BLKÖ:Habsburg, Karl Ludwig Johann Joseph Laurenz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Habsburg, Karl VI.
Band: 6 (1860), ab Seite: 372. (Quelle)
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137. Karl Ludwig Johann Joseph Laurenz, Erzherzog von Oesterreich (geb. 5. September 1771, gest. 30. April 1847). Dritter Sohn des Kaisers Leopold II. und Maria Ludovica’s, Tochter Karl’s III., Königs von Spanien. Gemalin: Henriette, Prinzessin von Nassau-Weilburg (geb. 30. October 1797, gest. 29. December 1829), Tochter des souveränen Fürsten Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg, ihm vermält zu Weilburg am 17. September 1815. Kinder. Maria Theresia (geb. 31. Juli 1816), vermält dem Könige Ferdinand II. von Neapel. Witwe seit 22. Mai 1859; Albrecht [s. Nr. 14.]; Karl Ferdinand (geb. 29. Juli 1818); Friedrich [s. Nr. 105]; Rudolph Franz (geb. 25. September, gest. 11. October 1822); Maria Karolina (geb. 10. September 1825), vermält seit 21. Februar 1852 an Erzherzog Rainer Ferdinand; und Wilhelm (geb. 21. April 1827), Coadjutor des Hoch- und Deutschmeisterthums des deutschen Ritterordens. Hervorragende Lebensmomente. Seine Jugend verlebte der Erzherzog in Toscana, wo die liberale Regierung seines Vaters im Lande Segen schuf und die Liebe des Volkes für die regierende Familie sich unzweideutig in allgemeiner Verehrung aussprach. Der in frühester Jugend kränkliche und schüchterne Prinz zeigte alsbald große Lust für die Studien. General Spanocchi leitete des Prinzen Erziehung, später beeinflußten dieselbe Graf Hohenwart, nachmaliger Erzbischof von Wien, und Erzherzogin Christine Maria, diese hochherzige Fürstin, deren Andenken unvergänglich lebt in den Herzen der Bewohner Wiens [s. Nr. 44]. Cäsar, Tacitus, Mathematik und Kriegsgeschichte waren des Prinzen Lieblingsstudien. Nach dem Tode des Kaisers Franz I. Stephan kam Karl mit seinen Brüdern nach Wien, und ging bald darauf nach Belgien ab, wo ihn eine Partei zum „Erbsouverain und Großherzog“ ausgerufen hatte. Die Haager Convention vereitelte die Ausführung dieses Beschlusses, Karl blieb am Hofe des Generalstatthalters und widmete sich militärischen Studien. Als er später nach Wien zurückkehrte, setzte er sie, bereits General geworden, mit dem Obersten Lindenau fleißig fort. Seine ersten Waffenthaten verrichtete er in Belgien und führte bei Jemappes eine Brigade gegen den Feind, am nämlichen Tage, an welchem Philipp Egalité – nachmals König Ludwig Philipp – die ersten Waffen führte. 1793 Generalmajor, stand er im Armeecorps des Reichsfeldmarschall’s Prinzen Josias von Sachsen-Coburg und befehligte dessen Avantgarde. Aldenhoven, Tirlemont, Neerwinden verherrlichen in jenen Tagen seinen Namen. Belgien wurde durch Karl’s Siege den Oesterreichern wieder gewonnen. Das Großkreuz des Maria Theresien-Ordens und die Generalstatthalterschaft der Niederlande waren der Lohn für solche Thaten. Karl setzte seine Heldenlaufbahn fort, bei Landrecies befehligte er eine Division; bei Tournay den linken Flügel; bei Fleury das Centrum; 1796 übernahm er das Obercommando der Armee am Niederrhein und wurde – 25 Jahre alt – Reichs-General-Feldmarschall. Nun wurde er der in Geschichte und Lied viel und mit Recht gefeierte Streiter für Deutschlands Ehre, Freiheit und Recht. Dem ersten Siege bei Wetzlar folgten bald mehrere bei Teiningen, Amberg, Würzburg. Jourdan und Moreau wurden aus dem Herzen Deutschlands und zurück über den Rhein gejagt. Die Siege, welche [373] Bonaparte in Italien über die österreichische Armee erfochten, machten eine Aenderung im Oberbefehle nöthig. Karl erhielt denselben, konnte aber den Fehler seiner Vorgänger in der Frist bis zum Frieden von Campo Formio nicht gut machen. Als 1799 der Krieg von Neuem ausbrach, übernahm er neuerdings den Oberbefehl, gewann die Schlachten von Ostrach und Stockach, legte aber aus Gesundheitsrücksichten, und mehr noch aus Unmuth über die russischen Generale und die Politik, 1800 das Commando nieder. Das Heer, dessen Wohlthäter Karl gewesen, sah ihn weinend scheiden. Ein Grenadierlied aus jenen Tagen lautet:

Ein weinend Heer! Wie groß, wie schön
Für unsern Karl den Guten .
Das sah kein Friedrich, kein Eugen,
Sie sah’n nur Heere bluten.

Nach dem Frieden von Luneville wurde Erzherzog Karl Feldmarschall und Präsident des Hofkriegsrathes. In dieser Stellung entwickelte er große reformatorische Thätigkeit. Indessen hatte Napoleon Stück um Stück des europäischen Staatencomplexes an sich gerissen, bis Oesterreich, seiner alten Mission getreu, für das Recht sein Schwert in die Wagschale warf. Karl hielt in Italien gegen Massena Stand, bis ihn Ulms Fall nach Deutschland rief. Die Schlacht von Austerlitz hatte aber Oesterreichs Hoffnungen vernichtet und Kaiser Franz schloß Frieden zu Preßburg (16. December 1805). Preußen hatte dem Kampfe – das Schwert in der Scheide – zugesehen. Von 1805–1809 war Erzherzog Karl Generalissimus der Armee, und Kriegsminister. Die Reorganisation der Armee, wie nicht minder des übrigen Staatswesens, beschäftigte ihn ernstlich. Die napoleonische Politik aber verläugnete sich auch jetzt nicht; mit jedem Tage griff sie weiter um sich und wieder, doch gegen Karl’s Willen, war es Oesterreich, das ihm Widerstand entgegensetzte. Schon war Napoleon bis Wien vorgedrungen, da wurde Erzherzog Karl der Retter deutscher Waffenehre und bei Aspern der „Ueberwinder des Unüberwindlichen“. Da hat er die bis zu diesem Tag für gefeit gehaltenen „eisernen Männer“ Napoleon’s vernichtet und den Wahn an dessen Unbesiegbarkeit ein für alle Mal gebrochen. Das bei Aspern vergossene Blut war das Morgenroth besserer Tage. Die Befreiungskämpfe brachen herein, aber Karl, der wenige Wochen nach dem Tage von Aspern, am 31. Juli 1809, seine Entlassung genommen, blieb an den ferneren Kämpfen unbetheiligt und hatte sich in’s Privatleben zurückgezogen. Seit 1815 vermält, fanden die Tage des Helden eine schöne Fortsetzung in den Tagen stillen Familienglückes, gewürzt durch Studien und Erinnerungen an eine glorreiche Vergangenheit. Nach vierzehnjähriger Ehe entriß ihm der Tod die geliebte Gattin, welche ihm 5 Söhne und 2 Töchter geschenkt hatte. Im Jahre 1830 feierte Karl zu Krems das 50jährige Jubelfest als Inhaber seines Regiments Nr. 3; im Jahre 1837 vermälte er zu Trient seine Tochter Theresia an den König beider Sicilien, Ferdinand II.; im Jahre 1840 hatte er die seltene Vaterfreude, seinen Sohn, den Erzherzog Friedrich [siehe d. Nr. 105], den tapferen Helden von Saïda, für seine erste glorreiche Waffenthat mit demselben Ehrenzeichen geschmückt zu sehen, für dessen 50jährigen Besitz er drei Jahre später das 50jährige Jubelfest feierte. Nach kurzer Krankheit – sie dauerte nur eine Woche – hauchte er seinen Geist aus; er war 76 Jahre alt geworden. Von dem Glanze des kriegerischen und literarischen [374] Ruhmes umschimmert, geliebt von allen Classen der Bevölkerung wegen seines biedersinnigen, leutseligen Verkehrens mit ihnen, geehrt als liebevoller Familienvater, bewegte die Kunde von seinem Tode jedes Herz. Die Trauer aber über seinen Verlust reicht weiter als an die Grenzen Oesterreichs; sie galt nicht einem Prinzen, dem General Oesterreichs allein, sie galt dem letzten Feldherrn Deutschlands. Eine chronologische Uebersicht des Lebenslaufes des Erzherzoges möge die Lücken ergänzen, welche die vorstehende Lebensskizze lassen mußte, und das Bild des großen Helden und Reformators des österreichischen Heerwesens vervollständigen.

Uebersicht des Lebenslaufes des Erzherzogs Karl von Oesterreich. 1771. 5. September: wird Karl Ludwig Johann Joseph Laurentius, kais. Prinz und Erzherzog von Oesterreich u. s. w., zu Florenz geboren.

1790. 13. Mai: Ueberzug des Erzherzogs Karl von Florenz nach Wien. – 21. Mai: empfängt Karl im 19. Jahre den Orden des goldenen Vließes. – 6. October: Ankunft Karl’s in Brüssel, wohin er sich zu der Erzherzogin Maria Christina und ihrem Gemale, dem Herzoge Albert von Sachsen-Teschen, die ihn adoptirt hatten, begibt.

1792. 1. März: Todestag des Kaisers Leopold II., Karl’s Vater; sein Bruder Franz wird Kaiser. – 15. Mai: verliert Karl auch seine Mutter, die Kaiserin Maria Ludovica. – 6. November: wohnt Karl als General-Major der Schlacht bei Jemappes bei.

1793. 1. März: führt Karl in der Schlacht bei Aldenhoven siegreich die Vorhut. – 2. März: liefert Karl das glückliche Gefecht bei Aachen. – 3. März: zwingt Karl den französischen General Miranda zur Aufhebung der Belagerung von Mastricht. – 4. März: liefert Karl den Generalen Louis Philipp von Orleans und Riault das glückliche Gefecht bei Tongern. – 16. März: Gefecht bei Tirlemont. – 17. März: Ernennung Karl’s zum Generalstatthalter der Niederlande. – 18. März: Schlacht bei Neerwinden, in welcher Karl den rechten Flügel commandirt. – 22. März: führt Karl in der Affaire bei Loewen die mittlere Colonne und zwingt die Generale Lamarche und Leveneur zum Rückzuge. – 25. März: Einzug des Erzherzogs mit der österreichischen Armee in Brüssel. – 2 April: wird Karl mit dem militärischen Maria Theresien-Orden decorirt. – 28. April: übernimmt Karl die Statthalterschaft der Niederlande und hält als neuer Gouverneur seinen feierlichen Einzug in Brüssel. – 23. Mai: wohnt Karl der Eroberung des verschanzten Lagers bei Famars bei. (In diesem Jahre ward Karl zum Feldmarschall-Lieutenant befördert.)

1794. 14. April: geht Karl, von Wien mit seinem kaiserlichen Bruder Franz zurückgekehrt, in das Hauptquartier nach Valenciennes ab. – 17. April: Angriff auf Landrecies. Karl wird auf dem Schlachtfelde zum Feldzeugmeister ernannt. – 26. April: führt Karl in der Schlacht bei Landrecies und Chateau-Cambrecis siegreich den linken Flügel; Landrecies fällt. – 22. Mai: wirft die kaiserliche Armee, deren linken Flügel Karl befehligt, die Angriffe des französischen Feldherrn Pichegru bei Tournay zurück. – 26. Juni: Schlacht bei Fleurus; Karl befindet sich an der Spitze einer Colonne im Centrum. Er protestirt vergeblich gegen den Rückzug der kaiserlichen Armee. Nach dieser unglücklichen Schlacht wird Karl zur Armee am Rhein versetzt und kehrt nach eingetretener Waffenruhe nach Wien zurück.

[375] 1795. Karl bleibt ohne militärische Anstellung zu Wien und widmet sich mit Eifer den kriegswissenschaftlichen Studien.

1796. 10. Februar: übernimmt Karl das Commando der Armee des Niederrheins und am 21. Februar das der Ober- und Niederrhein-Armeen. – 4. April: wird Karl zum Reichs-General-Feldmarschall ernannt. – 21. Mai: Aufkündigung des Waffenstillstandes. – 15. Juni: stürmt Karl die Höhen bei Altstetten, verwandelt den Rückzug bei Wetzlar in einen Sieg und schlägt Jourdan. – 16. Juni: Glückliches Gefecht gegen Soult bei Herborn. – 19. Juni: schlägt Karl den General Kleber bei Uckerad, worauf er sich gegen den Oberrhein und Moreau’s Heer wendet. – 9. Juli: Den hitzigen Gefechten im Murthale folgt die Schlacht bei Malsch; dieser Karl’s Rückzug nach Pforzheim und Böhmenkirch. – 21. Juli: Scharfes Gefecht bei Kannstadt. – 5. und 11. August: Gefecht bei Bopfingen. – Schlacht bei Neresheim. – 17. August: geht Karl mit einem Theile seines Heeres bei Ingolstadt über die Donau und zieht, Jourdan zu schlagen und seine Verbindung mit Wartensleben herzustellen, gegen Amberg. – 23: August: wird die französische Division Bernadotte bei Neumarkt geschlagen. – 24. August. Schlacht bei Amberg. Karl vertreibt Jourdan aus der Ober-Pfalz; vereinigt sich mit Wartensleben und trifft am 31. August in Bamberg ein. – 3. September: siegt Karl über Jourdan in der Schlacht bei Würzburg. – 4. September: capitulirt die Festung von Würzburg. – 13. September: empfängt Karl ein Dankschreiben der Stände Böhmens für die Rettung ihres Landes. – 16. und 17. September: treibt Karl den General Jourdan bei Dietz und Limburg über die Lahn und Sieg. – 19. September: zwingt Karl die französische Nachhut unter Marceau bei Höstebach zum Rückzuge. Marceau wird verwundet, gefangen und bis zu seinem Tode von Karl mit Hochachtung behandelt und gepflegt. – 23. September: marschirt Karl mit einem Theile seiner Truppen vom Hauptquartier Limburg gegen Moreau, um ihm den Rückzug aus Bayern zu erschweren. – 17. und 18. October: lebhafte Gefechte bei Heimbach und Malterdingen. – 19. October: liefert Karl dem General Moreau die Schlacht bei Emmendingen. – 21. October: erläßt die Reichs-Versammlung an Karl ein Danksagungsschreiben für die großen Dienste, die er dem Vaterlande geleistet. – 24. October: besiegt Karl bei Schlingen Moreau und zwingt ihn zum Rückzuge über den Rhein. – 31. October: wählt die Freiburger Universität den Erzherzog Karl zum Rector magnificus. – 21. und 22. November: Eröffnung der Laufgräben vor Kehl; Ausfall Moreau’s und Desaix’s. Karl’s persönliche Tapferkeit entscheidet den Kampf.

1797. 9. Jänner: übergibt Desaix Kehl an Karl. – 2. Februar: capitulirt Hüningen an Karl. – 3. Februar: geht Karl von Lörrach nach Italien ab, um das Commando über die dortige, im Rückzuge begriffene k. k. Armee zu übernehmen. – 11. Februar: Ankunft in Conegliano. – 4. März: kommt Karl aus Wien zurück, wohin er zur Verstärkung etc. der Armee gereist, in Udine an und sucht sein Heer neu zu organisiren. – 16. März: überschreibt Bonaparte’s Heer den Tagliamento. Gefecht, wobei Karl in Gefahr. Er muß sich auf Innerösterreich zurückziehen. – 23. März: findet das ehrenvolle [376] aber unglückliche Gefecht bei Tarvis Statt. Heldenmuth Karl’s, eines besseren Erfolges werth. – 31. März: erläßt Bonaparte aus St. Veit ein Schreiben an Karl, worin er einen Friedensantrag macht. Antwort Karl’s unterm 2. April. – 7. April: Waffenstillstand zu Judenburg, – 18. April: der Präliminar-Friede von Leoben; darauf der Friede zu Campo Formio am 17. October. – 19. April: geht Karl zur Rhein-Armee ab. – 11. November: wird Karl zum Gouverneur und General-Capitän von Böhmen bestellt. – 28. December: zieht Karl als Gouverneur von Böhmen in der Hauptstadt Prag ein.

1798. 24. Juni: Tod der Erzherzogin Maria Christina, der mütterlichen Freundin Karl’s. – 2. November: geht Karl zu der k. k. Armee in Bayern und Schwaben ab, um das Commando derselben zu übernehmen. Er schlägt sein Hauptquartier in Friedberg am Lech auf. Eine neue Coalition erhebt sich gegen Frankreich.

1799. 1. und 2. März: gehen die französischen Heere über den Rhein. – 3. März: erläßt Karl einen beredten Generalbefehl an sein Heer. – 4. März: geht Karl mit seinem Heere bei Friedberg und Augsburg über den Lech. – 21. März: besteht Karl das siegreiche Gefecht bei Ostrach gegen Jourdan. – 25. März: besiegt Karl in der Schlacht bei Stockach Jourdan. – 24. Mai: überschreitet Karl bei Schaffhausen den Rhein und rückt in die Schweiz ein, um das französische Heer unter Massena zu bekämpfen. – 27. Mai: vereinigt sich Karl mit General Hotze, der aus Vorarlberg kommt, bei Winterthur. – 4. Juni: greift Karl den General Massena in der verschanzten Stellung bei Zürich an. – 5. Juni: räumt Massena dieselbe und nimmt eine neue starke Stellung auf dem Rücken des Albis. – 6. Juni: nimmt Karl die Stadt Zürich in Besitz. – 16. August: versucht Karl, um Massena anzugreifen, bei Dettingen über die Aar zu gehen, muß aber wegen schlechten Brückenbau-Materials etc. sein Vorhaben aufgeben. – 31. August: erhält Karl den Befehl, die Schweiz zu verlassen, wo eine russische Armee eintrifft. Er zieht an den Rhein. – 12. September: erzwingt Karl die Aufhebung der Blockade von Philippsburg. – 18. September: erstürmt Karl Neckerau, die Schanzen vor Mannheim, nimmt Mannheim und besiegt die Generale Laroche, Ney, Vandermassen und Lefol. – 6. October: schlägt Karl sein Hauptquartier in Donaueschingen auf, um der Schweiz und dem russischen Heere näher zu sein. – 7. December: hebt Karl den von dem k. k. General Sztarray und dem französischen General Lecourbe am 4. December abgeschlossenen Waffenstillstand auf, wodurch die Franzosen gezwungen werden, über den Rhein zurückzugehen.

1800. 17. März: legt Karl seinen Heerbefehl nieder und erläßt einen Generalbefehl, der allgemein einen tiefen und nachhaltigen Eindruck hervorbringt. – 30. März: trifft Karl in Wien ein, verläßt es aber nach einigen Tagen, um nach Prag zu gehen. – 25. October: erläßt Karl eine Proclamation an die Böhmen zur Bildung einer eigenen Legion von Freiwilligen. – 2. November: veröffentlicht Karl den Organisationsplan dieser Legion, welche in kaum drei Monaten auf 25.000 Mann anwächst und Karl’s Namen trägt. – 19. December: übernimmt Karl auf’s Neue zu Kremsmünster das Commando über [377] die geschlagene österreichische Armee in Deutschland. – 25. December: muß Karl den Waffenstillstand von Steyer mit General Moreau abschließen, welcher endlich zum Frieden von Luneville führt.

1801. 9. Jänner: wird Karl zum k. k. Feldmarschall und zum Präsidenten des Hof-Kriegsrathes ernannt und mit der obersten Leitung des Kriegswesens betraut. Ausarbeitung eines verbesserten Kriegssystems in Oesterreich. – 19. April: erfolgt ein Schreiben des Königs von Schweden, Gustav IV., an die deutschen Reichsstände, mit der Aufforderung, dem Erzherzog Karl, als dem Retter Deutschlands, ein Nationaldenkmal zu setzen. Karl lehnt diese vom Reichstage ihm zugedachte Ehre ab. – 3. Juni: Karl wird zum Großmeister des deutschen Ordens gewählt.

1802. 4. Mai: erfolgt die Aufhebung des lebenslänglichen Kriegsdienstes und die Einführung einer Capitulation auf eine bestimmte Anzahl von Jahren. Fortgesetzte Verbesserungen im Kriegswesen. – 6. Juni: erkrankt Karl zu Preßburg so schwer, daß ihm am 7. die Sterbesakramente gereicht werden. – 20. August: tritt Karl nach seiner bald erfolgten Wiedergenesung eine Inspectionsreise an, besichtiget die Regimenter zu Troppau, Olmütz, Brünn, Königgrätz, Prag u. s. w. Weitere Verbesserungen im Kriegswesen erfolgen. – 12. November: wird ein allgemeines Militär-Appellationsgericht in Wien angeordnet.

1803. 7. Jänner: erläßt Karl wichtige Instructionen In Hinsicht auf den Geschäftskreis und Gang des Hofkriegsrathes u. s. f.

1804. 30. Juni: legt Karl seine Würde als Hoch- und Deutschmeister, d. i. Großmeister des deutschen Ordens, nieder, und übergibt dieselbe an Erzherzog Anton. – 11. August: erklärt sich Franz zum Erb-Kaiser von Oesterreich. – Im August und September: besucht Karl die aller Orten gebildeten Lager.

1805. 25. Februar: erscheint ein neues verbessertes Reglement für die k. k. Reiterei. – Im März: erhält der General Latour das Amt eines Präsidenten des Hofkriegsrathes, Erzherzog Karl bleibt Kriegsminister. – 20. Juni: erscheint ein durch Karl veranlaßtes, neues, vereinfachtes Exercir-Reglement u. s. w. für das k. k. Fußvolk. Der Zopf wird bei den Soldaten abgeschafft. – Im August: errichtet Karl ein großes Lager bei Wels; Zusammenziehung von 120.000 Mann. – 1. September: wird Karl zum Oberfeldherrn der österreichischen Armee in Italien ernannt. – 21. September: erläßt Karl nach erfolgter Ankunft in Padua einen begeisternden Generalbefehl an sein Heer. – 28. October: erfolgt durch den französischen General Massena der Angriff auf Veronetta. – 29. October: finden heftige Gefechte bei La dell’Ara, Stra, Vago u. s. w., vor Caldiero Statt. – 30. und 31. October: liefert Karl die Schlacht bei Caldiero und besiegt Massena. – 1. November: muß Karl in Folge des Unglückes der k. k. Waffen in Deutschland seinen Rückzug über Görz, Laibach, Cilly etc. nach Körmend antreten. – 27. November: vereinigt sich Karl zu Marburg und Gonowitz mit dem Erzherzog Johann, der Tirol hatte räumen müssen. – 27. December: Zusammenkunft Karl’s mit Napoleon in dem Jägerhause zu Stammersdorf bei Wien.

1806. 2. Jänner: kündigt Karl der Armee den abgeschlossenen Frieden von Preßburg zwischen Oesterreich und [378] Frankreich an. – 10. Februar: wird Karl Generalissimus des österreichischen Heeres und Chef der Kriegsmacht mit unumschränkter Vollmacht. – Neue durchgreifende Heerbildung; – Vereinfachte Taktik; – Leichtere Beweglichkeit der Truppen; – Errichtung von Jäger-Bataillons, Recruten- und Pferde-Depots, militärischen Unterrichtsanstalten, Equitations-Instituten, Kriegs-Archiven u. s. w. – Karl gibt: „Grundsätze der höheren Kriegskunst für die Generale“ und „Beiträge zum praktischen Unterricht im Felde für die Officiere der österreichischen Armeen“ heraus.

1808. 12. Mai: erläßt Karl ein Patent, die Errichtung einer dreifachen Militär-Reserve betreffend. – 31. Mai: rufen Aragonien, Catalonien und zum Theil auch Valencia durch den bekannten Palafox in Saragossa den Erzherzog Karl, als Enkel Karl’s III., zum König von Spanien und Indien aus. – Der englische Admiral Colingwood sendet eine Fregatte nach Triest, um den Erzherzog abzuholen. – Karl lehnt jenen Antrag ab, und zieht es vor, fortdauernd seinem Vaterlande seine Kräfte zu weihen. – 9. Juni: errichtet Karl die Landwehren und gibt eine Organisation der Volksbewaffnung zum Schutze des Landes.

1809. 20. Februar: wird Karl zum Obergeneral in dem neuen Kriege gegen Napoleon ernannt. – 9. März: erläßt Karl einen kräftigen Aufruf an die Wiener Freiwilligen – „Aufruf gegen den Feind“. – 6. April: überschreitet Karl mit seinem Heere bei Braunau den Inn. – 19. April: Gefecht in Landshut. Karl geht über die Isar. – 19. April: Gefechte bei Dinzling, Hausen, Ofenstetten u. s. w. – 20. April: Schlacht bei Abensberg. – 21. April: Treffen bei Landshut durch Hiller. – Gefecht bei Schirling und Leuchling durch Karl. – 22. April: Schlacht bei Eckmühl. Karl zieht sich auf Regensburg zurück. – 23. April: Kampf um Regensburg. Karl geht mit der Armee, unter dem Feuer der französischen Batterien, über die Donau und zieht sich nach und durch Böhmen gegen Wien zurück. – 13. Mai: capitulirt Wien an Napoleon, ehe Karl zur Hilfe herankommen kann. – 16. Mai: verlegt Karl sein Hauptquartier nach Groß-Ebersdorf und stellt sein Heer im Marchfelde auf. – 21. und 22. Mai: siegreiche Schlacht bei Aspern. – Napoleon zum ersten Mal überwunden. – 24. Mai: erhält Karl ein eigenes Danksagungsschreiben für seinen Sieg von Seiten seines Bruders, des Kaisers Franz. – An demselben Tage richtet Karl eine ehrenvolle Proclamation an das tapfere Kaiserheer. – 5. und 6. Juli: wird die Schlacht bei Wagram geschlagen. – 7. Juli: tritt Karl den geschickten Rückzug nach Mähren an. – 10. und 11. Juli: liefert Karl die Schlacht bei Znaim. – 12. Juli: Waffenstillstand zu Znaim. – 31. Juli: legt Karl zu Littau seine Stelle nieder, zeigt dieses dem Heer in einem Tagesbefehle an, übergibt das Commando an den Fürsten Johann Liechtenstein und zieht sich zu seinem väterlichen Freunde, dem Herzoge Albert von Sachsen-Teschen, zurück.

1810. 11. März: vertritt Erzherzog Karl den Kaiser Napoleon bei der Vermälung mit der Erzherzogin Maria Louise zu Wien. – 28. März ertheilt Napoleon unter den ehrendsten Ausdrücken dem Erzherzoge Karl den großen Adler und das Ritterkreuz der Ehrenlegion.

[379] 1815. 15. März: wird Karl Gouverneur von Mainz. – 17. September: vermält sich Karl mit der Prinzessin Henriette von Nassau.

1822. 10. Februar: wird Karl durch den Tod seines Adoptivvaters, des Herzogs Albert von Sachsen-Teschen, Erbe dessen schöner Besitzungen.

1829. 29. December: verliert Karl seine vortreffliche Gemalin, nachdem sie ihm fünf Söhne geschenkt.

1830. 15. und 16. September: findet die große Jubelfeier zu Krems Statt, der Karl beiwohnt, und welche er durch eine menschenfreundliche Stiftung krönt. Karl ist 50 Jahre Chef des damals in Krems garnisonirenden Infanterie-Regiments Nr. 3.

1835. 2. März: Tod des Kaisers Franz I. von Oesterreich.

1837. 9. Jänner: Vermälung der Erzherzogin Maria-Theresia, Tochter des Erzherzogs Karl, mit Ferdinand II., dem Könige beider Sicilien, zu Trient.

1843. 1., 2. und 5. April: sind Jubeltage in Wien. Es sind 50 Jahre, daß den Erzherzog Karl der Maria Theresien-Orden schmückt. Kaiser Ferdinand verleiht ihm die Ordensdecoration desselben in Brillanten – die einzige im Heere.

1844. 1. Mai: vermält Karl seinen Erstgeborenen, den Erzherzog Albrecht, mit der Prinzessin Hildegarde von Bayern.

1847. 26. April: erkrankt Karl und beschließt am 30. seine ruhmvolle Laufbahn. Mit ihm ist „ein Held zur Ruhe gegangen, der nicht wie andere den Löwentheil des Glückes an sich gerissen, – ein Held, der auch gelitten und geduldet hat mit seinem Volke“, in dessen Erinnerungen und Gesängen er fortleben wird in späten Jahrhunderten.

I. Die Werke des Erzherzogs Karl. Instruction für die Generäle der österreichischen Armee (Wien 1806, 2. Aufl. 1808). – Beyträge zum practischen Unterricht im Felde für die Offiziere der österreichischen Armee; in Heften (Wien 1806–1813). – Grundsätze der Strategie, erläutert durch die Darstellung des Feldzuges von 1796 in Deutschland. 3 Theile (Wien 1813, 2. Auflage 1814, mit 11 Kupf., Plän. u. Chart.); in’s Französische übersetzt unter dem Titel: Principes de Strategie developpés par l’histoire de la Campagne de 1796 en Allemagne. Ouvrage traduit de l’Allemand par un officier autrichien. 3 Thle. (Wien 1818, mit Taf.); eine neuere Uebersetzung dieses Werkes ist: Principes de la grand guerre. Par le Prince Charles d’Autriche; ouvrage traduit de l’Allemand par Ed. de la Barre-Duparcq, capitain du genie (Paris 1856, J. Correard, gr. Fol., mit 25 gest. und col. Tafeln). [Vergleiche darüber: Le Moniteur universel 1856, 25. Septembre.] – Geschichte des Feldzugs von 1799 in Deutschland und in der Schweiz vom Verfasser der Grundsätze der Strategie. 2 Bde. (Wien 1819, mit Chart. u. Plänen, die letzteren in groß Colombier-Format); in’s Französische übersetzt unter d. Tit.: Campagne de 1799 en Allemagne et en Suisse, par l’Auteur des principes de stratégie developpés par l’histoire de la campagne de 1796 en Allemagne. 2 Bde. (1820, mit Kart. u. Plän.). – Die militärische Zeitschrift 1812, Heft 11, S. 37 –61 und Heft 12. S. 3 –12, enthält den Aufsatz: „Grundzüge der in dem k. k. Exerzir-Reglement enthaltenen Vorschriften“. Diese bestehen aus einer Einleitung, welche auf S. 39 mit C**l unterzeichnet ist, dann einem 1. Abschnitte, welcher von den Grundzügen des Infanterie- Exerzitiums, und einem 2. Abschnitte, der von den Grundzügen des Cavallerie-Exerzitiums handelt.
II. Biographien und Biographisches. a) Selbstständige Werke. Anekdoten und Charakterzüge aus dem Leben und den Thaten des Erzherzogs Carl (Magdeburg 1809, 8°.). – Duller (Eduard), Erzherzog Carl. 2 Bde. (Wien 1844 und 1845, 8°., mit Portr.). – Erzherzog Carl, sein Leben und sein Siegeszug im Jahre 1809 (Berlin 1847, 8°.). – Kankoffer (J.), Oesterreichs Helden und Feldherren. Erzherzog Karl von Oesterreich (Wien 1859, L. Grund, 12°.). – Schneidawind (Franz Jos. Ad.), Carl, Erzherzog von Oesterreich und die österreichische [380] Armee unter ihm. 2 Bde. (Bamberg 1840, 8°., mit Portr.). – Derselbe, Das Buch vom Erzherzog Carl, illustrirt von Adalbert Müller (Leipzig, Otto Spamer, 1. u. 2. Aufl. 1847, 3. Aufl. 1848, 4. Aufl. 1859, 8°.). – Thielen (Max Fr.), Erzherzog Karl von Oesterreich, Generalissimus der österreichischen Heere. Eine biographische Skizze (Wien 1858, A. Pichler’s Witwe und Sohn, 4°.). [Aus dem „Volks- und Wirthschafts-Kalender für 1859“ besonders abgedruckt. Der achtzigjährige Verfasser obiger Lebensskizze, Major in Pension, wohnte der Enthüllungsfeier des Erzherzog Karl-Denkmals in Person bei und wurde Tags vorher von Sr. Majestät mit dem Ritterkreuze des Leopold-Ordens ausgezeichnet.] – Warum benützten die Oesterreicher den Sieg von Aspern nicht zu einer offensiven Operation auf dem rechten Donauufer? (1809.) [Als Verfasser dieser Flugschrift wird General Wimpfen bezeichnet.] – Welche Ursachen bewogen den österreichischen Feldherrn zu dem Waffenstillstande von Znaim und war er vortheilhaft für Oesterreichs Interesse? (1809). [Diese Flugschrift erschien, als Erzherzog Karl seine Stelle als Kriegsminister und Generalissimus zu Littau am 31. Juli 1809 niedergelegt, Kaiser Franz die Leitung der Armee übernommen und an den Fürsten Johann Liechtenstein das Obercommando übertragen hatte.] – Wessely (J.), Erzherzog Karl. Seine Siegesbahn, der österreichische Waffenruhm (Wien 1860, mit 6 (schlechten) Lithographien, 8°.). – Zur Enthüllungs-Feier des Erzherzog Carl-Monumentes am 22. Mai 1860. Von einem Veteranen (Wien 1860, C. Gerold, 8°.). [Anläßlich der Enthüllungsfeier eine Biographie des Erzherzogs.]
II. b) In Zeitschriften und Sammelwerken zerstreut. Augsburger Postzeitung 1860, Nr. 120: „Erzherzog Carl von Oesterreich“. – Bergmann (Joseph), Medaillen auf berühmte und ausgezeichnete Männer des österreichischen Kaiserstaates im XVI. bis zum XIX. Jahrhunderte (Wien 1845, Tendler, 4°.) Bd. I, S. 276, 289, 291; Bd. II. S. 82, 287 (Anmerk.), 311 (Anm.), 431 (Anm.), 436, 472, 493, 499 u. f., 544, 545, 562 u. f., 571 u. f., 581. – Les Contemporaines illustres par un homme de rien (Lommeny) (Paris, 16°.) Tom. IV, S. 1–36, mit lithogr. wohlgetroffenem Porträte von E. Lassalle. [Eine deutsche Bearbeitung dieses Aufsatzes brachten die „Grenzboten“ 1847, Bd. II, S. 239.] – De la Barre-Dubarcq in seiner französischen Uebersetzung des Werkes des Erzherzogs Karl: „Principes de la guerre“, schickt derselben eine geistreich verfaßte Biographie des Helden von Aspern voran. – Oesterreichs Ehrentempel, herausgeg. von Peter Ritter von Bohr und Blasius Höfel (Wien, 4°.) Blatt Nr. 4. – Erinnerungen (Prager Unterhalt. Blatt) 1840, S. 142: „Erzherzog Carl“ [mit dessen Bildnisse]. – Frankfurter Konversationsblatt (Beilage zur Postzeitung) 1853, Nr. 133: „Zum Erzherzog Karl in Wien“. [Eine Begebenheit aus dem Leben, erzählt von B., wurde vielfach und unter verschiedenen Titeln nachgedruckt; z. B. in der Beilage zum Montagblatte des „Wiener Courier“ 1858, Nr. 146, unter dem Titel: „Der Theresien-Ordensritter und sein Gast“. – Geschichts- und Erinnerungskalender, herausgegeben von Schimmer (Wien, Sollinger, 4°.) 1840, S. 153: „Biographische Skizze des Erzherzogs Karl Ludwig“. – Grenzboten (Leipzig, Herbig, gr. 8°.) 1847, Bd. II, S. 239–255: „Erzherzog Karl. Von französischem Gesichtspunkt“; – Dieselben ebenda, S. 273: „Erzherzog Karl“. [Correspondenz aus Wien bei Gelegenheit seines Todes, worin der Berichterstatter die treffenden Worte sagt: „Darum ist mit Erzherzog Karl so viel zu Grabe gegangen, weil er eine der großen Ausnahmen war, in dem ganz Oesterreich einen der Hauptträger der Nationalehre sah, weil er den gemeinsamen Stolz Aller bildete, welcher Provinz sie auch angehörten.“] – Hirtenfeld (J. Dr.)[WS 1], Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1856, Staatsdruckerei, Lex. 8°.) S. 356, 1341, 1735. – Lombroso (Giacomo), Vite dei primarj Marescialli e Generali francesi, italiani ecc. che ebbero parte nelle guerre napoleoniche dal 1796–1815 (Milano 1840, Borroni e Scotti, Lex. 8°.) S. 1–64: „Principe Carlo arciduca d’Austria Generalissimo degli eserciti imperiali.“Mailáth (Johann Graf), Geschichte des österreichischen Kaiserstaates (Hamburg, Perthes, 8°.) Bd. V, S. 182–190, 198, 207 u. f., 210, 212, 214, 219, 226, 228, 231, 244, 256, 258, 260 u. f., 270 u. f., 276, 284, 287, 295, 307, 310, 312, 317, 363. – Oesterreichisches Militär-Konversations-Lexikon, herausg. von Hirtenfeld und Meynert (Wien 1851, Lex. 8°.) Bd. III, S. 463–484. – Militär-Zeitung, herausg. von Hirtenfeld. XIII. Jahrg. (1860), Nr. 33–39: „Erzherzog Karl[381] [enthält die berühmte Relation über die Schlacht von Aspern, deren Verfasser der Feldmarschall-Lieutenant Phil. Graf Grünne ist. Diese Relation kann mit vollem Rechte als eine taktische Studie bezeichnet werden]; – Dieselbe Nr. 41 [ist die am Tage der Enthüllung des Denkmals erschienene und mit der Abbildung desselben versehene Festnummer; eine Beilage enthält das Enthüllungsfeier-Programm]; – Dieselbe Nr. 42 [bringt einen Bericht über die Enthüllungsfeier mit Angabe aller bei derselben gegenwärtig gewesenen Veteranen]. – Neueste Nachrichten (Wiener polit. Blatt) 1860, Nr. 140 u. f.: „Erzherzog Karl“. – Oesterreichische National-Encyklopädie, herausg. von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. I, S. 456–461. – Oesterreichische Zeitung (Wien, Fol.) 1860, Nr. 116–119: „Erzherzog Karl, von Julius Ebersberg“. – Prager Zeitung 1860, Nr. 121: „Das Erzherzog Karl-Monument in Wien“ [wird anläßlich des Monumentes eine ausführliche Lebensskizze des Helden von Aspern gegeben]. – Schlosser (F. C.), Geschichte des achtzehnten Jahrhunderts und des neunzehnten bis zum Sturze des französischen Kaiserreiches (Heidelberg, J. C. B. Mohr, 8°.) Dritte Aufl. V., VI. und VII. Bd. [vergleiche Dr. Georg Weber’s „Vollständiges Namen- und Sachregister zu Schlosser’s „Geschichte“]. – Sonntagsblätter von L. A. Frankl (Wien, gr. 8°.) 1842 (I. Jahrg.) S. 12: „Erzherzog Karl und Moreau, von J. G. Weissenberg“. – Dieselben 1843, S. 962: „Erzherzog Karl’s Ordens-Jubiläum“. – Dieselben 1845, Nr. 22: „Die Schlacht bei Caldiero. Geschildert von Dr. Ed. Duller“. [Als eines Curiosums sei hier gedacht der Nachricht von Walter Scott in seinem Leben Napoleon’s, nach welcher Erzherzog Karl die Schlacht bei Caldiero verloren und Massena sie gewonnen haben soll.]. – Thiers, Histoire du Consulat et de l’Empire (Paris). – Triester Zeitung 1860, Nr. 117: „Erzherzog Karl von Oesterreich“. – Wiener Courier 1856, Nr. 159. [Ein Zug aus den Knabenjahren des kais. Prinzen. Als Kaiser Joseph im Jahre 1776 in Florenz war, stand der kleine, damals fünfjährige Erzherzog Karl als Schildwache vor den Gemächern Joseph’s. Auf die Frage, was er denn hier mache, entgegnete der kleine Prinz: „Ich bewache meinen Oheim.“ Der Kaiser umarmte seinen Neffen, ernannte ihn zum Oberst und Inhaber des Regiments Lothringen, welches seit dieser Zeit beständig dem Erzherzoge gehörte und von ihm viele Beweise der Vorsorge und Güte erhalten hat.] – Derselbe 1858, Nr. 54: „Ein Lorberheld im Alter. Von Moriz Bermann“. – Wiener Zeitung 1860, Nr. 116, 117 und 118: „Erzherzog Karl“ [nachgedruckt in vielen Journalen, u. A. Bozner Zeitung 1860, Nr. 40 u. f.; Gratzer Zeitung 1860, Nr. 112, 116, 120 und 121; Krakauer Zeitung 1860, Nr. 113 u. f.]. – Zeitgenossen (Leipzig, Brockhaus, gr. 8°.) III. Reihe, S. 183: „Carl, Erzherzog von Oesterreich. Von C. F. von N.“
III. Die Schlacht von Aspern. Wiener Zeitung 1860, Nr. 119 und 120: „Vor Ein und fünfzig Jahren. Von Julius Ebersberg“ [nachgedruckt in mehreren Blättern, als: Klagenfurter Zeitung 1860, Nr. 117–120]. – Dieselbe Nr. 122: „Die Fahne von Aspern“, von Joseph Weilen. [Wer aus diesem schwungvoll geschriebenen Aufsatze zu erfahren wähnt, wessen Regimentes Fahne der Held erfaßt habe, irrt sich. Wir wollen also hier das Fehlende nachtragen. Es war die Fahne des Regiments Zach (Nr. 15, heute Herzog von Nassau). Ueber die Geschichte dieser Fahne vergl. Hirtenfeld’s Militär-Zeitung 1860, Beilage zu Nr. 41.] – Dieselbe 1860, Abendblatt Nr. 47: „Nach der Schlacht von Aspern“. [Wiederabdruck des historisch höchst interessanten Armeebefehles vom 24. Mai 1809.] – Didaskalia (Frankfurter Unterhaltungsblatt, 4°.) 1860, Nr. 151 u. 152: „Erzherzog Karl und die Schlacht bei Aspern“. – Neue Zeit (Olmützer polit. Blatt) 1860, Nr. 117: „Erzherzog Karl und die Aspernschlacht“, von Ernst Hellmuth. – Pest-Ofner Zeitung 1860, S. 1379: „Erzherzog Karl und die Schlacht von Aspern“. – Silberstein (August), Der Löwe von Aspern (Wien o. J. [1858], Ferd. Ulrich). [Dieser Gelegenheitsaufsatz – er erschien anläßlich der Enthüllung des von Fernkorn gearbeiteten Denkmals vor der Kirchthüre von Aspern – war zuerst in der Stolle’schenGartenlaube“, dann im österreichischen Volksbuche: „Der Pilger am Wienerberge“, abgedruckt. Die Holzschnitt-Vignette stellt das Denkmal, den schlummernden Löwen, dar. Der gelungene und zeitgemäße Artikel ward vielfach nachgedruckt, u. z. in der Wiener Theater-Zeitung 1858, Nr. 253; Krakauer Zeitung 1858, Nr. 250, u. in m. A.] – Welser Anzeiger 1860, Nr. 19: „Erzherzog Karl und die Aspernschlacht“ [nachgedruckt [382] aus der von I. L. Kober herausgegebenen und redigirten Unterhaltungs-Zeitschrift „Von Haus zu Haus“ 1860, Nr. 2].
IV. Tod und Bestattung. Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber, Fol.) 1847, Nr. 203: „Tod und Leichenbegängniß des Erzherzogs Karl von Oesterreich“. [Den Schluß dieser Skizze bildet ein „Rückblick auf die Geschichte des Erzherzogs Karl von Oesterreich“.] – Allgemeine Theater-Zeitung von Adolph Bäuerle (Wien 1847, gr. 4°.) XL. Jahrg. Nr. 109, S. 434: „Leichenbegängniß des Helden“, von Weidmann. – Wiener Bote. Beilage zu Dr. L. A. Frankl’s „Sonntagsblätter“ 1847, Nr. 18 u. 19 [enthält die Hofansage, die Hoftrauer und ein Gedicht Hammer-Purgstall’s: „Auf das Leichenbegängniß“]. – Karl’s letzte Worte waren: „Seht, da geht wieder ein Soldat zur großen Armee“. – Die Leiche des Erzherzogs liegt in der kaiserlichen Gruft bei den Kapuzinern bestattet. Bemerkenswerth erscheint es, das in dem Augenblicke, als der Sitte gemäß der Sarg der Obhut des Klosterconvents übergeben wurde, ein flammender Blitzstrahl das während der Leichenfeier am Himmel heraufgezogene Gewölk zerriß und ein lang nachhallender Donner die Luft erschütterte. – Ein kaiserl. Handschreiben ordnete an, das das Infanterie-Regiment Nr. 3 und das Uhlanen-Regiment Nr. 3 auf immerwährende Zeiten des Erzherzogs Namen zu tragen haben. – Der Degen des Helden wird im kaiserl. Wiener Zeughause aufbewahrt.
V. Urtheile über Erzherzog Karl. Zur Charakteristik des Helden. Clausewitz hinterlassene Werke. V. Bd. Feldzüge von 1799, 1. Theil, S. 153. Als ein preußisches Curiosum führen wir das Urtheil des Herrn Clausewitz über Erzherzog Karl an: „Erstens fehlt es ihm (dem Erzherzoge) an Unternehmungsgeist und Siegesdurst (!); zweitens hat er .... bei einem sonst treffenden Urtheile, doch in der Hauptsache eine grundfalsche Ansicht der Strategie, er nimmt das Mittel für den Zweck und den Zweck für das Mittel. Die Vernichtung der feindlichen Streitkraft, für die im Kriege Alles geschehen soll, existirt in seiner Vorstellungsreihe als ein eigenthümlicher Gegenstand gar nicht[1]); sie besteht für ihn nur so weit, als sie auch Mittel ist, den Feind von diesem oder jenem Puncte zu vertreiben; dagegen sieht er allen Erfolg einzig und allein in der Gewinnung gewisser Linien und Gegenden, die doch nie etwas Anderes sein kann, als ein Mittel zum Siege.“ – Das Journal des Debats sagt in seinem Nachrufe, den es dem edlen Prinzen widmet, über denselben folgende merkwürdigen Worte: „Im Innersten seines Herzens ein Freund, ein leidenschaftlicher Bewunderer Napoleon’s, voll von gerechtem Mißtrauen gegen Rußland, im Widerspruche gegen alle Coalitionen, die gegen uns gerichtet waren, ein hinlänglich klar schauender Politiker, um vorauszusehen, daß die Früchte aller blutigen Opfer, die man damals von Deutschland forderte, zuletzt zum Vortheile Rußlands sich wenden würden, degoutirt endlich durch den Verdruß, welchen die absolutistische Partei in Oesterreich ihm unaufhörlich erregte, verließ Erzherzog Karl 1809 den activen Dienst und hat seit dieser Zeit in einer Zurückgezogenheit gelebt, welche sein Ruhm, seine Popularität und seine ununterbrochenen Studien verschönten und belebten.“ – Lommeny in seinem „Contemporains illustres“ schreibt über Erzherzog Karl: „Si la France à cette époque n’avait pas assez de louanges et de lauriers pour le vainqueur de Colli, de Beaulieu, de Wurmser, l’Autriche répétant le paroles de Moreau proclamait son archiduc le premier capitain du siècle, le digne héritier du prince Eugène. Des deux jeunes héros, l’un a tenu toutes le promesses de son début, car il a été Napoléon; l’autre, moins heureux, qu’habile, entravé dans sa carrière par différents obstacles inférieurs, a vu sa gloire s’éclipser devant l’immense gloire de son rival; et cependant les revers de l’archiduc Charles ont été illustrés par assez de talents et mêlés d’assez de victoires pour lui valoir la réputation méritée du plus habile homme de guerre, du plus grand stratégiste, que l’Europe ait eu à nous opposer durant vingt-cinq ans de combats. Quand, découragé à la fois par les intrigues, les obsessions bureaucratiques et le triste état de sa santé le prince Charles se fut définitivement retiré de la carrière, d’autres virent tomber, sous la masse de leurs coups réunis, Napoleon, épuisé par la victoire et abandonné par la fortune; avec leur bonheur ils se firent de la gloire. Seul l’archiduc a eu l’honneur de vaincre, à chances égales, quelques-uns des plus illustres lieutenants [383] de l’empereur, et de résister avec succès quelquefois, toujours avec intrépidité et talent, à l’empereur lui même, dans tout l’éclat de sa puissance et de son genie.“Napoleon über Erzherzog Karl. Die Herzogin von Abrantes berichtet: „Eines Tages saß Napoleon, mit einem Journale in der Hand, neben ihr. Plötzlich fuhr er auf, schlug mit der umgekehrten Hand auf das Papier und rief: „Hier ist ein Mann, der nie ein Wort des Tadels auf sich ziehen wird, der Erzherzog Karl. Dieser Mann hat einen Geist aus der Heldenzeit und ein Herz aus dem goldenen Zeitalter. Er ist ein tugendhafter Mensch; dieses Wort umfaßt Alles, wenn es von einem Fürsten gesagt wird.“ – Ein andermal, als im Jahre 1797 Erzherzog Karl das Commando über die 40.000 durch Niederlagen entmuthigten Truppen in Italien übernommen hatte und Napoleon mit einem überlegenen siegreichen Heere ihm gegenüber stand, rief Letzterer: „Bisher habe ich Heere ohne Feldherren besiegt, nun eile ich, einen Feldherrn ohne Heer zu bekämpfen.“ – In seinen Werken schreibt Napoleon über Karl: „Dieser Prinz erfreute sich eines verdienten Ruhmes, der von Jahr zu Jahr gewachsen ist und dem ich gerne Huldigung zolle. Er besaß die hervorragenden Eigenschaften, die den großen Feldherrn machen, und würde ohne Zweifel der erste Feldherr seiner Epoche gewesen sein, wenn ihm das Glück nicht Hindernisse in den Weg gelegt hätte, die er mit all’ seinen Talenten nicht überwinden konnte.“ – Schneidawind beurtheilt den Erzherzog folgendermaßen: „Gerechter standhafter Sinn, menschenfreundliche Sorgfalt, unerschrockener Muth, der stets das Beispiel persönlicher Aufopferung und Verläugnung zu geben bereit war, hatten ihm längst die Verehrung und Liebe der ganzen Armee erworben. Dazu war seine persönliche Erscheinung ganz geeignet, Zutrauen zu erwecken. Von mittlerer Größe, trug sein Antlitz mit der hohen Stirne, der länglich gebogenen Nase, den geistvollen Augen, aus denen von Zeit zu Zeit der Blick des Feldherrn leuchtete, ganz den Ausdruck habsburgischen freundlichen Ernstes, gepaart mit jener Hoheit, die zugleich Ehrfurcht gebietend und Vertrauen hervorrufend, Eigenthum jenes erlauchten Geschlechtes ist. Diese unverkennbare Familienähnlichkeit verrieth sich am meisten in der stark vorstehenden Unterlippe und der anmuthigsten Freundlichkeit, aus der bald die Macht der Beredsamkeit und der Ueberredung hervortrat, bald der Ernst und die Gewohnheit des Befehlens sprach. Seine schmächtige Gestalt erschien kräftig und gewandt, aber stark genug, um aus ihr die feinnervige Beschaffenheit zu erkennen, die man ihm allgemein beimaß. Der Krieg mit allen seinen Anstrengungen und Entbehrungen vermochte nie, jene Anmuth aus diesen Gliedern zu vertreiben, die auch Napoleon bei seinem ersten Auftreten gehabt haben soll. Was aber den Erzherzog besonders auszeichnete, war die Einfachheit und Natürlichkeit seines Wesens, die völlige Abwesenheit alles Gemachten und Unedlen; aus der Lässigkeit mancher seiner Bewegungen würde man zuweilen fast auf einen Mangel von Kraft geschlossen haben, hätte nicht das Feuer seines Helden-Auges jeden solchen Gedanken verbannen, und gerade das Lebhafte und Geistvolle seiner Unterhaltung, die von einem milden Organe unterstützt wurde, trotz einer gewissen leichten Heiserkeit, den Eindruck von Bestimmtheit und geistiger Energie bleibend hervorrufen müssen.“
VI. Monumente. Schon im Jahre 1801 ließ der König von Schweden, damals noch ein Fürst des deutschen Reiches durch seinen Gesandten am Reichstage die Errichtung eines Denkmales für den Erzherzog Karl vorschlagen, „weil er zweimal Süddeutschland den drohenden Gefahren entrissen.“ Die Versammlung ging unbedingt auf den Vorschlag ein, aber der Erzherzog lehnte diese Auszeichnung ab. Eine Stimme, die sich bei Gelegenheit dieses Antrages erhob, motivirte im Detail diesen königlichen Vorschlag. Der Aufsatz ist neuerlich wiedergedruckt im „Wiener Courier“ 1856, Nr. 208–211. – Frankfurter Konversationsblatt 1848, S. 1083 u. 1084: „Denkmal für Erzherzog Karl von Oesterreich. [Anläßlich einer Heldenthat des kais. Helden, deren Schauplatz (1796) die Stadt Wetzlar war, organisirte sich im October 1848 ein Comité zur Errichtung eines Denkmales dem Erzherzoge zu Ehren, welches unweit der Dalheimer Capelle, nahe der Straße, die von Wetzlar nach Altenberg führt, auf einer Höhe, an der Stelle errichtet werden sollte, wo nach dem Berichte von Augenzeugen der Erzherzog mit seinem Generalstabe gehalten, die Schlacht überblickt und seine Befehle ertheilt hatte.] – Illustrirte Zeitung 1860, Nr. 882, S. 370: „Die Enthüllungsfeier des Erzherzog Karl-Denkmals in Wien“. [Die Illustration des Denkmales ist ganz verunglückt. Das [384] Denkmal ist von dem Bildhauer und Erzgießer A. Fernkorn in Bronce ausgeführt. Der Entwurf zum Unterbaue der Reiterstatue ist von dem Architekten Professor E. van der Nüll, die Ausführung von dem Architekten und Steinmetzmeister Kranner. Die Statue stellt den Erzherzog im Momente dar, als er in der Schlacht von Aspern die Fahne ergreift und die Truppen zum Sturme anführt. Der Entwurf der Statue – klein in Bronce ausgeführt – stammt aus dem Jahre 1847; vollendet wurde sie im Jahre 1860 und feierlich enthüllt am 22. Mai. 510 Centner Metall (410 in der Reiterstatue, 100 in den Ornamenten) wurden verbraucht. Die Statue mißt mit der Fahne 27 Fuß, ohne dieselbe 23; das Postament hat eine Höhe von 24 Fuß. Der Oberaufsatz des Sockels endet oben mit einem gezierten Perlenrundstock, nach unten mit einem mächtigen Eichenkranz, der mit Riemwerk festgeschnürt erscheint, auf welchem die Wappen der Kronländer angebracht sind. Auf dem Mitteltheile des Sockels sind 12 Schilde und 12 Lorbeerzweige mit Bändern verschlungen angebracht, welche die Namen der Schlachten und großen Gefechte angeben, bei denen der Erzherzog als siegreicher Führer mitgewirkt hat. Jahrestag und Zahl sind diesen Namen beigefügt, u. z.: Aldenhofen 1. März 1793; Tongern 4. März 1793; Tirlemont 16. März 1793; Neerwinden 18. März 1793; Löwen 22. März 1793; Catrou 26. April 1794; Priches 29. April 1794; Wetzlar 15. Juni 1796; Teiningen 22. August 1796; Neumarkt 23. August 1796; Amberg 24. August 1796; Würzburg 3. September 1796; Limburg 16. September 1796; Emendingen 19. October 1796; Schlingen 24. October 1796; Kehl 22. November 1796; Ostrach 21. März 1799; Stockach 25. und 26. März 1799; Zürich 4. Juni 1799; Mannheim 18. September 1799; Caldiero 29. bis 31. October 1805; Aspern 21. und 22. Mai 1809; Wagram 6. Juli 1809; Znaim 11. Juli 1809. Der Kern des Sockels bietet sechs vortretende Seitenflächen und zwei Stirnseiten dar, welche mit Broncetafeln und Reliefs geziert sind. Die vier Eckpfeiler sind durch vier Adler decorirt, welche Lorbeerkränze halten, in deren Mitte sich der Namenszug Sr. Majestät befindet. Die vordere Stirnseite (gegen den Kaisergarten) trägt die Widmung von Sr. Majestät: „Kaiser Franz Joseph I. dem Erzherzoge Karl von Oesterreich“. Die Rückseite das Familienwappen des Erzherzogs. Auf der Seite gegen die Hofburg steht: „Dem heldenmüthigen Führer der österreichischen Heere“. Auf der Seite gegen das äußere Burgthor: „Dem beharrlichen Kämpfer für Deutschlands Ehre“. Auf der Plinthe (Unterlage) der Gruppe neben dem französischen Küraß sieht: „Modellirt und gegossen von A. Fernkorn in Wien 1853 bis 1859“. Die Fahne der Plinthe ist die Copie einer eroberten, im Zeughause der Commune Wiens befindlichen, die mit Bienen und der Inschrift: „Empereur Napoleon“ verziert ist. Bildhauer Fernkorn wurde von Sr. Majestät dem Kaiser für sein schönes Werk nach der Enthüllungsfeier auf dem Festplatze mit dem Ritterkreuze des Leopold-Ordens ausgezeichnet und bald darauf in den erblichen Ritterstand des Kaiserstaates erhoben.] – Wiener Zeitung 1860, S. 2152: „Die Enthüllung des Karl-Monumentes“. – Dieselbe, Abendblatt Nr. 42: „Die Enthüllungsfeier des Erzherzog Karl-Monumentes“. [Bei derselben wurde ein Festchor, gedichtet von Joh. Gabr. Seidl, componirt von J. Herbeck von dem Wiener Männergesangs-Vereine und dem akademischen Gesangsvereine der Universität vorgetragen. Seidl’s treffliches Gedicht ist eine Paraphrase dreier Dichterworte, des einen von Heinrich von Kleist, des zweiten von Ludwig, König von Bayern, und des dritten von Theodor Körner.] – Morgen-Post (Wiener polit. Blatt, Fol.) 1860, Nr. 144: „Das Monument am äußern Burgplatze“.
VII. Porträte. 1) Posch inv., J. Adam sc. (8°.); – 2) punctirt von Almer (Wien, Jos. Bermann, 4°.); – 3) nach Swebach von Garreau P. Audouin sc. (Fol.), Brustbild, darunter die Darstellung des Empfanges der Friedenspräliminarien bei Leoben; – 4) nach Kriehuber gest. von Benedetti (Wien, Artaria, Fol.); – 5) J. C. Bock sc. (Fol.); – 6) J. Kreutzinger p., J. Clerc sc. (Fol.), Schwarzk.; – 7) J. J. Haid sc. (4°.), Schwarzk.; – 8) Luxer p., Cl. Kohl sc. (8°.) . – 9) J. Neugebauer p., Kininger und Mayer sc. 184 (Imp. Fol.), ganze Figur; – 10) J. Kreutzinger p., J. G. Mansfeld sc. (8°.); – 11) aus Mechel’s Verlag, farbig, geschabt (4°.); – 12) Baur del., C. Romano sc. (4°.); – 13) lithogr. von Kriehuber (Wien, Spina, Fol.); – 14) M. Kellerhoven p., Schiavonetti sc. (Imp. Fol.), ganze Figur; – 15) Krepp gestochen 1796 (Wien, Spina); – 16) D. Weiß sc. (Wien, Bermann, 4°.); – 17) Monsorno p., D. Weiß sc. [385] (Fol.); – 18) Stahlstich von Weger (Leipzig, 4°.), Kniestück; – 19) Seele p., F. Wrenk sc. (Royal-Fol.), Kniestück, Schwarzk., 4 Thlr. (Drugulin); – 20) ohne Angabe des Stechers (Kininger?) (Imp. Fol.), ganze Figur, die mit einem Lorbeerkranze umwundene Fahne haltend, Schwarzk., 4 Thlr. (Drugulin).
VIII. Gedichte. Groß ist die Zahl der Gedichte, in welchen der Erzherzog Karl, vornehmlich als Held von Aspern, ist besungen worden. Hier geschieht nur einiger derselben Erwähnung. In den „Spatziergängen eines Wiener Poeten“ befindet sich unter der Ueberschrift: „Aspern“ eine der begeistertsten Hymnen dieses Sängers der Freiheit. – Theodor Körner singt von ihm:

„Was die Tage auch zerschmettert haben,
Karl und Aspern ist in’s Herz gegraben,
Karl und Aspern donnert’s im Gesang“,

und an anderer Stelle:

Aspern klingt’s und Karl klingt’s siegestrunken,
Wo nur deutsch die Lippe lallen kann“. –

Nikolaus Lenau widmet in seinem Gedichte auf das Jubelfest des Erzherzogs Karl im Jahre 1843 demselben begeisterte Strophen, in einer derselben heißt es:

„Die Donner Asperns haben’s ausgesprochen:
Er ist besiegbar, unvergeßlich Allen,
Und Leipzig wird die Donner widerhallen,
Napoleon’s Waffenzauber war gebrochen.
O Karl! Es war Dein schönster Heldentag,
O Oesterreich, dein höchster Herzensschlag! –

Freiherr von Zedlitz in seinen „Todtenkränzen“ gedenkt in den an Napoleon gerichteten „Canzonen“ (Karl weilte damals noch glücklicherweise unter den Lebenden, sonst hätte des Sängers Muse an seinem Grabe mehrere der herrlichsten Canzonen dichten müssen) des Helden von Aspern in der herrlichen Canzone:

– Dich – grüß’ ich, Sproße der Cäsare;
Der Du voran flogst in des Kampfes Wetter,
Du, zweimal Deutschlands Hort und sein Erretter;
Daß sieghaft Du gescheucht die fränk’schen Aare
Dem Kränze reich die Heldenstirn umgaben,
Als, trau’n! der Ruhm nicht wohlfeil war zu haben,
Und wenn auf andern Feldern tapf’re Schaaren
Um Kronenrecht, um alte Grenze stritten,
Um künft’ges Glück, um schöner Hoffnung Blüthen,
Du stritt’st, um lange Schmach, die wir erlitten,
Zu rächen und den deutschen Ruhm zu wahren;
Und, keinen Bessern gab es, ihn zu hüten!
Aus rauher Stürme Wüthen
Hast Du ihn rein und unversehrt getragen. –

Hammer-Purgstall verewigt das Naturereigniß, das sich bei Karl’s Leichenzuge den Blicken der angegriffenen Menge darbot. Während ein Doppelregenbogen den Himmel mit der Erde zu verbinden schien, krachte in die Salven der Geschütze der Donner des Sturmes, und Hammer singt aus diesem Anlasse:

„Der Himmel stimmt zum Leichenzug hienieden,
Der Doppeldonner gilt dem Feldherrnstab,
Den Sieger Asperns senken sie in’s Grab!
Der Doppelregenbogen kündet Frieden,
Und doppelt Heil als Trost dem Haus beschieden,
Das Deutschen ihren Helden-Retter gab.“ –

Heinrich von Kleist nennt in seiner Dichtung an den Erzherzog denselben: „Ueberwinder des Unüberwindlichen“. – Der königliche Sänger Ludwig von Bayern verherrlicht den Helden mit den Worten:

„Mag auch Alles anders sich gestalten,
Solche Namen werden nie veralten,
     Leben fort in der Erinnerung;
Deutschland werden mächtig sie begeistern,
Daß kein Feind sich seiner kann bemeistern,
     Mächtig ziehet nach der Thaten Schwung.“

– Außer den bisher angeführten sind aus der großen Zahl heimischer und fremder Dichtungen zu nennen: Wilhelmine Maisch „Gesang, dem Erzherzoge Karl gesungen“. – J. M. v. G.’s, Todtenfeier Carl’s. – A. Berger: „Zur Enthüllungsfeier des Carl-Monumentes“. – Auch hat außer der von J. G. Seidl gedichteten Festcantate (siehe oben: VI. Monumente) der Nestor der österreichischen Poeten, „Castelli“, eine Cantate geschrieben, welche ihres geharnischten zeitgemäßen Tones wegen bei der Feierlichkeit nicht abgesungen wurde. – Ferner enthält die „Militär-Zeitung“, herausg. von J. Hirtenfeld, 1860, Beilage zu Nr. 41: „1824 ein Gedicht von Joseph Ferdinand Weigl“. [Als Erzherzog Karl im Jahre 1824 die Festung Peterwardein besuchte und um Mittagszeit die höchste Stelle der Festung bestiegen hatte, kreiste um sein Haupt ein Adler, so daß von diesem schönen Zufalle die Umgebung ergriffen die Häupter entblößte und sich vor dem Helden verneigte. [386] Dieser Vorfall ist in obigem Gedichte trefflich behandelt.] – Von einer verschollenen Königsstadt. Ein romantisches Gedicht (Wien 1850, Pfautsch u. Voß, 12°.) S. 128. [Unter den episodischen Gedichten dieses Romanzenkranzes befindet sich auch eines an den Erzherzog, den Moment verherrlichend, als in der Schlacht bei Stockach die Grenadiere aus Reihe und Glied traten und dem Rosse des Erzherzogs, der im stärksten Kugelregen vor die Fronte geritten war, in die Zügel griffen, um ihren geliebten Anführer hinter die Fronte zu führen.]

  1. Diese Art Krieg zu führen, wie Clausewitz sie empfiehlt, ist mongolisch.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Hirtenfeld (Jos. Dr.)