BLKÖ:Costa, Heinrich

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Costa, Johann
Band: 3 (1858), ab Seite: 16. (Quelle)
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Costa, Heinrich[BN 1] (Schriftsteller, geb. zu Laibach in Krain 21. Mai 1799). Besuchte die Schulen seiner Vaterstadt und trat früh im Zweige der Finanz-Verwaltung in Staatsdienste, wo er nach Uebersteigung der unteren Grade, zu Neustadtl in Unterkrain, dann zu Görz und Laibach dienend, gegenwärtig als Zoll-Oberamts-Director in letzterer Stadt fungirt. Frühzeitig widmete sich C. dem Studium der Geschichte seines Vaterlandes und es erschienen seine „vaterländischen Erinnerungen“ in Sartori’s „vaterländischen Blättern“, Hormayrs „Archive“, im „illyrischen Blatte“, in der „Carniolia“, „Carinthia“ und in den „Mittheilungen des historischen Vereines für Krain“. Selbständig gab er ferner heraus: „Das österr. Hausirhandelsrecht“ (Graz 1834, Damian u. Sorge), welchem er als Einleitung eine Geschichte des Hausirhandels in Oesterreich vorangeschickt; – „Der Freihafen von Triest, Oesterreichs Hauptstappelplatz für den überseeischen Welthandel“ (Wien 1838); – „Tod, Leichenbegängniss und Grabstätte Carl X., Königs von Frankreich“ (Laibach, 8°.); – „Reiseerinnerungen aus Krain“ (Laibach 1848). Im J. 1848 betrat Director Costa das Feld der Politik und National-Oekonomie und war ein eifriger Vertreter des deutschen Elements in Krain. In dieser Zeit veröffentlichte er nicht nur zahlreiche publicistische Aufsätze im „Illyr. Blatt“, in der „Laibacher Zeitung“, im „Lloyd“ und im „Freihafen von Triest“, sondern es erschienen von ihm auch selbständige national-ökonomische Abhandlungen: „Die bei der Revision des östr. Zolltarifs leitenden Grundsätze vom praktischen Standpuncte aus betrachtet“; – „Ein Blick auf unsere Staatsfinanzen“; „Zur Finanzfrage“; – „Das Continentalsystem“; – „Wie sind grosse Grundcomplexe ohne Robot am vortheilhaftesten zu bewirthschaften? (Eine Lebensfrage)“, die genannten Schriften alle in Laibach. In den letzten Jahren gab er heraus: „Die Herzogin von [17] Angouleme“; – „Die Kaiserin Josefine und ihre Nachkommen“ und als Ergebnisse seines amtlichen Dienstes: „Leitfaden zur Waarenkunde“ (Laibach 1854, 2. Aufl. 1855)- und „Kurzgefasste Waarenkunde nach dem System des öster. und Zollvereins-Zolltarifes“ (Ebenda 1855). An allen wissenschaftlichen Bestrebungen seiner Heimat hat sich C. mit Rath und That betheiligt. Er war Einer der Gründer des 1844 in’s Leben getretenen historischen Vereines für Krain und er zunächst rief die, noch jetzt monatlich erscheinenden „Mittheilungen“ des genannten Vereines in’s Leben, deren Redaction er anfänglich besorgte. Die philharmonische Gesellschaft in Laibach, welche seit dem J. 1702 besteht und deren Ehrenmitglied C. seit dem J. 1825 war, rettete er als deren Director, zu welchem er 1851 gewählt wurde, vor der Auflösung. C.’s wissenschaftliche und patriotische Bestrebungen fanden mehrfache Anerkennung. Mit a. h. Entschließung vom 7. Mai 1850 wurde C. zum Mitgliede der Londoner Industrie-Ausstellungs-Commission, von mehreren gelehrten Vereinen des In- u. Auslandes zum Mitgliede und von der k. k. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale in Oesterreich zum Correspondenten ernannt. Die Londoner Internationale Gesellschaft zur Aneiferung und Beförderung der Künste und Industrie aller Nationen, erwählte ihn zu ihrem Ehren-Vicepräsidenten und die staatswirthschaftliche Facultät der k. bairischen Universität Würzburg verlieh ihm die Doctorswürde. C. besitzt auch noch mehrere Arbeiten im Manuscripte, darunter eine Reihe von „Vaterländischen Erinnerungen“, dann ein „Tagebuch des Congresses in Laibach“, eine „Geschichte der französischen Zwischenregierung in Krain“ (1809 u 1813) und eine „Geschichte des Jahres 1848″ worin schätzbares Material zur Landesgeschichte niedergelegt ist. – Ethbin Heinrich (geb. um das J. 1830). Sohn des Vorigen. Studirte in seiner Vaterstadt und erlangte (im Alter von 22 Jahren) die doppelte Doctorswürde, aus der Philosophie und aus sämmtlichen Rechten auf der Universität in Graz. Der Wissenschaft zugewendet, hat er bereits mehrere Arbeiten in Dr. Haimerls „Magazin für Rechts- und Staatswissenschaften“, im „Anzeiger des Nürnberger Museums“, in den „Mittheilungen des historischen Vereines für Krain“, in der „Gerichtszeitung“, in den „Oesterr. Blättern für Literatur u. Kunst“, und in andern Blättern veröffentlicht. Davon sind zu nennen seine Abhandlung über das indische Recht und „Quellenmateriale zur Rechtsgeschichte von Oesterreich“, beide in Haimerls „Magazin“. Selbständig gab er heraus: „Encyklopädische Einleitung in ein System der Gesellschafts-Wissenschaft“ (Wien 1856). Zu Ende des Jahres 1856, nachdem er einige Zeit in Wien zugebracht, begab er sich wieder in seine Vaterstadt Laibach zurück und übernahm die Redaction der „Mittheilungen des historischen Vereins für Krain“.

Mittheilungen des historischen Vereins für Krain (Laibach, 4°.) 1855 Oct. S. 80 u. Nov. S. 87 [enthält eine vollständige Uebersicht aller von Costa (Vater) im Illyrischen Bl.“ 1848, im „Freihafen von Triest“ 1849, und im „Lloyd“ 1848, 1849, 1850, 1851 erschienenen Aufsätze].

Berichtigungen und Nachträge

  1. Costa, Heinrich [Bd. III, S. 16], gest. zu Laibach 21. April 1870.
    Laibacher Tagblatt 187“, Nr. 90: „Dr. Heinrich Costa“. – Neue freie Presse 1870, Nr. 2029 [gibt irrig den 22. April als Todestag an]. [Bd. 23, S. 378.]