BLKÖ:Erhard, Andrä

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Erdy, Johann
Nächster>>>
Erkel, Franz
Band: 4 (1858), ab Seite: 70. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 133517152, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Erhard, Andrä|4|70|}}

Erhard, Andrä[WS 1] (philosoph. Schriftsteller, geb. zu Bozen 29. Jänner 1791). Der Sohn armer Ettern, sein Vater war Fuhrmann. Verwandte mütterlicher Seits nahmen sich des Knaben an; 8 Jahre alt, kam er in die Klosterschule nach Tegernsee, wurde Sängerknabe und kam in die lateinische Schule nach Ettal. Als 1803 in Baiern die Klöster aufgehoben wurden, kam er in’s Convict der Chorherrn zu Wilten, besuchte gleichzeitig das Gymnasium der nahen Stadt Innsbruck, später in Bozen und zuletzt das Lyceum in München. Da er von Bozen gebürtig, welches damals zum Königreiche Italien gehörte, bedrohte ihn die Einreihung in die italienische Armee, deshalb blieb er in München und besuchte die Vorträge des Hofrathes Thiersch. Nach bestandener Concursprüfung erhielt er das bairische Indigenat, wurde in einem Knaben-Erziehungs-Institute Präfect und Lehrer, 1820 Rector und Oberlehrer in Landshut und 1824 Professor der Poesie in München. Im Jahr 1826 berief ihn Se. Majestät der König zum Lehrer der Prinzen für Philologie, Geschichte und Stylistik. 1832 wurde er zuerst zum außerordentlichen, dann ordentlich öffentlichen Professor für theoretische und praktische Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München ernannt. 1842 zeichnete ihn König Otto von Griechenland mit dem Ritterkreuze des Erlöser-Ordens aus. E.’s poetische und philosophische Schriften sind: „Heimeran. Ein Trauerspiel“ (1819), eine gekrönte Preisschrift in der Concurrenz mit 40 Mitbewerbern; – „Wallace. Ein Trauerspiel“ (1828); – „Möron. Philosophisch-ästhetische Phantasien in sechs Gesprächen“ (Passau 1826, 8°.); – „Handbuch der Logik“ (München 1839); – „Handbuch der Moralphilosophie“ (Eb. 1841); – „Metaphysik“ (Regensburg 1845). Außerdem erschienen verschiedene poetische und kritische Schriften E.’s in der Zeitschrift „Aurora“ 1828 u. 1829, in der „Charitas“ 1842 u. a. Man rühmt E.’s philosophischen Schriften: „streng philosophische Form, klare leichtfaßliche Darstellung und in Lösung der Probleme selbständige Forschung“ nach.

Staffler (Joh. Jakob), Das deutsche Tirol u. Vorarlberg, topographisch mit geschichtlichen Bemerkungen (Innsbruck 1847, Rauch, 8°.) II. Bd. S. 868.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Zu dieser Person gibt es Band 24, S. 405 einen 2. Artikel.