BLKÖ:Czajkowski, Franz

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Czabon
Nächster>>>
Czajkowski, Georg
Band: 3 (1858), ab Seite: 79. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Czajkowski, Franz|3|79|}}

Czajkowski, Franz (Geschichtforscher, Archidiacon von Lowicz, Mitglied der königl. Gesellschaft der Freunde der Wissenschaften in Warschau, geb. bei Lemberg 1742, gest. 15. Juni 1820). Besuchte die untern Schulen in Lemberg und trat darauf in den Orden der Ges. Jesu. Nun widmete er sich insbesondere dem Studium der Mathematik. Nach Aufhebung des Ordens wurde er säcularisirt[WS 1], kam später als Secretär zum Primas Poniatowski und wurde zu verschiedenen Dienstleistungen in der Plocker Diöcese und in der Gnesner Erzdiöcese verwendet. Bei seiner vollkommenen Kenntniß der praktischen Geometrie unternahm er geometrische Messungen vieler Gegenden und schlichtete auf diese Weise viele Gränzstreitigkeiten zur vollkommenen Zufriedenheit der streitenden Parteien. Ueber Antrag der geistlichen Behörden gab er trefflich ausgeführte Abbildungen aller Kirchen und ihrer umliegenden Gegenden in den Plocker, Krakauer, Chelm-Lubliner, Warschauer und Gnesner Diöcesen heraus. Während der denkwürdigen Zeit des 4jährigen Reichstages bekleidete er das Amt des Civil- und Militär-Commissärs in der Raver Wojwodschaft; später trat er in den Ruhestand und nahm seinen Sitz in Lowicz. Seine Muße widmete er dem Studium der Geschichte, übersetzte der Erste die lateinische Chronik des Kadłubek und gab sie unter dem Titel: „Wincentego Kadłubka Biskupa Krakowskiego historya skrócona“), d. i. Des Vincenz Kadłubek, Bischofs von Krakau, Abriß der Geschichte (Lowicz 1803, X. u. 277 S., 8°.), heraus. Von S. 224–76 sind Erläuterungen und Zusätze von C. zu dem Werke von Kadłubek enthalten. Diese Uebersetzung, in welcher C. die Eigenthümlichkeiten des Originals beizubehalten bestrebt ist, bezeichnet Wiszniewski in seiner Literaturgeschichte als schwach. Als die Gesellschaft der Freunde der Wissenschaften in Warschau drei Gelehrte aus ihrer Mitte mit dem Aufsuchen und Sammeln der Materialien zu einer Urgeschichte Polens beauftragte, war C. Einer davon und legte der Einzige drei inhaltreiche Schriften über die ihm gewordene Aufgabe der Versammlung vor, nämlich: „Badania historyczno-geograficzne o narodzie Skityjskim (Scythae) z zalączonemi mappami“, d. i. Historisch-geographische Bemerkungen von dem szythischen Volke (mit beigeschlossenen Karten); – „Pierwsza [80] epoka narodu sławiańskiego, czyli pierwsze wkroczenie Skitów do Europy“, d. i. Erste Epoche des slavischen Volkes, oder das erste Erscheinen der Scythen in Europa; – „O ludach pierwiastkowych, z których się utworzył naród sławiański-polski“, d. i. Die ersten Stämme, aus denen sich das slavisch-polnische Volk gebildet hat Auch hat C. für die Gesellschaft die Biographie des Baron Schefler, Arztes, Mitgliedes der Gesellschaft u. eines wahren Gelehrten in seinem Fache, verfaßt. König Stanislaus August verlieh ihm für seine Verdienste um die Wissenschaft die goldene Medaille mit der Aufschrift: „bene merentibus“. C. starb im Alter von 72 Jahren.

Chodynicki (Ignacy), Dykcyonarz uczonych Polaków, d. i. Wörterbuch gelehrter Polen (Lemberg 1833, Millikowski) I. Bd. S. 100. Roczniki Towarzystwa krol. warszawsk. Przyjac. Nauk, d. i. Jahrbücher der königl. Warschauer Gesellschaft der Lehr-Freunde XV. Bd. – Bentkowski (Felix). Historya literatury polskiej, d. i. Geschichte der polnischen Literatur (Warschau u. Wilna 1814, 8°.) II. Bd. S. 707. – Wiszniewski (Mich.), Historyja literatury polskiej, d. i. Geschichte der polnischen Literatur (Krakau 1840–1857, 8°.) II. Bd. S. 89.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: secularisirt.