BLKÖ:Dittrich, Joseph Peter Wenzel

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Dittrich, Joseph
Band: 3 (1858), ab Seite: 322. (Quelle)
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Dittrich, im Czechischen auch Dytrych, Joseph Peter Wenzel (Theolog und Kirchenhistoriker, geb. zu Böhmisch-Skalitz 7. April 1763, gest. zu Prag 26. Sept. 1823). Der Sohn eines Bauers, der nebenbei einen kleinen Leinwandhandel betrieb. Den ersten Unterricht erhielt der Knabe in der Dorfschule; mit 12 Jahren kam er an’s Gymnasium nach Gitschin, später nach Braunau, und als die Preußen in Böhmen eindrangen, floh er mit seinem Vater nach Brünn, wo er die philosophischen Studien beendete. Im J. 1782 kehrte er in sein Vaterland zurück, und besuchte, der Theologie sich widmend, das von Kaiser [323] Joseph II. begründete Generalseminar. Nach vollendetem Curse wurde er nach Wien geschickt, um sich dort die Katechetik eigen zu machen, und den theologischen Curs zu vollenden. Nach seiner Rückkehr wurde er 1787 in Königgrätz zum Priester geweiht, bald darauf Präfect des Generalseminars, erhielt 1788 die Pfarrpfründe zu Kostomlat [nicht wie Gräffer schreibt zu Kostenblat] und 1789 jene zu Großbezed, auf diesem letztern Posten 1794 den Titel eines Dechants, 1795 das Amt eines bischöflichen Vicars, und ward 1799 Ehrendomherr am Wyssehrad, wohin er über sein Ansuchen am 25. Jänner 1801 als wirklicher oder Residentialdomherr versetzt wurde. Die Ursache dieser Versetzung war eine überhandnehmende Melancholie, welche durch eine Veränderung der äußeren Umgebung geheilt werden sollte, was auch der Fall war. Im J. 1802 erhielt D. die theologische Doctorwürde, 1803 an Pfrogners Stelle die Professur der Kirchengeschichte und 1806 das Amt eines Büchercensors. In demselben Jahre wurde er zum Decan der theologischen Facultät, 1822 wieder gewählt und im folg. Jahre Verweser des Wyssehrader Domcapitels. Eine heftige Erschütterung seines Körpers, veranlaßt durch einen unglücklichen Sturz aus dem Wagen, hatte seinen Tod zur Folge. Er liegt aus dem Kirchhofe der Collegiatkirche zum heil. Peter und Paul bestattet. Von ihm sind mehrere Schriften, u. z. einige unter dem Pseudonym Joseph Klič (Uebersetzung für das deutsche Wort Dietrich) erschienen. Ihre Titel sind: „Series praepositor. eccles. colleg. S. Apostol. Petri et Pauli in castro Wischehrad cum succincta ejusdem ecclessiae et capituli historia“ (Prag 1802, 4°.); – „Zákon našeho Gežiše Krysta s krátičkym sepsánim zgeweného náboženstwj a geho wyznáwačů“, d. i. Das Gebot unseres Herrn Jesu Christi mit einer kurzen Beschreibung der heiligen Offenbarung und deren Bekenner (Prag 1809, 8°.); – „Bjlejowského Kronyka cyrkewnj“, d. i. Die Kirchenchronik des Bjlejowsky (Prag 1816, 8°.); – „Divi Eusebii Hieronymi Opusculum de Viris illustribus“ (Pragae Czechorum 1821, 8°.); – „Výklad svatého čtení na veliký pátek z výborné postylly sepsané skrze kněze Tomáše Bavorovského věrně vydaný od Josefa Klíče“, d. i. Erklärung des heiligen Evangeliums am Charfreitage, aus der vortrefflichen Postille geschrieben durch den Priester Th. Bavorovsky, getreu herausgegeben von Joseph Dietrich (Königgrätz 1822, 8°.); – „Zrcadlo věčného a blahoslaveného života“, d. i. Spiegel des ewigen und gottseligen Lebens (Prag 1822, 8°.); – „Desatero kázanj o svat. pokánj“, d. i. Zehn Kanzelreden von der heiligen Buße (Ebenda 1822, 8°.); – „Kázanj na Evangelium které se cte na den Bozjho Tiela“, d. i. Predigt auf das Evangelium, welches am Fronleichnamstage gelesen wird (Ebenda 1822, 8°.).

(Hormayrs) Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst (Wien 1824, 4°.) XV. Jahrg. Nr. 17, 18, S. 91: „Nekrolog“ [führt ihn als Dittrich auf). – Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer u. Czikann), (Wien 1835 u. f., 6 Bde.) I. Bd. S. 720 [in dieser erscheint er als Ditrich, im Čechischen als Dytrych].