BLKÖ:Erdödy zu Monyorókerék und Monte Claudio, Grafen von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Erdy, Johann
Band: 4 (1858), ab Seite: 66. (Quelle)
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Erdödy zu Monyorókerék und Monte Claudio, Grafen von (ein ungar. Adelsgeschlecht). Eines der ältesten, angesehensten und reichsten des Landes. Ihr Ahnherr ist Nikolaus Bakács, Beamter des Bartholomäus Drägfy, Besitzers von Erdöd im Szathmárer Comitate, nach welchem Orte sich seine Söhne, als sie von Mathias Corvinus 1459 geadelt wurden, Bakacs von Erdöd nannten, die Enkel aber, als sie die Besitzung Monyorókerék (d. i. Eberau) im Eisenburger Comitat erhielten, das Prädicat von Erdöd in den Familiennamen Erdödy verwandelten u. Monyorókerék zum Prädicate wählten. Nach Einigen ist in der Familie Erdödy die Stammmutter der Pálffy’s, welche sich heute noch Pálffy von Erdöd schreiben, entsprossen. Nämlich der berühmte Cardinal Thomas Bakacs (geb. 1445, gest. 11. Juni 1521) hatte nach Einigen vier, nach Andern fünf Brüder, dieser fünfte Bruder ist Blasius Bakacs, der in der Genealogie der Pálffy’s genannt wird. Dessen Söhne sind: Simon, Bischof von Agram, Peter, genannt Tompa, und die Tochter Juditha Clara, die zuerst an Andreas Kerekes, dann aber seit 1515 [nach Einigen irrig 1550) an Paul Pálffy vermält war und so die Stammmutter der berühmten Pálffy’s wurde. Der Grafenstand mit dem Prädicate: von Monoszlo Freiherren von Monyorókerék, datirt von Peter II., welcher 1566 als Banus starb. Die Erb-Obergespannschaftswürde des Warasdiner Comitates und die Erb-Capitänswürde des Schlosses Warasdin kam 1607 an das Haus. Nach Lehotzky ist nicht Thomas I. [67] von Bakacs, sondern Nikolaus I., Castellan zu Kecske, Stammvater dieses Geschlechtes. Von Nikolaus stammen sieben Söhne: Thomas, Nikolaus II., Franz, Johann, Peter, Paul und Valentin, und von Nikolaus II. pflanzte sich das Geschlecht fort, das noch gegenwärtig in zwei Linien blüht, wovon die ältere in zwei Stamme zerfällt. Eine dritte Linie starb mit Graf Joseph III., ungar. Hofkanzler, am 12. Juni 1824 ganz aus. A. Das Haupt der ersten Linie ersten Stammes ist Graf Cajetan (geb. 18. Jänner 1795), k. k. Kämmerer, vermält (seit 21. Sept. 1817) mit Freiin von Lerchenfeld-Prennberg (geb. 1800). Aus dieser Ehe stammen: Ein Sohn Graf Franz Xaver (geb. 9. Jänner 1830) und sechs Töchter. – Das Haupt des zweiten Stammes ist Graf Georg (geb. 15. Aug. 1823), ein Sohn des Grafen Karl (geb. 10. Febr. 1793, gest. 15. Jän. 1841). Dessen Brüder und Georgs Oheime sind: a) Graf Johann Nep. (geb. 10. Jänner 1794), k. k. Kämmerer und Erb-Obergespann des Warasdiner Comitates, vermält (seit 30. Juli 1840) mit Therese Gräfin Raczyńska (geb. 23. April 1820); – b) Graf Anton (geb. 18. Jänner 1797), k. k. Kämmerer, vermält (seit 1836) mit Luise geb. Freiin v. Lo-Presti de Fontana d’ Argioli (geb. 1819). Aus dieser Ehe stammen zwei Töchter und ein Sohn Johann Nep. (geb. 19. Juni 1847). Von den Oheimen des Oberhauptes der ersten Linie, Graf Cajetan, nämlich den Grafen Peter (geb. 13. September 1771, gest. ?) und Sigismund (geb. 9. Febr. 1775, gest. 1815), vermälte sich dieser mit Maria geb. Gräfin Festetics v. Telna (gest. 20. Jänner 1837), und aus dieser Ehe stammen zwei Töchter und ein Sohn: Graf Alexander (geb. 10. August 1804), k. k. Kämmerer, Erb-Obergespann des Warasdiner Comitates und Erbhauptmann der Stadt und des Schlosses Warasdin, vermält (seit 7. August 1843) mit Leopoldine geb. Gräfin Batthyany-Strattmann (geb. 27. Aug. 1824), Sternkreuzordensdame. Ueber die vorzüglichsten Glieder dieses glorreichen Hauses, welche jedoch sämmtlich in die Epoche vor 1750 gehören, mit welcher erst dieses Lexikon anhebt, siehe in den folgenden Quellen. – B. Das Haupt der zweiten Linie ist: Graf Georg (geb. 17. Juni 1785), k. k. Kämmerer, geh. Rath, Erb-Capitän zu Monoszló und der Stabt Warasdin, vermält (seit 22. Febr. 1807) mit Maria Otholina Gobertine Reichsgräfin Aspremont-Linden und Baindt (geb. 31. März 1787), Sternkreuzordens- u. Palastdame. Aus dieser Ehe stammen drei Töchter und drei Söhne: 1) Stephan (geb. 27. Sept. 1813), k. k. Kämmerer, vermält (seit 18. Jänner 1835) mit Justine Freiin von Müller-Hoernstein (geb. 24. Jän. 1817, gest. 27. Juli 1845), Sternkreuzordensdame; deren Kinder vier Töchter und drei Söhne: Graf Ladislaus Gobert [welchen Namen alle Enkel und Enkelinnen des Stammhalters führen] (geb. 26. Februar 1837), Graf Franz (geb. 21. Juni 1842), u. Graf Julius (geb. 24. Februar 1845); – 2) Graf Ludwig (geb. 6. Dec. 1814), vermält (seit Mai 1841) mit Johanna v. Reimann, aus dieser Ehe zwei Töchter u. ein Sohn: Graf Georg (geb. 6. Oct. 1843); und 3) Graf Karl (geb. 14. Februar 1816), vermält (seit 22. April 1845) mit Juliane Gräfin Kolowrat-Krakowsky (geb. 26. Sept. 1823); deren Kinder zwei Töchter und drei Söhne: Graf Rudolph (geb. 28. Jänner 1846), Graf Stephan (geb. 20. Nov. 1848), Graf Franz (geb. 17. Juli 1853). Bis auf die neueste Zeit herab ist fast kein einziges männliches Individuum der Gesammtfamilie Erdödy bekannt, das nicht hohe Aemter und Würden bekleidet hätte.

Ueber die Familie der Erdödy im Allgemeinen: [68] [Kneschke, Ernst Heinr.Dr.] Deutsche Grafenhäuser der Gegenwart (Leipzig 1854, Weigel, gr. 8°.) III. Bd. S. 99. – Ersch (J. S.) und Gruber (J. G.), Allg. Encyklopädie der Wissenschaften und Künste (Leipzig 1822, Gleditsch, 4°.) I. Sect. 36. Thl. S. 403, die Artikel von Gamauf und Rumy. – Ueber einzelne Sprossen dieser Familie: Die Quellen über einzelne Glieder dieser glorreichen Familie, welche einer früheren Periode angehören, als dieselbe für dieses Lexikon festgesetzt ist, sind sehr zahlreich: Ueber Graf Emmerich, ungar. Staatsmann (gest. 1690): Despotovich (Ladislaus), Panegyris pro funere comitis E. Erdödy, tavernicorum regis per Hungariam magistri dicta (Tyrnau s. d. um das J. 1690, 4°.); – Graf Gabriel Anton, Bischof von Erlau (gest. 1744): Argus oculatus s. comes G. Erdödy, episcopus Agriensis in utriusque reipublicae commune emolumentum ecc. celebrat. (Poson. 1733, 8°.). – Dessöffy (Frz. Xav. Jobus), Historia comitis G. Erdödy episcopi Agriensis ec. ec. compendio concinnata (Cassov. 1745, 8°.). – Auer (Leopold), Gyászos vadászat halotti beszéd Gróf Erdödy G. A. Egri Püspök eltemettetésekor (Kaschau 1745, 4°.) [Oettinger nennt ihn irrig: évêque de Gran, statt Evêque de Erlau]; – Graf Gregor, ungarischer Staatsmann (gest. 1669): Kéri (János), Virtus post fata superstes G. comitis Erdödy, praesidii Kapronczensis capitanei, elogio funebri proposita (s. l. e. d. (1669) 4°.); – Graf Georg, Staatsmann: Ludányi (Niklos), Obsequium clientelare pro munere onomastico excellentissimo D. G. Erdödy camerae regiae aulae Hungaricae praesidi oblatum (Poson. 1732, 4°.); – Graf Johann Franz, ungarischer General: Rota nativitatis in morte J. F. comitis Erdödy etc. colonelli et supremi capitanei etc. panegyrico sermone exposita (Graec. 1694, 4°.); – Ladislaus Adam, Bischof von Neutra (gest. 1736): Schwahotzy (Benedict), Neniae comiti L. A. Erdödy episcopo Nitriensi et Hungariae cancellario vita functo etc. etc. (Poson. 1736, Fol.); – Ersch (J. S.) und Gruber (J. G.), Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste (Leipzig 1822, Gleditsch, 4°.) I. Sect. 36. Bd. S. 404. – Imago trium clarissimorum ecclesiae luminum cardinalis Emerici Csáky, cardinalis Michaelis Frid. ab. Althan, et L. A. Erdödy, episcopi Nitriensis (Cassov. 1738, 12°.); – Graf Peter I. (gest. 1543); Ersch (J. S.) u. Gruber (J. G.), Allgem. Encyklopädie der Wissenschaften und Künste (Leipzig 1822, Gleditsch, 4°.) I. Sect. 36. Thl. S. 404; – Graf Peter II. (gest. 1566): Ersch (J. S.) u. Gruber (J. G.), Allgem. Encyklopädie der Wissenschaften und Künste (Leipzig 1822, Gleditsch, 4°.) I. Sect. 36. Thl. S. 405; – Simon, Bischof von Agram (gest. 2. Juni 1543): Ersch (J. S.) u. Gruber (J. G.), Allg. Encyklopädie der Wissensch. u. Künste (Leipzig 1822, Gleditsch, 4°.) I. Sect. 36. Thl. S. 405; – Graf Thomas, Banus von Croatien und kaiserl. Feldmarschall (geb. 1566, gest. 17. Jänner 1624): Heroes Hungariae (Tyrnau 1743, 8°.) [welches Werk die Biographie dieses merkwürdigen Helden, Banus von Croatien und Siegers in der Türkenschlacht bei Sissek enthält]; – Luna. Belletrist. Beiblatt der Agramer Zeitung 1851, Nr. 15: „Das Begräbniß des Banus Erdödy“ [aus dem Böhmischen des Mikowec; enthält Beschreibung und Inschrift seines Grabmonumentes in Agram]; – über Thomas, Cardinal und Primas von Ungarn, im Neven, einer in Agram erscheinenden belletristischen Zeitschrift 1855 (IV. Jahrg.) Nr. 8–13: „Biographien berühmter Männer aus der Familie Erdödy-Bakač. I. Thomas Bakač“; – Ersch (J. S.) u. Gruber (J. G.), Allg. Encykl. der Wiss. u. Künste (Leipzig 1822, Gleditsch, 4°.) I. Sect. 7. Thl. S. 200, unter Schlagwort: Bakacs und 36. Thl. S. 404, Nachträge unter Schlagwort: Erdödy; – Bergmann (Jos.), Medaillen auf berühmte und ausgezeichnete Männer des östr. Kaiserstaates vom XVI.–XIX. Jahrhund. (Wien 1844 u. f., Tendler, 4°.) I. Bd. S. 55 u. f.
Wappen. Quadrirter Schild mit Mittelschild. Im blauen Mittelschilde ein rechtssehender zehnendiger goldener Hirsch, welcher aus einem sechsspeichigen rothen, hinter einem dreifachen grünen Hügel zur größeren Hälfte hervorgehenden Wagenrade halb hervorspringt. Das Wappenbild des Hirsches hat, wie Lehotzky meldet, die Familie von dem Schlosse Jelen (das in den slavischen Sprachen Hirsch bedeutet) angenommen. Die Felder des Hauptschildes sind: 1) in Gold ein gekrönter schwarzer Adler, 2) und 3) in Blau zwei silberne wellenförmig gezogene Querbalken, zwischen welchen nebeneinanderstehende goldene Sterne schweben, 4) in Gold eine quadersteinerne Mauer mit offenem Thor, auf welchem sich ein dergleichen Zinnenthurm erhebt. Ueber dem Schilde stehen drei gekrönte Helme. Aus dem rechten wächst ein geharnischter nach rechts gebogener Arm auf, welcher in der Hand ein blankes Schwert emporhält; der mittlere trägt den Adler des [69] ersten Feldes und der linke einen geharnischten, nach links gebogenen Arm, welcher in der Hand eine nach der rechten Seite wehende rothe Fahne hält. Die Tincturen der Wappenfelder sind bei Vielen verschieden angegeben; auch kommen andere Abweichungen von dem obigen Wappen vor. Schildhalter: Zwei einwärtssehende Löwen. Devise: Juste et sincere.