BLKÖ:Gfall, Anton

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Geyling, Joseph
Band: 5 (1859), ab Seite: 166. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 129111554, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Gfall, Anton|5|166|}}

Gfall, Anton (Maler, geb. im Kaunserthal im Tyroler Bezirk Ried 7. Oct. 1725, gest. zu Wien 1770[WS 1]). Seiner Neigung für die Kunst folgend, ging er nach Wien, bildete sich an der Akademie und erhielt sich durch Zeichnenunterricht, den er im Waisenhause am Rennweg ertheilte; später arbeitete er unter Antonio Galli da Bibiena (s. d. S. 70 d. Bds.) und in Paris unter dem königl. Architekten und Maler Servandoni. 1757 wurde er Mitglied der Akademie. Er verlegte sich vorzüglich auf Perspectiv- und Historienmalerei und leistete in beiden bemerkenswerthe Arbeiten. Er machte Reisen nach Deutschland, Frankreich, Italien; einem Rufe nach Rußland als Theatermaler folgte er nicht, sondern blieb in Wien. Seine Arbeiten sind hie und da zerstreut, Fresken und Altarblätter in der Augustinerkirche zu Bruck an der Leitha, in der Capelle des Schlosses in Rötz, bei den Paulinern in Hernals; in der Schloßcapelle zu Preßburg; im Speisesaal des Klosters Fürstenzell; eine „Unbefleckte Empfängniss Mariä“, Altarbild in Karlstadt; – „Die Steinigung des heiligen Stephan“, Hochaltarbild für die Pfarre in Salzbach; große und zahlreiche Fresken im Bibliotheksaal des Klosters Viktring bei Klagenfurt und im Speisesaal ebenda. Vortreffliches leistete G. in der Decorationsmalerei, und De Luca zählt Mehreres im unten bezeichneten Werke auf. Auch hatte G. einen Plan zur Verschönerung und Erweiterung der kais. Hofburg in Wien entworfen, wodurch diese ihrem Aeußern nach in eine wahrhaft kaiserl. Residenz wäre umgestaltet worden, jedoch kam es nicht zur Ausführung. Im besten Alter – mit 45 Jahren – raffte der Tod den Künstler dahin.

[De Luca] Das gelehrte Oesterreich. Ein Versuch (Wien 1778) I. Bdes. 2. St. S. 304. – Müller (Fr.), Die Künstler aller Zeiten u. Völker (Stuttgart 1857, Ebner u. Seubert, Lex. 8°.) II. Bd. S. 191. – Tirolisches Künstler-Lexikon (Innsbruck 1830, F. Rauch) S. 62. – Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer und Czikann), (Wien 1835) II. Bd. S. 369 [nach dieser heißt er Anton]. – Staffler (Johann Jakob), Das deutsche Tirol und Vorarlberg, topogr.... (Innsbruck 1847, Rauch, 8°.) I. Bd. S. 217. – Fueßli, Allg. Künstler-Lexikon ... I. Bd. S. 435. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgem. Künstler-Lexikon (München 1835, 8°.) V. Bd. S. 125 [nach diesen beiden führt er den Vornamen Johann]. – Meusel (J. G.), Teutsches Künstler-Lexikon ... I. Bd. S. 288. – Gräffer gibt 1770 als sein Todesjahr an; jedoch hat G. noch für die Kunstausstellung 1771 ein Basrelief grau in Grau gemalt; es ist also obiges Todesjahr zweifelhaft.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Nach Anderen gestorben 1799.