BLKÖ:Ehrenstein, Joseph Robert Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Ehrlich, A. W.
Band: 4 (1858), ab Seite: 8. (Quelle)
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Ehrenstein, Joseph Robert Freiherr von (Major und Ritter des Mar. Theresienordens, geb. in Mähren 1787, gest. den Tod der Ehre im Treffen von St. Georges vor Lyon 18. März 1814). Kam über Verwendung des großen Kinsky in die Neustädter Akademie, und als er austrat, in’s Inf.-Rg. Lindenau. Kaum 18 Jahre alt, vollbrachte er seine erste Waffenthat bei Caldiero. Eine Batterie hatte bereits die ganze Bedienungsmannschaft verloren; der Feind ist daran, sich ihrer zu bemächtigen. E. eilt mit einigen Infanteristen zu den Geschützen, richtet, bedient sie und empfängt den Feind mit einer Ladung, welche dessen Gelüsten ein Ziel setzt. Erzh. [[BLKÖ:Habsburg, Karl Ludwig Johann Joseph Laurenz|Karl] ernannte den jungen Helden auf dem Schlachtfelde zum Lieutenant. 1809 ward er Oberlieutenant und erkämpfte sich am zweiten Schlachttage vor Aspern das Ritterkreuz des Mar. Theresien-Ordens. Die Franzosen hatten eben ihre ganze Macht gegen den Ort Aspern gerichtet, ihn genommen und die kaiserl. Infanterie durch ihr mörderisches Geschützfeuer zum Wanken gebracht. E. erbat sich die Stürmung des Dorfes. Mit 300 Freiwilligen der Regimenter Benjowsky und Klebeck erstürmte er das von dem Feinde in Brand gesteckte Dorf und machte 260 Gefangene. Des Gegners großer Verlust wurde mit zwei Drittheilen seiner Freiwilligen erkauft. Im Jahr 1811 wurde E. in den Freiherrnstand erhoben. 29. Juli 1812 wurde er Hauptmann im Corps, kämpfte bei Leipzig mit oft erprobtem Muthe und wurde (30. Oct.) Major. Von den dabei erhaltenen Wunden genesen, machte er den Feldzug 1814 mit, zeichnete sich neuerdings bei Maçon (14. März) aus, bis er am 18. März vor Lyon im blühenden Alter von 27 Jahren den Heldentod fand, als er den in Longsard standhaltenden Gegner aus dem Orte zu drängen unternahm.

Oestr. Militär-Konversations-Lexikon. Herausg. von Hirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien 1851) II. Bd. S. 177 [nach diesem geb. zu Ungarisch-Brod]. – Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria Theresien-Orden ... (Wien 1857, Staatsdruckerei, Lex. 8°.) II. Abth. S. 1004 u. 1747 [nach diesem geb. zu Ungarisch-Hradisch]. – Freiherrnstands-Diplom vom 1. Juli 1818. (Da Joseph Robert Freiherr v. Ehrenstein ohne Nachkommen verstarb, wurde durch kaiserl. Gnade [9] der Freiherrnstand auch seinem Bruder Karl Anton, k. k. Hauptmann, in Berücksichtigung der Verdienste desselben verliehen.) – Wappen. Ein aufrechter oblonger, unten rund in eine Spitze zusammenlaufender goldener Schild, in welchem hinter drei grünen Hügeln ein blau gekleideter Mann mit einer Binde, Aufschläge und Kragen von gelber Farbe hervorwächst; das Haupt ist mit einer blauen, gelb ausgeschlagenen Mütze bedeckt, mit der rechten Hand trägt er über der Schulter einen ausgerissenen Baum und die Linke stützt er in die Seite. Den Schild deckt eine Freiherrnkrone, auf welcher drei goldgekrönte Turnierhelme ruhen, auf dem vorderen und hinteren Helme befindet sich der Mann des Schildes, der erste ist linksstehend und trägt den Baum mit der linken Hand, der zweite ist rechtsgekehrt und hält statt des Baumes einen goldenen Pokal mit einem grünen Kranze empor, beide stützen die freie Hand in die Seite; der mittlere in’s Visir gestellte Helm ist mit zwei goldenen und in der Mitte mit einer blauen einwärtsgekehrten Straußenfeder geschmückt.