BLKÖ:Berger, Adolph Franz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 1 (1856), ab Seite: 301. (Quelle)
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Berger, Adolph Franz (Schriftsteller, geb. zu Wodnian in Böhmen 13. Nov. 1813). Erhielt, nachdem er die Studien vollendet, eine Anstellung beim fürstl. Schwarzenberg’schen Archive zu Wittingau in Böhmen, und nahm Theil an der systematischen Bearbeitung der historischen Partie desselben; durch die Anwesenheit des čechischen Historiographen Franz Palacky, der Behufs der Forschungen zu seiner Geschichte Böhmens daselbst verweilte, wurde Berger zu geschichtlichen Quellenstudien angeregt. Früh erwachte in B. die Liebe zur Poesie, und er fand in dem gegen junge Talente sehr freundlichen Theodor Hell (Hofrath Winkler in Dresden) einen Gönner, der ihn in seinen Arbeiten durch deren Aufnahme in die Dresdner „Abendzeitung“ förderte. Nach und nach trat B. mit andern ausländischen Blättern, als dem „Stuttgarter Morgen- und Kunstblatte,“ der „Augsburger Allg. Zeitung“ den „Blättern für liter. Unterhaltung“ von Brockhaus, und endlich für längere Dauer mit der „Leipziger illustrirten Zeitung“ in Verbindung. Für diese letztere schrieb er in früheren Jahren die politische Wochenschau, und seit 1843 eine Reihe historischer, chronikalischer und beschreibender Artikel, unter denen „die Schilderung der Wiener Industrie-Ausstellung 1845“ und „die ethnographischen Skizzen über Dalmatien“ ausdrücklich anzuführen sind. Größere geschichtliche, biographische, erzählende und ästhetische Artikel B.’s erschienen auch noch in der „Wiener Zeitung,“ in A. Schmidls „Oestr. Blättern für Lit. und Kunst,“ im „Soldatenfreund,“ in „der östr. Reichszeitung“; auch betheiligte er sich an den kalobiotischen Beiblättern zu Glasers „Ost und West“; ferner sind erwähnenswerth sein Aufsatz: „Eine gemeinsame deutsche Flagge“ aus Originalquellen geschöpft im „Militärkalender“ für 1851; – „Ein Mann aus dem Volke,“ unter welchem Titel er Kliebers Leben im „Volkskalender“ erzählte. In den letzten Jahren gab Berger das historisch-biographische Werk: „Felix Fürst zu Schwarzenberg k. k. Ministerpräsident u. s. w., ein biographisches Denkmal“ (Leipzig 1853, O. Spamer, gr. 8°. mit Porträt) heraus, und legte im ersten Theile desselben die Hauptresultate seiner familiengeschichtlichen Studien nieder. Im Mai 1848 erschien von B. eine Broschure: „Ein freies Wort an Alle die wahrhaft frei sein wollen.“ Die poetischen Arbeiten B.’s sind in Taschenbüchern und belletrist. Journalen als: Seidls „Aurora,“ Carlopago’s „Oestr. Odeon,“ im „Frühlingsalbum der östr. Dichter,“ in der „Dresdner Zeitung,“ „Carniolia“ u. A. zerstreut. An der Gründung des Wiener Alterthumsvereins hat sich B. eifrig mitbetheiligt, und in dem von F. Stohl herausgegebenen „Schwarzenbergschen Ahnensaal,“ welches kostbare Werk im Buch- und Kunsthandel nicht erschienen ist, ist das biographisch-historische Materiale das Ergebniß her Arbeit und Forschung B.’s. Die vielseitige literarische Thätigkeit B.’s hat sich bisher, da sie in theils pseudo-, theils anonymen Arbeiten besteht, die überdies größtentheils zerstreut sind, wenig bemerkbar gemacht.

Truska (Heliodor), Frühlings-Album.