BLKÖ:Frierenberger, Johann Wenzel Ritter von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 4 (1858), ab Seite: 360. (Quelle)
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Frierenberger, Johann Wenzel Ritter von (k. k. Generalmajor, Ritter des Mar. Theresien-Ordens, geb. zu Krumau in Böhmen 1759, gest. zu Kremsier in Mähren 11. Febr. 1823). Ein Sohn des Vorigen, trat am 22. Aug. 1775 als Unterkanonier in das 2. Feld-Artillerie-Regiment, in welchem er am 15. März 1782 Unterlieutenant wurde. Er machte nun den bairischen Erbfolgekrieg mit, kam am 1. Nov. 1786 in’s [361] neu errichtete Bombardiercorps und 1787 als Oberlieutenant in’s 2. Feld-Art.-Reg. Im Türkenkriege zeichnete er sich im Gefecht am Beschania-Damm aus, wurde im Mai 1790 Hauptmann u. that sich im franz. Kriege bei der Einnahme der Lauterburger Linien (13. Oct. 1793) und vor Brumpt (28. Nov.) rühmlichst hervor. Am 11. Aug. 1795 zum Bombardiercorps übersetzt, nahm er an den ferneren Ereignissen dieser Epoche thätigen Antheil. Im März 1800 wurde F. Major im Bombardier-Corps, in das er schon im Aug. 1795 wieder eingetheilt worden war. Das Mar. Theresien-Ritterkreuz erkämpfte er sich am Tage der Schlacht von Austerlitz (2. Dec. 1805). Der rechte von dem russischen General Bagration commandirte Flügel wurde bereits von der feindlichen Uebermacht zurückgedrängt. Truppen, welche die Weichenden aufnehmen und verstärken konnten, waren nicht da. Da commandirte F. die Oberfeuerwerker Schweikhardt und Petermüller mit ihren Batterien auf eine Anhöhe, von welcher ihr Geschütz den Feind bestreichen konnte. Schweikhardts Batterie, obgleich ohne Truppenbedeckung, eröffnete nun das Feuer und erzielte eine solche Wirkung, daß der Feind zurückwich. Mittlerweile war die zweite Batterie aufgefahren und that ein Gleiches. Die Truppen des General Bagration hatten nun Zeit gewonnen sich zu sammeln, um aufs neue in’s Treffen zu rücken. Im Mai 1807 wurde F. Oberstlieutenant, im Februar 1809 Oberst und Commandant des 2. Art.-Reg. und im April 1813 Generalmajor und Artillerie-Director im Hauptquartiere des Feldmarschall Fürsten Schwarzenberg. Als solcher zeichnete er sich bei Dresden und Kulm und namentlich bei der Beschießung Dresdens auf das rühmlichste aus, wurde aber so schwer verwundet, daß er seiner Stellung enthoben werden mußte. Nach seiner Genesung erhielt F. die Artillerie-Brigade in Lemberg. Am 5. Jänn. 1820 trat er in den Ruhestand, den er nur mehr 3 Jahre genoß, und 64 Jahre alt, im gleichen Alter wie sein Vater, starb.

Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, 4°.) S. 809 u. 1745. – Oestr. Militär-Konvers.-Lexikon. Herausg. von Hirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien 1852 u. s.) II. Bd. S. 555.