BLKÖ:Gáspár, Andreas

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 5 (1859), ab Seite: 91. (Quelle)
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Gáspár, Andreas (General in der ungarischen Insurrections-Armee 1848, geb. zu Kecskemet 1804). Sohn reformirter Eltern, trat in die östr. Armee, in welcher er bis 1848 zum Rittmeister im Hußaren-Regim. Kaiser Nikolaus Nr. 9 vorgerückt war. Beim Ausbruche des ungarischen Aufruhrs ward er seiner Fahne untreu und machte den Streifzug Mor. Perczels gegen General Roth mit. Bei Oedenburg u. Wieselburg schlug er sich mit hartnäckigem Widerstande und ging über die Mur; bei Domburu zerstreute er einen Haufen von 2000 Illyriern und verhinderte mit Gaal bei Friedau die gänzliche Umzinglung Perczels. Als Görgei das Commando von Vetter übernahm, trat G. als Commandant von Görgei’s Armeecorps auf. Am 2. April 1849 nahm er Hatvan mit Sturm u. wurde dafür Oberst. Bei Issaßeg drang G., nachdem der vierte Sturm den Ungarn gelungen war, eben vor, als die Kaiserlichen das Hauptquartier Gödöllö räumten. [92] Als jedoch Kossuth am 14. April in Debreczin die Republik ausrief, trat Gáspár, der einzige General, offen die Republik nicht anerkennend, aus den Reihen des abtrünnigen Heeres, in welchem übrigens die königliche Gesinnung vorherrschte. Als G. im Oct. 1849 vor das Arader Kriegsgericht gestellt wurde, wirkte letzterer Umstand wesentlich zur milderen Strafbestimmung mit, denn er wurde nach Verlust seiner früheren Officierscharge und des russischen Wladimir-Ordens zu zehnjähriger Festungsstrafe verurtheilt.

Levitschnigg (Heinrich Ritter von), Kossuth und seine Bannerschaft (Pesth 1850, Heckenast, 8°.) I. Bd. S. 126.