BLKÖ:Fichtel, Johann Ehrenreich von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 4 (1858), ab Seite: 215. (Quelle)
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Fichtel, Johann Ehrenreich von (Mineralog, geb. zu Preßburg 29. Sept. 1732, gest. in Siebenbürgen 4. Febr. 1795). Verlor früh seinen Vater, erhielt aber eine sorgfältige Erziehung. Er studirte die Rechte in Ungarn und widmete sich der Advocatur, welche er aber später 1759 mit einer Anstellung in Hermannstadt vertauschte. Nach Aufhebung des Amtes, wo F. bisher gedient (1762), ging er nach Wien, wo er bei der Hofrechnungskammer in Verwendung trat und 1768 nach Siebenbürgen als Buchhalter bei dem Thesauriat kam. 1778 wurde er Thesauriatsrath in Hermannstadt, wo er sich um die Verbesserung der Salinen und die Hebung des Salzhandels nach Ungarn verdient machte. 1785 kam er als Director bei der Bankalgefällregie [216] nach Wien, und wurde 1787 siebenbürgischer Gubernialrath. Als solcher unternahm er mehrere dienstliche Reisen nach Slavonien, dem Littorale, zur Ausführung von Grenzberichtigungen und zur Bestimmung der Plätze von Mauth- und Contumazhäusern. Früh widmete er sich neben seinen Berufsgeschäften wissenschaftlichen Arbeiten, namentlich der Mineralogie, sammelte auf seinen häufigen Dienstreisen Mineralien und Fossilien und trat, da er in Siebenbürgen kein Werk für seine Zwecke erlangen konnte, mit deutschen Forschern in Verbindung. Dadurch wurde er im Auslande alsbald bekannt; seine Beobachtungen über das noch wenig gekannte Land und dessen geologische und mineralogische Verhältnisse wurden gedruckt und er selbst von der Gesellschaft naturforschender Freunde in Berlin zum Ehrenmitgliede ernannt (1775), welcher Auszeichnung dann auch andere folgten. F.’s wissenschaftliche im Druck erschienene Arbeiten sind: „Beiträge zur Mineralgeschichte von Siebenbürgen“, 2 Theile (Nürnberg 1780 mit 1 Karte und 6 Tafeln, gr. 4°.), deren erster Theil: „Nachricht von den Versteinerungen Siebenbürgens“, der zweite Theil: „Die Geschichte des Steinsalzes und der Steinsalzgruben Siebenbürgens“, enthält; – „Mineralogische Bemerkungen von den Karpathen“, 2 Theile (Wien 1791 und 94, 2. Aufl. 1816, gr. 8°. mit 1 Karte); – „Mineralogische Aufsätze“ (Ebenda 1794, gr. 8°.); F. gibt darin Nachricht von seinem reichen Mineraliencabinet, woran er 25 Jahre gesammelt und das besonders werthvolle Stücke in Golderzen und eine große Menge Neptunischer und Vulkanischer Felssteine besaß; – „Nachricht von einem in Ungarn entdeckten ausgebrannten Vulkan“ (Berlin 1793), zuvor in den „Schriften der Gesellschaft naturforschender Freunde in Berlin“ (IX. Bd. 1. Stück) abgedruckt.

Schlichtegrolls Nekrolog auf das J. 1795 II. Bd. S. 346. – Allg. Literatur-Zeitung 1795, Intelligenzblatt Nr. 33. – Meusel (J. G.), Lexikon der vom Jahre 1750–1800 verstorb. deutsch. Schriftsteller III. Bd. S. 329. – Ersch (J. S.) und Gruber (J. G.), Allgern. Encyklopädie der Wissenschaften und Künste (Leipzig 1822 u. f., Gleditsch, 4°.) I. Sect. 43. Thl. S. 476. – Oestr. Nation.-Encyklopädie (von Gräffer u. Czikann), (Wien 1837) II. Bd. S. 137 [nach dieser heißt er Johann Ehrenwerth]. – Nouv. Biographie générale ... publiée sous la direct. de Mr. le Dr. Hoefer (Paris 1852) XVII. Bd. Sp. 633.