BLKÖ:Domin, Joseph Franz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 3 (1858), ab Seite: 354. (Quelle)
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Domin, Joseph Franz (Physiker und Priester der Gesellschaft Jesu, geb. zu Agram 27. Jän. 1754, gest. ebenda 19. Jänner 1819). Studirte in den untern Schulen mit solchem Erfolge, daß ihn die Gesellschaft Jesu gern in ihren Schoos aufnahm. Nach Aufhebung des Ordens widmete er sich dem Lehrfache und trieb Naturwissenschaften, welche er 20 Jahre hindurch an den Akademien zu Raab, Agram, Fünfkirchen und an der Universität zu Pesth vortrug. Im J. 1800 wurde er Domherr des Chasmer Domcapitels in Croatien und schlug seinen bleibenden Wohnsitz in Agram auf. Als Professor bekleidete er auch die akademischen Würden des Decans der philosophischen Facultät und des Universitäts-Rectors. In der wissenschaftlichen Welt hat er sich durch mehrere physikalische Schriften bekannt gemacht, welche zu seiner Zeit Aufsehen erregten. Diese sind: „Dissert. phys. de aeris factitii genesi, natura et utilitatibus“ (Jaurini 1784); – „Sono campanarum fulmina promoveri potius quam prohiberi“ (Fünfkirchen 1786); – und „Commentatio altera in elect. medicam“ (1793), welche Abhandlungen viele Gegner fanden, aber D.’s Namen auch im Auslande bekannt machten und dessen Ernennung zum Mitglied der arkadischen Akademie in Neapel und der Akademie der Wissenschaften in Florenz zur Folge hatten; – „Als electricitatis“ (Pesth 1794); – „Lampadis electricae optimae notae descriptio eaque utendi ratio“ (Pesth 1799), wovon auch eine von Ludw. v. Schedius ausgeführte deutsche Uebersetzung (Ebenda) erschien. D. ertheilte ferner sachkundige Rathschläge zur Reinigung des Flußbettes der Save. Die letzten Jahre seines Lebens war er sehr kränklich; mit ihm starb der letzte Priester der Gesellschaft Jesu in der Agramer Diöcese.

Intelligenzblatt der österr. Literatur (Wien, 4°.) vom 30. Juni 1819, Nr. 52: „Nekrolog.“ – Ersch (J. S.) u. Gruber (J. G.), Allgem. Encyklopädie der Wissenschaften und Künste (Leipzig 1822, Gleditsch, 4°.) I. Sect. 26. Bd. S. 425 [nach dieser und dem vorigen geboren 27. Jänner 1824, gest. 19. Jänner 1819]. – Stoeger (Joh. Nep.), Scriptores Provinciae austriacae Societatis Jesu (Wien u. Regensburg 1856, gr. 8°.) S. 64 [nach diesem geb. 28. Jänner 1754, gest. 18. Jänner 1819].