BLKÖ:Frankenberg, die Familie

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Frankenburg, Adolph
Band: 4 (1858), ab Seite: 332. (Quelle)
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Familie. Die Frankenberge sind ein altes schlesisches, noch jetzt blühendes Geschlecht [vergl. über dasselbe von Strambergs Artikel in Ersch und Grubers „Allg. Encyklopädie“ I. Sect. 51. Thl. S. 255]. Es theilte sich in mehrere Aeste und Zweige. Hanns Wolf (gest. 1682), Sproß der Ludwigsdorfer Linie, wurde 1655 in den Freiherrnstand[WS 1], Johann Wolfgang, kaiserl. wirkl. Geheimrath und Vicekanzler für das Königreich Böhmen, von Kaiser Leopold 1700 in den Reichsgrafenstand erhoben. Seit 1716 schrieb er sich: Frankenberg-Schellendorf, weil seine Gemalin die Erbin deren von Schellendorf auf Klitschdorf gewesen. Johann Wolfgang (gest. 11. Oct. 1719) hatte in erster Ehe 12 Kinder, darunter 7 Söhne: Jakob Franz, Karl Friedrich, Philipp Christian, Max Joseph, Franz Joseph, Joseph Ignaz u. Otto Venantius. Jakob Franz war Domherr zu Olmütz, zuletzt Pfarrherr zu St. Nicolaus in Breslau (gest. 5. April 1763). – Karl Friedrich stand als Hauptmann bei der kais. Armee in Italien, unter Commando des Fürsten Lobkowitz. Mit dem Sohne des Fürsten, mit dem Prinzen Lobkowitz, gerieth er in Rimini beim Spiele in Streit, es erfolgte ein Duell, in welchem F. blieb (Dec. 1743). – Joseph Ignaz, vermält (seit 17. Mai 1722) mit Eva Katharina Gräfin Kollonicz, trat im Laufe des 7jähr. Krieges zu Oesterreich über, in Folge dessen wurden seine angesehenen Güter von der Kriegs- und Domänen-Kammer zu Breslau confiscirt und am 5. Jänn. 1761 öffentlich versteigert. – Otto Venantius (geb. 1700) war erst Assessor bei der Regierung in Glogau. Nachdem er das ihm bei der brüderlichen Theilung zugefallene Gröditzberg mit großem Aufwande gebaut, gerieth er in solche Schulden, daß er seinen Gläubigern die Güter abtrat und nach Wien ging. Daselbst wurde er Kämmerer, geh. Rath, am 2. Nov. 1748 übergab er sein Creditiv bei der Reichsversammlung als kurböhm. Comitialgesandter u. wurde im Nov. 1752 Vicepräsident beim hohen Justizcollegium in Wien. Er starb 11. Mai [nach A. Wolf: Aus dem Hofleben Mar. Theresias, 2. Aufl. S. 375 am 12. Mai] 1753. Aus seiner ersten Ehe mit Agnes Helene Gräfin von Churschwandt hatte er einen Sohn Johann Heinrich, nachmal. Erzbischof von Mecheln (s. die obige Biogr.); aus der zweiten Ehe mit Josepha Maria von Fernemont 6 Töchter. Seine Witwe ging am 24. Nov. 1754 eine zweite Ehe ein mit Michael Johann IV. Grafen Althann. Die Gräfin besuchte öfter die Althann’sche Besitzung Csakatornya am Zusammenflusse der Drau und Mur; eines Tages besichtigte sie mit ihrer ältesten Tochter Henriette die Goldwäschereien an der Drau und wurde von einem heftigen Gewitter überrascht. In Folge desselben schwoll der Strom mächtig an, die tobende Fluth riß mehrere Personen, darunter die Gräfin mit ihrer Tochter, mit sich fort. Wohl wurden beide Damen wie durch ein Wunder gerettet, aber beide erkrankten in Folge dieses Unfalls so schwer, daß die Tochter schon in wenigen Tagen u. die Mutter bald darnach (23. Spt. 1758) starb. Zur Erinnerung an dieses Ereigniß wurde am jenseitigen Ufer der Drau, an der Stelle, wo Mutter u. Tochter an’s Land gebracht wurden, ein Denkmal errichtet, dessen Inschrift diesen Vorfall erzählt. – Ueber den gegenwärtigen Stand der Familie vergl. [Kneschke, E. H. Dr.] Deutsche Grafenhäuser der Gegenwart (Leipzig 1852, Weigel, 8°.) I. Bd. S. 239 [daselbst Abbildung und Beschreibung des Wappens].

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Freiherrstand.