BLKÖ:Eurich, Friedrich Emanuel

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Eugen von Savoien
Band: 4 (1858), ab Seite: 113. (Quelle)
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Eurich, Friedrich Emanuel (Buchhändler, geb. zu Stuttgart 15. Jänn. 1772, gest. zu Linz 10. Juni 1851). Wurde, 15 Jahre alt, in Anerkennung seiner Talente Zögling der Karlsschule in Stuttgart (Karlsschüler); nach Auflösung derselben aber wegen Mittellosigkeit seiner Eltern genöthigt, ein Handwerk zu ergreifen, worauf er die Buchbinderei wählte. 1795 ging er nach Wien, wo er sich das Vertrauen des Buchhändlers Binz in solcher Weise erwarb, daß ihm dieser die Leitung der Buchhandlung, welche er in Linz besaß, übertrug. Später brachte E. das Geschäft käuflich an sich und durch Fleiß und Geschicklichkeit in die Höhe. In den J. 1805 u. 1809 war es E., welcher durch Schriften gegen die Gewaltthaten Napoleons in Deutschland wirkte. Theils druckte, theils verbreitete er dieselben. Als die bekannte Schrift „Deutschland in seiner Erniedrigung“ von den französischen Spionen auf seinem Lager gefunden ward, theilte Eurich das Schicksal Kupfers und Palms, er wurde nämlich zum Tode verurtheilt. Nur war er glücklicher als Palm und rettete sich bei Zeiten noch durch die Flucht, sein Geschäft den Zufällen der Herrenlosigkeit überlassend. Palms von den französischen Mörderkugeln durchlöchertes Hemd bewahrte E. als Reliquie der Freundschaft. Im J. 1816 errichtete E. seine Buchdruckerei in Linz, welche er auf der Höhe der Zeit zu erhalten bedacht war. Seine Bemühungen in dieser Hinsicht wurden durch die Medaille des innerösterreichischen Industrievereins ausgezeichnet. Auch seine im J. 1837 errichtete Schriftgießerei genoß eines vortheilhaften Rufes. E. starb 79 Jahre alt, als Nestor der deutschen Buchhändler.

Frankfurter Konversations-Blatt 1851, S. 592. – Wiener (amtliche) Zeitung 1851, Nr. 144. – Wiener allgem. (Theater-) Zeitung. XLV. Jahrg. (Wien 1851) Nr. 136, S. 544: „Nekrolog.“