BLKÖ:Gasser, Peter Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 5 (1859), ab Seite: 94. (Quelle)
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Gasser, Peter Freiherr von (Generalmajor und Ritter des Mar. Theresien-Ordens, geb. in Wien 1760, gest. zu Brunn am Gebirge bei Wien 18. Dec. 1840). Trat 15. Juli 1778 als k. k. Cadet in’s Inf.-Reg. Tillier Nr. 14, wurde bald Fähnrich im Inf.-Reg. Kaiser, und 13. Mai 1784 Unterlieutenant. 31. August 1789 zu dem Kürassier-Regimente Graf Harrach Nr. 7 übersetzt, rückte er daselbst 16. Oct. d. J. zum Oberlieutenant vor und kam 1. April 1790 in gleicher Eigenschaft in’s Chevauxlegers-Regiment Kaiser Leopold II. Nr. 1 (jetzt Uhlanen-Regiment Nr. 6). Mit demselben hatte er die französischen Revolutionskriege, theils bei der Armee in Deutschland, theils in Italien, mitgemacht, und war den 19. Febr. 1793 zum zweiten, am 4. December 1796 zum ersten Rittmeister befördert worden. In der Affaire bei Romano 26. Mai 1800 gab er Proben eines unerschütterlichen Muthes. Es wurde eine Escadron zur Unterstützung der Vorposten ausgeschickt. G. rückte sogleich freiwillig vor und langte in dem Augenblicke an, als die Vorposten geworfen, Generalmajor Graf Palffy tödtlich verwundet und der Vorposten-Commandant Baron von Vecsey durch einen Säbelhieb blessirt wurde. G. hielt Stand; schon hatte seine Escadron 49 Pferde verloren; er behauptete den Platz, hielt den überlegenen Feind eine Stunde lang auf, so [95] daß die rückwärts stehenden Truppen Zeit hatten sich zu ordnen. Zwei Pferde wurden G. unterm Leibe erschossen, er selbst von einer Kugel durchbohrt, dennoch blieb er an der Spitze seiner Truppe, welche er immer wieder zu neuen Attaquen anfeuerte, bis ihn ein Schuß in die linke Hand zwang, das Schlachtfeld zu verlassen. Erst Ende Febr. 1801 genas er von seinen Wunden. Nun rückte er bei seinem Regimente ein, zeichnete sich wieder bei Arlon 9. Juni 1801 aus. Erst griff er die feindliche Infanterie mit siegreichem Erfolge an und ging dann den vorrückenden Cavallerie-Colonnen mit einer Division Kinsky-Chevauxlegers entgegen und vollführte eine so glänzende Attaque, daß das Regiment Grenadier à cheval theils aufgerieben, theils in die Flucht geschlagen wurde. Obwohl G. in dieser Attaque einen Säbelhieb über den ganzen Kopf bekam, hielt er doch den Kampf aus, bis die That vollbracht war. G. erhielt für seine Waffenthaten in der 68. Promotion (5. Mai 1802) das Ritterkreuz des Mar. Theresien-Ordens, mußte aber wundenhalber (15. Sept. 1803) in Pension treten, worauf er 4. Juli 1804 den Majorscharakter ad honores erhielt. Schon im Nov. 1805 trat er wieder in active Dienste, am 1. März 1806 neuerdings in Ruhestand, bis ihn das J. 1809 abermals in’s Feld rief. Er rückte nun zum Oberstlieutenant (24. Mai 1813), zum Oberst (März 1814) vor, trat aber am 16. Sept. 1819 bleibend in den Ruhestand mit Generalmajors-Charakter über, genoß denselben noch 21 Jahre und starb im Alter von 80 und nicht, wie das Militär Conversations-Lexikon meldet, von 90 Jahren.

Hirtenfeld (J. Dr. ), Der Militär-Maria Theresien-Orden (Wien 1857, Staatsdruckerei, 4°.) S. 737. – Oestr. Militär-Konversat.-Lexikon. Herausgeg. von Hirtenfeld und Dr. Meynert (Wien 1851) II. Bd. S. 621. – Freiherrnstands-Diplom vom 20. März 1807. – Wappen. Blau und gold gevierteter Schild. 1 u. 4 ein ausgerissener Palmenbaum, welcher von zwei aus dem Schildesrande hervorgebenden blank geharnischten Armen gehalten wird. 2 u. 3 ein rechtsschräger rother Querbalken. Den Schild deckt die Freiherrnkrone, darauf ein in’s Visir gestellter Turnierhelm, aus dessen Krone fünf einwärts gebogene Straußenfedern hervorragen, von denen die 1., 3. u. 5. gold, die 2. blau, die 4. roth ist.