BLKÖ:Feldegg, Christoph Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 4 (1858), ab Seite: 167. (Quelle)
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Feldegg, Christoph Freiherr von (Oberst und Ritter des Mar. Theresien-Ordens, geb. zu Krumau in Böhmen 1779, gest. zu Leipzig 10. Mai 1845). Sohn adeliger Eltern wurde er seit 1800 in der Ingenieur-Akademie gebildet; bei dem allgemeinen Aufruf zur Landesbewaffnung trat er 19. August 1808 als Unterlieutenant in ein Landwehrbataillon, kam 1. Mai 1809 zum Jägerbataillon Erzherzog Karl, wohnte der Schlacht von Aspern bei und wurde 29. Juni d. J. Oberlieutenant bei De Vaux und am 5. Oct. 1813 Kapitän beim 1. Jägerbataillon der östr. deutsch. Legion. Im Feldzug des J. 1813 erkämpfte sich F. das Ritterkreuz des Mar. Theresien-Ordens. Das Regiment De Vaux befand sich am 26. August unter jenen Abtheilungen, welche die feindlichen Verschanzungen vor Dresden erstürmen sollten. Die Wegnahme einer vor dem Matschinsky’schen Garten angelegten Redoute gehörte zu den Bedingungen des Gelingens des ganzen tactischen Planes. F., die Sachlage, aber auch ihre Gefahr durchschauend, war zur That entschlossen. Unter dem Zurufe: „Wer von De Vaux und ein Mann ist, mir nach!“ sprang er vor, einige Freiwillige ihm nach, überstieg [168] unter dem heftigsten Kugelregen die Palisaden, erkletterte die Escarpe und erreichte die Brustwehr, als er eben auf der entgegengesetzten Seite den die Redoute ersteigenden Oberstlieutenant Schneider verwundet fallen und die Feinde auf ihn sich stürzen sah; F. drang nun auf die Angreifer ein, hieb sie nieder, rettete den Oberstlieutenant und erbeutete mit den mittlerweile nachgekommenen Freiwilligen und Jägern drei Kanonen und eine Haubitze, welche er, obgleich im Handgemenge durch zwei Bajonettstiche verwundet, ob Mangel an Artillerie selbst bediente und gegen den Feind richtete. F. avancirte am 16. Jänn. 1814 zum wirklichen Hauptmann und erhielt 1815 das Ritterkreuz. Im letzteren Jahre überrumpelte er auch am 21. Juli Schloß und Dorf Sury en Vaux und nahm, ohne einen Mann zu verlieren, drei Officiere und achtzig Mann gefangen. Wissenschaftlich gebildet, trieb F. in seinen Mußestunden naturhistorische Studien u. hinterließ, auf einer Urlaubsreise zu Leipzig vom Tode überrascht, eine werthvolle Naturaliensammlung, bestehend aus 4549 Vögeln und über 3000 Schaalthieren.

Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, 4°.) S. 1184 u. 1748 [nach diesem starb er im Alter von 66 Jahren, war also 1779 geboren, mit mehreren in obiger Biographie berichtigten Unrichtigkeiten]. – Oestr. Militär-Konvers.-Lexikon. Herausg. von Hirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien 1851) II. Bd. S. 317 [nach diesem ist er 1789 geb.] – Tapferkeits-Zeugniß des FZM. Colloredo-Mannsfeld, mehrerer Ober-Officiere und der Mannschaft, datirt: Dippoldswalde 21. August 1813. – Freiherrnstands-Diplom vom 18. December 1817. – Wappen. Quadrirter Schild mit Herzschild. Im 1. u. 4. schwarzen Schilde ein einwärtsgekehrter, zum Streite gerichteter goldener Löwe mit über den Rücken geschlagenem Doppelschwanze. Im 2. u. 3. silbernen Felde ein rother Sparen. Im blauen Herzschilde eine Feldschanze mit zwei Kanonen. Auf der freiherrlichen Krone des Schildes zwei Turnierhelme. Der rechte mit einem offenen Fluge, dessen rechter Flügel gold und schwarz, der linke roth und silbern quer getheilt ist. Der linke Helm trägt zwei Standarten in Form eines Andreaskreuzes, von denen die rechte schwarz und gold, die linke silbern und roth getheilt ist.