BLKÖ:Gazola (Gazzola), Johann Baptist conte

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Gazzaniga, Joseph
Band: 5 (1859), ab Seite: 115. (Quelle)
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Gazola auch Gazzola, Johann Baptist conte (Naturforscher, geb. in Verona in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, gest. nach 1822). Von wohlhabenden Eltern; betrieb nach beendeten Studien aus Vorliebe die Naturgeschichte, u. sammelte in dieser Richtung. Nachdem er die Sammlungen von Jakob Dionisi und Vincenz Bozza, deren letztere über 700 Prachtstücke Ichthyolithen[WS 1] vom Berge Bolca enthielt, an sich gebracht, vermehrte er seine eigene derart, daß sich der Ruf ihrer Schönheit weit verbreitete. Als Bonaparte, damals General in Italien, davon Kenntniß erhielt, mußte G. die ganze Sammlung abtreten, und [116] sie wanderte nun nach Paris, wo sie mit den dort schon bestehenden vereinigt wurde. Nun kaufte G. die Sammlung Ronconi und ließ auf eigene Kosten nach Versteinerungen an solchen Orten graben, welche durch zeitweilige Funde eine ergiebige Ausbeute versprachen, so daß G. zwei Jahre später wieder eine Sammlung von 1200 Ichthyolithen[WS 2] besaß, welche unter ihrem gegenwärtigen Besitzer, dem Sohne Gazzola’s, über 2000 stieg und so reich ist an Prachtstücken, daß Dandolo über die Sammlung wörtlich schreibt: „onde il suo museo ha voce di vincere le stesse Collezioni dei gabinetti imperiali di Vienna e di Parigi“. G. hat über Ichthyologie[WS 3] mehrere Abhandlungen in gelehrten Vereinsschriften und einige Festgedichte veröffentlicht; ferner erschienen von ihm: „Dialogo sopra i nitri“, gedruckt 1797 über Auftrag der demokratischen Central-Regierung in Verona und wiedergedruckt in Mailand; und folgende Biographien und Nekrologe: „Discorso in morte del co. Marco Marioni“ (Verona 1796); – „Elogio di S. Filippo Neri“, im VII. Bde. der von Rubbi bei Marcuzzi in Venedig herausgegebenen „Elogii italiani“; – „Orazione di morte di Giovanni Matteo Padovani nobile veronese“ (1800); – „L’Elogio di Antonio Cagnoli (1822). Als Ludwig XVIII., aus Frankreich verbannt, unter dem Namen eines Grafen von Lilla im Auslande lebte, genoß er während seines Aufenthaltes in Verona in G.’s Hause eine so gastliche Aufnahme, daß er, als er wieder den Thron seiner Väter bestieg, G. in dankbarer Erinnerung an jene Tage das Commandeurkreuz der Ehrenlegion schickte. Wann G. gestorben, ist nicht bekannt. 1822 lebte er noch.

Dandolo (Girol.), La caduta della repubblica di Venezia ed i suoi ultimi cinquant’ anni. Studii storici (Venedig 1857, Naratovich, 8°.) Appendice S. 127.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Ichtyoliten.
  2. Vorlage: Ichtyolithen.
  3. Vorlage: Ichtyologie.