BLKÖ:Dinzenhofer, Wenzel

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 3 (1858), ab Seite: 308. (Quelle)
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Dinzenhofer, Wenzel (Geschichtforscher, geb. zu Prag 25. Jänner 1750, gest. 25. Aug. 1805). Sohn des Vorigen; trat schon mit 15 Jahren in den Orden der Gesellschaft Jesu, studirte zu Olmütz und Prag und lehrte durch zwei Jahre in Iglau die lateinische Grammatik. Nach Aufhebung des Ordens verließ er den geistlichen Stand und widmete sich der Rechtswissenschaft; erlangte 1777 zu Olmütz die philosophische und 2 Jahre später in Wien die juridische Doctorwürde und bald darauf die Lehrkanzel des allgemeinen Staats- und Völker-, dann Lehen- und deutschen Staatsrechtes an der Innsbrucker Hochschule. Als diese 1782 aufgelöst ward, wurde D. an die Karl Ferdinand’sche Universität nach Prag übersetzt. 1784 ward er nebstbei zum Gränzreferenten bei der Landesstelle, 1796 zum erzbischöflichen Consistorialrath und 1799 von der Lehrerversammlung sowohl der Gymnasien als der juridischen Facultät zu ihrem Repräsentanten bei dem Studienconsesse ernannt. Im Jahre 1802 wurde ihm die zeitweilige Leitung der juridischen Studien übertragen, die er bis an seinen 3 Jahre später erfolgten Tod fortführte. Im Drucke erschien von ihm: „Dissertatio de decimis“ (Wien 1779); – „Acht und zwanzig genealogische Tafeln der böhmischen Fürsten, Herzoge und Könige, durch Anmerkungen erläutert, nebst der chronologischen [309] Tafel der böhmisch-mährischen Fürsten und Markgrafen“ (Prag 1805, 4°.); – und in Rieggers „Zeitschrift für Böhmen, von Böhmen“: die zwei Abhandlungen: „Begriffe für’s Volk von der bürgerlichen Freiheit und Gleichheit“ (I. Bd. Nr. 5) und „Die Rechtmässigkeit des letzten Krieges besonders von Seite des deutschen Reiches gegen Frankreich näher auseinander gesetzt und genauer bestimmt“ (II. Bd. Nr. 1).

Annalen der Literatur und Kunst in den östr. Staaten (Wien, Doll, 4°.) II. Jahrg. 1803. Intelligenzbl. December, Nr. 34, Sp. 270, – III. Jahrg. 1804. Intellig. Blatt. April, Nr. 16, Sp. 127: „Beiträge zum gelehrten Oesterreich.“ – IV. Jahrg. 1805. Intell. Bl. October, Sp. 180: „Nekrolog“ [nach diesem gest. 15. August 1805]. – Baur (Samuel), Allgem. histor.-biograph.-literar. Handwörterbuch (Ulm 1816, Stettini, Lex. 8°.) I. Bd. Sp. 307. – Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer u. Czikann), (Wien 1835, 6 Bde.) I. Bd. S. 718 [nach dieser gest. 25. August 1805].