BLKÖ:Furlanetto, Giuseppe

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Furnaletti
Band: 5 (1859), ab Seite: 37. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 116874996, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Furlanetto, Giuseppe|5|37|}}

Furlanetto, Giuseppe (Philolog u. Archäolog, geb. zu Padua 30. Aug. 1775, gest. 2. Nov. 1848). Erhielt seine Bildung im bischöfl. Seminar zu Padua, war 1799 und 1800 Lehrer im Collegium der Cassinenser Mönche von San Giustina, 1805 Professor der Hermeneutik im Seminar zu Padua, 1808 Director desselben und 1817 Professor des Bibelstudiums an der Universität daselbst. 1819 nahm er die Entlassung, wurde Rector des gedachten Seminars, legte aber 1822 diese Stelle nieder. Nun unternahm er einige Reisen zu wissenschaftlichen Zwecken und beschäftigte sich ausschließlich mit literarischen Arbeiten. Im Einverständniß mit dem damals noch lebenden Verfasser besorgte er eine neue Ausgabe der Werkes von Morcelli[WS 1]: „De Stylo inscriptionum…“, 5 Bde. (Padua 1819–23,4°.). Zu Forcellini’s berühmtem „Lexicon totius latinitatis“, gab er 1816 einen „Appendice heraus, welcher an 1060 Wörter, die im Hauptwerke nicht aufgenommen waren, und 2770 Correcturen desselben enthält. Als im J. 1826 eine neue Ausgabe von Forcellinis Lexikon in London mit mehreren Zusätzen ausgegeben wurde, begann F. zu Padua in der Seminar-Druckerei eine neue Ausgabe dieses Werkes, worin alle bisherigen Ergänzungen berücksichtigt waren. Dieselbe (Oct. 1827 begonnen, 1831 beendet) enthielt 5000 neue Wörter, 10,000 Correcturen. Als sich in Este das Museum der Estensischen Alterthümer durch Geschenke der Privaten und die Sorgfalt der Comune gebildet hatte, übertrug der Podestà Vincenz Fracanzani an F. die Beschreibung dieses Museums, welche unter dem Titel: „Le antiche lapidi del Museo di Este illustrate“ (Padua 1837) zuerst selbständig, dann aber in kürzerer Fassung in F.’s Werke: „Le antiche lapidi patavine illustrate“ (Padua 1847) erschien, dessen Vollendung durch F.’s Tod unterbrochen wurde. Die neueren Zuwächse dieses Museums, etwa 20 Denkmäler, sind nebst den Zeichnungen von G. Valentinelli an A. W. Zumpt nach Berlin gesendet worden, der die „Commentt. epigraph. ad antiquit. roman. pert.“ herausgibt. Auch schrieb F. in der „Guida di Padova“ die Abtheilung, [38] welche die alte Geschichte Padua’s umfaßt. Schlüßlich gab F. einzelne Stücke der Werke von Petrarca nach Originalhandschriften mit Commentaren heraus. Er starb im Alter von 73 Jahren.

Gazzino (Gius.), Indice cronologico e bibliografico d’illustri Italiani (Mailand 1857, Silvestri, 8°.) S. 59. – Sorgato (Gaetano), Memorie funebri antiche e recenti (Padua 1856, Seminardruckerei) II. Bd. S. 35. – Nuvolato (Gaet.), Prefazione che serve di programma alla Storia d’ Este (Este 1850, Longo, gr. 8°.) S. 7, 9, 10. – Desselben Storia d’ Este e del suo territorio (Ebend. 1851, gr. 8°.) S. 599 u. f.Grabdenkmal. Das Marmordenkmal F.’s auf dem Paduaner Friedhofe trägt folgende, von dem als Schriftsteller bekannten Director des Paduaner Stadtarchivs Andrea Gloria verfaßte Inschrift: Sulle ceneri onorande | di | Giuseppe Furlanetto | Padovano | insigne filologo | morto il 2 Novembre 1848 | A. G. | A tanto nome riverente | questa memoria pose. |

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Morelli (Stefano Antonio Morcelli, Wikipedia, italienisch).