BLKÖ:Decapitani, Karl Anton

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 3 (1858), ab Seite: 192. (Quelle)
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Decapitani, Karl Anton (Landwirth, geb. in der Lombardei im Jahr 1771, gest. zu Vigano 7. Sept. 1820), Trat früh in den geistlichen Stand, widmete sich aber nebenbei dem Studium der Landwirtschaft. Als landwirtschaftlicher Schriftsteller erwarb er sich bald einen ausgebreiteten Ruf im Lande, so daß sein größeres Werk über die Landwirthschaft bereits mehrere Auflagen erlebte und noch heute im Lande allgemein verbreitet ist. Namentlich sind seine Versuche in Betreff der Seidenzucht und seine Untersuchungen über die Umgegend seines Wohnortes, die sogenannte Brianza, das reizende Hügelland des Mailänder Gebietes, sehr geschätzt. Er starb, noch nicht fünfzig Jahre alt, als Pfarrer zu Viganò. Seine Schriften sind: „Sull’ agricoltura particolarmente dei paesi di collina (della Brianza). Discorsi teorico-pratici ad uso dei possidenti dei fittajuoli e dei contadini“, 3 Bde. (Mailand 1815, Silvestri, 8°.); neue Auflage unter dem Titel: „Catechismo d’agricoltura spiegato ai fittajuoli ed ai contadini in 14 discorsi“, 3 Bde. (Ebd. 1855); – „Regole pratiche per l’educazione dei Bigatti, compilate a comodo de’ contadini“ (Ebenda 1819); – und „Osservazioni sulla malattia dei bachi da seta, chiamata il segno o calcinaccio“ (Ebenda 1819, Giusti, 8°.).Johann Baptist (Philolog). Zeitgenosse. Lebt derzeit in Mailand und es erschienen von ihm: „Della lingua comune d’Italia e dell’ Academia della Crusca. Discorso storico-critico dal tempo di Dante all’odierno, scritto coll’ortografia Gherardiniana“ (Mailand 1846, Silvestri); in dieser Abhandlung gibt D. eine ausführliche kritische Uebersicht der Leistungen der Lexikographen und Schriftsteller zur Hebung der italien. Sprache; – „Della vita e degli scritti di Francesco Cherubini. Cenni“, (Mailand 1852, Pirotta, 8°.), das Leben des berühmten italienischen Sprachforschers, bei dessen Abfassung D. die spärlichen Aufzeichnungen Cherubini’s benützte (vergl. II. Bd. dies. Lex. S. 337). Er ist auch jetzt nach dem verstorbenen Villa der Fortsetzer von Cherubini’s sprachlichen Arbeiten.

Ersch (J. S.) und Gruber (J. G.), Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste (Leipzig 1822 u. f., Gleditsch, 4°.) I. Sect. 23. Bd. S. 245. – Predari (Franc.), Bibliografia enciclopedica Milanese (Mailand 1857, Carrara) S. 301, 342. – Crepuscolo 1856, Nr. 52, S. 837 [bei Besprechung der letzten Arbeiten Cherubini’s].