BLKÖ:Erdmann von Kappler, Karl

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Erdi
Band: 4 (1858), ab Seite: 65. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Erdmann von Kappler, Karl|4|65|}}

Erdmann v. Kuppler, Karl (Oberstlieutenant, Ritter des Mar. Theresien-Ordens, geb. zu Patzau in Böhmen [66] 1768, gest. zu Prag 16. Dec. 1811). Trat am 1. Juli 1787 als Cadet in’s Bombardier-Corps, wurde in 2 Monaten Unterlieutenant und am 21. Juli 1793 Oberlieutenant. Bei der Belagerung von le Quesnoy (1793) zeichnete er sich als Batterie-Commandant so aus, daß er öffentlich belobt wurde. Bei der Wieder-Einnahme dieses Platzes (15. Aug. 1794) kam E. als Kriegsgefangener nach Frankreich, wurde aber 16. August 1795 auf Ehrenwort entlassen. Am 6. Mai 1800 rückte er zum Capitän, am 5. Sept. 1805 zum Major beim General-Quartiermeisterstabe vor und wurde 1809 dem Feldzeugmeister Graf Kolowrat zugetheilt. Beim Rückzuge der Armee am 22. und 23. April 1809 durch Regensburg erwarb er sich durch seine umsichtig rasche und erfolgreiche Thätigkeit das Ritterkreuz des Mar. Theresien-Ordens. Der Rückzug mußte beendet sein, ehe die heranrückenden feindlichen Colonnen den Angriff beginnen konnten. Das beengte Defilé und die durch das feindliche Feuer immer wieder entstehenden Stockungen erschwerten die Ausführung. E.’s Gewandtheit[WS 1] und geschickte Instradirung halfen alle Hindernisse bewältigen. Das Thor, durch welches die letzten Truppen gezogen, konnte noch verrammelt und Regensburg bis an den Abend behauptet werden, während welcher Zeit die Armee Zeit gewann, die Donaubrücke zu passiren, sich auf den jenseitigen Höhen zu formiren und so mit ganzer Macht sich dem Feinde entgegenzustellen. Darauf kam E. als Oberstlieutenant zum dritten Armeecorps, wo er sich bei den Unternehmungen, das Vordringen des Feindes bei Linz hintanzuhalten, hervorthat. Nach geschlossenem Frieden (Juli 1810) kam E. zum Inf.-Reg. Kolowrat, aber schon im nächsten Jahre erlag er – erst 43 Jahre alt – einem physischen Leiden, das er sich im Felde zugezogen hatte.

Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria-Theresien-Orden und seine Mitglieder. Nach authentischen Quellen (Wien 1857, Staatsdruckerei, Lex. 8°.) II. Abth. S. 930 u. 1746. – Oestr. Militär-Konversat.-Lexikon. Herausgeg. von Hirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien 1851) II. Bd. S. 235.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Gewandheit.