BLKÖ:Fischer von Erlach, Joseph Emanuel Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 4 (1858), ab Seite: 251. (Quelle)
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Fischer von Erlach, Joseph Emanuel Freiherr (Hofbaudirector, geb. 1680, gest. um das J. 1740). Sohn des Vorigen. Bildete sich unter der Leitung seines ausgezeichneten Vaters in dessen Kunst, besuchte Italien und England und übernahm, nach Wien zurückgekehrt, die Leitung und Ausführung mehrerer von seinem Vater theils entworfener, theils begonnener Bauten. Seine tüchtigen Kenntnisse in der Mechanik veranlaßten seine Verwendung beim Bergbaue und es ist urkundenmäßig dargethan, daß es Joseph Emanuel war, welcher durch die von ihm erfundenen Feuermaschinen die Betriebs-Unkosten der ärarischen Bergwerke zu Schemnitz um ein Wesentliches verringerte, zugleich aber auch durch das in Folge eines zweckmäßigeren Betriebes gesteigerte Erträgniß den Flor dieses Bergwerkes erzielte. 1721 ließ ihn der damalige Landgraf von Hessen-Cassel rufen, um seine neue Erfindung der sogenannten „Feuermaschinen“ an den dortigen Bergwerken in Anwendung zu bringen. Ueber seine zum Getriebe der Wasserkünste im fürstl. Schwarzenberg’schen Garten angewendeten Maschinen vergleiche man das Februarheft der „Merkwürdigkeiten Wiens“ aus dem J. 1727. Ueber seine Betheiligung an den Bauten seines Vaters vergleiche die vorige Lebensskizze. Mit Allerh. Entschließung vom 18. Febr. 1724 wurde dem Sohne der schon früher dem Vater erhöhte und erneuerte ältere Adel wieder bestätigt und demselben – wie es in der Urkunde wörtlich lautet: „ob wohlanständiger Aufführung und mehr anderer ihm beywohnender guter Gemüthseigenschaften“ in Gnaden der Titel eines Hofkammer-Rathes ertheilt. Die Erhebung in den Freiherrnstand erfolgte – nicht wie Gräffer meldet 1731 – sondern mit de dato Laxenburg 9. Mai 1735 ausgefertigtem Diplom, in welchem aber derselbe ohne Beibehaltung des alten Prädikates von Erlachen, sondern einfach als Joseph Emanuel Freiherr von Fischer aufgeführt ist. F. erwarb sich ein bedeutendes Vermögen und stand überhaupt seiner ausgebreiteten, insbesondere praktischen Kenntnisse wegen in hohem Ansehen, und mit ausgezeichneten Männern seiner Zeit, selbst des Auslandes, wie Desaguliers, Gravesande u. A. im freundschaftlichen Verkehre. Ueber sein Todesjahr liegt nichts Bestimmtes [252] vor; da er aber 1740 über Auftrag der großen Maria Theresia den Entwurf zum Castrum doloris für Kaiser Karl VI. ausführte, welches die Gebrüder Schmuzer dann in Kupfer gestochen haben, so widerlegt sich die häufig vorkommende Angabe des J. 1738 als seines Todesjahrs durch diese Thatsache von selbst.

Die bei dem Vorigen angeführten Quellen handeln meistens auch über den Sohn (den Obigen). – Nur zur Berichtigung citiren wir: Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon (Hildburghausen 1845, Bibl. Inst., Lex. 8°.) X. Bd. S. 360, Nr. 6 [daselbst wird F. komisch genug mit folgenden Worten aufgeführt: „Joseph Emanuel von F., Bibliothekar des Kaisers von Oesterreich, schrieb: „Dilucida repraesentatio magnificae et sumptuosae Bibliothecae Caesareae“ (Wien 1731)“; doch werden S. 363, Nr. 25 u. 26 beide Fischer von Erlach, und also auch Joseph Emanuel Baron von Erlach, genannt. Das erstere ist ein offenbarer Irrthum und die architektonische Beschreibung und Darstellung der Hofbibliothek wurde für eine bibliographische angenommen]. – Freiherrnstands-Diplom de dato Laxenburg 9. Mai 1735. – Freiherrn-Wappen. Quadrirtes Schild mit Herzschild. Im blauen Herzschild eine mit goldener Krone auf dem Haupte geschmückte Sirene, in der rechten Hand einen goldgefaßten ovalen Spiegel haltend, die linke in die Hüfte stemmend. Der Untertheil lauft in einen Fischschweif aus. Im vorderen oberen u. hinteren unteren goldenen Felde einen schräg von der Rechten zur Linken aufsteigenden schwarzen Balken, welcher rechts und links von einem schwarzen, sich in’s goldene Feld ausbreitenden, mit den Sachsen gegeneinander einwärts gekehrten offenen Fluge begleitet und dieser mit zwei hintereinander stehenden sechseckigen goldenen Sternen belegt ist. Im vorderen unteren und hinteren oberen silbernen Felde am Grunde ein wellendes Meer, auf welchem ein Delphin mit über sich geschwungenem Schweife und fleischfarbigen Flossen schwimmt.