BLKÖ:De Vaulx, Karl Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Deutsch, Simon
Band: 3 (1858), ab Seite: 267. (Quelle)
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De Vaulx, Karl Freiherr (Oberst und Ritter des Mar. Theresien-Ordens, geb. in Luxemburg 1776, gest. zu Radkersburg in Steiermark 12. August 1837). Trat am 1. Mai 1793 als Cadet in das Dragoner-Reg. Graf Latour, wurde im August 1797 Unterlieutenant, kämpfte in dem französischen Revolutionskriege seit 1793, wurde 1801 Oberlieutenant, kaufte 1804 die 2. Rittmeistersstelle und machte die Campagnen der J. 1805 und 1809 mit, 1809 bei dem Corps des FML. Fürst Rosenberg. Am 28. Aug. 1813 hatte ihn der GM. Graf Hardegg beordert, mit seiner Division des Regiments und einer Abtheilung Jäger bei dem Rückzuge von Dresden die Arrieregarde zu bilden. Bei dieser Gelegenheit verdankte man seinem Muthe und seinen trefflichen Dispositionen die Rettung des kaiserl. Artillerie-Parkes; auch hielt er durch standhaftes Ausharren im heftigsten Kugelregen von Geschützen und Gewehren den Feind ab, die Truppen bei ihrem Marsche durch die Defiléen von Klein-Lestitz, Noßnitz und Bonnewitz anzugreifen und sie während ihres Rückzuges aufzureiben. Er rettete damals einen Train von 8–10 Zwölfpfündern, der ohne Bedeckung war und den die erschöpften Pferde kaum mehr weiter schleppen konnten. Der Feind beorderte bereits 6 Kavallerie-Divisionen zum Angriffe dieser Geschütze, aber D. eilte mit seiner Division noch zu rechter Zeit herbei und griff, ohne dem Feinde Zeit zu lassen, denselben rasch und entschlossen an. Dieser brachte nun eine bedeutendere Truppenmacht, ja selbst mehrere Geschütze in’s Gefecht. Aber D. hielt den weit überlegenen Gegner über eine Stunde auf, bis der Artillerietrain vollkommen gerettet war. Sein 2. Rittmeister wurde bei dieser Gelegenheit schwer verwundet, viele von seinen Leuten wurden getödtet und verwundet und ihm selbst das Pferd unterm Leibe erschossen. Durch diese aus eigenem Antriebe ausgeführte Unternehmung hatte er auch einen Train von mehr denn 50 Geschützen einer preußischen Colonne, welche eben über Rusiken daherzog und gewiß in die Macht des Feindes gefallen wäre, gerettet. Von Neuem zeichnete sich D. bei Stossen und Wettau aus. Am Morgen des 10. Oct. wurde er mit drei Zügen seines Regiments zur Verstärkung einer unter Commando des Obersten Veyder stehenden Infanterie-Abtheilung beordert, welche das Dorf Wettau besetzt hielt. Auf dem Marsche zur Vollziehung dieses Befehls traf er die Truppe des Obersten Veyder in vollem Rückzuge, von dem Armeecorps des Marschalls Augereau verfolgt. Die Uebermacht des Feindes bot keine Aussicht auf Rettung. Der Gegner rückte so unaufgehalten vor, daß er mehreren Abtheilungen der Truppe des Obersten Veyder sogar den Rückzug abschneiden mußte. Es war keine Zeit mehr zu verlieren. In diesem Momente griff D. mit seinen 6 Zügen die feindlichen Escadronen entschlossen an und führte die Attaque mit so glänzendem Erfolge aus, daß die ganze feindliche Uebermacht zurückgedrängt, [268] die bedrohten Abtheilungen und das hinter diesen aufgestellte östr. Corps gerettet wurden. D. wurde nunmehr zum Major bei Vincent-Chevauxlegers befördert, zeichnete sich im weitern Verlaufe dieses Krieges noch in verschiedenen Gefechten aus, und erhielt für seine Waffenthaten das Ritterkreuz des Mar. Theresien-Ordens und den kaiserl. russischen St. Anna-Orden II. Cl. Nach dem zweiten Pariser Frieden kam D. mit dem Regimente nach Klattau in Böhmen; wurde zum Kämmerer und Johanniterordensritter ernannt. 1820 in den österr. Freiherrnstand erhoben, rückte er 1823 zum Oberstlieutenant bei Erzh. Franz Kürassiere Nr. 2 vor, kam aber 1824 wieder zu Vincent-Chevauxlegers zurück und wurde 1831 Oberst und Commandant dieses Regimentes, als welcher er im Alter von 61 Jahren starb.

Hirtenfeld (Dr. J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder. Nach authentischen Quellen (Wien 1857, Staatsdruckerei, 8°.) II. Bd. S. 1190. – Oestr. Militär-Konversations-Lexikon. Herausg. von Hirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien 1851) II. Bd. S. 64.