestellten Commission, 1770 zum wirkl. geh. Rath. Das Jahr darauf trat er aus dem Staatsdienste, um die Administration seiner Güter übernehmen zu können. Nun war es vorzüglich die Verbesserung des Schulwesens und die Bildung der Jugend, worauf er sein Augenmerk richtete und damit ein Beispiel gab, welches bald in der ganzen Monarchie Nachahmung fand. Für Wohlthätigkeitsanstalten verwendete er große Summen und gründete eine Anstalt zur Versorgung der wahrhaft Armen. Die nach seinem Plane auf seinen Herrschaften ausgeführte Einrichtung des Armen-Institutes gefiel dem großen Kaiser Joseph II. so sehr, daß er B. nach Wien [211] berief und ihm die Ausführung der in den übrigen Provinzen, vorerst in Wien und in Niederösterreich zu errichtenden Armeninstitute übertrug, welche Absicht der Monarch in einem eigenen Rescripte kundgab. 1784 erhielt Graf B. die Oberleitung aller Stiftungssachen, Institute und frommen Vermächtnisse in der Eigenschaft eines Präsidenten derselben. Bis zum 7. Dec. 1787 bekleidete er diesen Posten, dessen er erst auf sein wiederholtes Ansuchen 1787 enthoben wurde.

Oester. National-Encyklopädie (von Gräffer und Czikann), (Wien 1835, 6 Bde.) I. Bd. S. 413.