BLKÖ:Gilm, Hermann von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Ginowsky (Maler)
Band: 5 (1859), ab Seite: 186. (Quelle)
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Gilm, Hermann von[BN 1] (lyrischer Dichter, geb. zu Innsbruck 1. Nov. 1812). Stammt von adeligen Eltern, studirte in seiner Vaterstadt und trat nach beendeten Rechtsstudien in kaiserliche Staatsdienste (1837). Nach mehrjähriger amtlicher Thätigkeit in seinem Heimatlande, kam er 1850 in die Residenz zum Ministerium des Innern und von da 1856 als Statthalterei-Secretär nach Linz in Oberösterreich, wo er noch gegenwärtig sich befindet. Frühzeitig entwickelte sich seine Neigung zur Poesie, die in der großartigen Natur seines Heimatlandes einen urwüchsigen Charakter annahm. Die Aufmerksamkeit des größeren Publicums richtete sich auf ihn, als er einige Gelegenheits-Gedichte veröffentlichte, unter denen jenes an Professor Wessely zum Abschiede von seinen Schülern in Innsbruck (11. Nov. 1835) durch Form und Tiefe des Gefühls besonders hervorragt. Ist es vorzugsweise die Gelegenheit, die, wenn ihr etwas Poetisches innewohnt, G. durch die Weihe des Gesanges zu verherrlichen versteht, so ist er nicht minder glücklich im Liede, worin er sich in voller Freiheit zu den herrlichsten Tönen emporschwingt und ihm jenen Charakter verleiht, der es alsbald in den Volksmund übergehen läßt, was insbesondere von seinen Dichtungen aus den J. 1845–47 gilt. Der öfter gefaßte Entschluß, seine gesammelten Gedichte herauszugeben, wodurch der österr. Parnaß um einen wahren Schatz bereichert würde, scheint unter den Geschäften seines [187] amtl. Berufs gescheitert zu sein. Seine Arbeiten sind in Zeitungen und Almanachen zerstreut; viele, gedichtet zu festlichen Gelegenheiten, befinden sich als Manuscript gedruckt in Händen seiner Freunde. Einen Cyclus der lieblichsten Lieder unter dem Titel: „Märzen-Veilchen“ brachte in neuerer Zeit (1856) die Linzer Zeitung.

Truska (Heliodor), Frühlings-Album. Zur Vermälungsfeier Ihrer Majestäten des Kaisers Franz Joseph und Elisabeth (Wien 1854). – Scheyrer(Ludw.), Die östr. Schriftsteller (Wien 1856, Zamarski) S. 451. – Adels-Diplom vom 23. Mai 1739. Den Adel erhielt Franz Joseph Gilm, Untervoigt und Rentmeister der Herrschaften Bludenz und Sonnenberg. – Wappen. Gevierteter Schild. 1 u. 4 in Silber ein natürlicher auf grünem Rasen nach rechts schreitender Löwe mit offenem Rachen, ausgeschlagener rother Zunge, doppelt gewundenem Schweife, in der rechten Pranke den rechtsgestellten rothen Buchstaben G. vor sich haltend; 2 u. 3 in Blau über einem dreihügeligen grünen Rasen ein freischwebender sechseckiger goldener Stern. Auf dem Schilde ein rechtsgestellter offener Turnierhelm, aus dessen Krone zwei rund zu einander laufende, zur Hälfte abwechselnd blau und silber abgetheilte, mit den Spitzen nach außen gekehrte Elephantenrüssel emporwachsen, zwischen welchen sich der rechtsgekehrte Löwe mit dem G. der Felder 1 und 4 erhebt.

Berichtigungen und Nachträge

  1. Gilm, Hermann [s. d. Bd. V, S. 186], gestorben zu Linz 31. Mai 1864. An diesem trefflichen Lyriker Oesterreichs bewährt sich wieder der alte Reimspruch: Im Leben unbekannt, im Tode vielgenannt. Gilm ist nicht, wie es in der ersten, im V. Bande dieses Lexikons abgedruckten Lebensskizze steht, zu Innsbruck im Jahre 1812, sondern zu Rankweil in Vorarlberg im Jahre 1813 geboren. Bei seinen Lebzeiten erschien nur eine ganz kleine, auf das Schützenthum bezügliche Sammlung, welche er als Festgabe zum Tirolerschießen im Jahre 1863 unter dem Titel: „Tiroler Schützenleben“, veröffentlicht hat. Sonst kam er nie dazu, eine Sammlung seiner herrlichen Lieder zu veranstalten. Erst nach seinem Tode fand sich eine Freundeshand und gab „Gedichte von Hermann von Gilm“, 1. Band (Wien 1864, Gerold’s Sohn, 8°.), heraus, es steht sonach ein zweiter zu erwarten. Sein Schwanengesang war ein herrliches, in der Linzer Zeitung (19. Februar 1864) abgedrucktes Gedicht, betitelt: „Das Adoptivkind“. „Gilm’s Gedichte“, wie ein Kritiker treffend bemerkt, „geben von einem Geiste Zeugniß, der sich frei über die drückende Schwüle erhob, die auf jenen Thalschluchten (Tirols) lagert; seine Poesie ist nicht mehr jene nachtwandelnde Nonne, die im Reiche ihrer Töne schwelgt, sie ist die Braut jenes Heldenjünglings, der ihr auch über die Berge die deutsche Rechte reicht“. Seit 1861 verheirathet, ließ der Verewigte die Witwe mit zwei unmündigen Kindern zurück.
    Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber) 1864, Nr. 1102. – Allgemeine Zeitung (Augsburg, 4°.) Jahrg. 1864, Beilage zwischen Nr. 164–170 der Nekrolog; zwischen Nr. 353 bis 359, über die Gedichte. – Oesterreichische Wochenschrift für Wissenschaft, Kunst und öffentliches Leben. Beilage der amtlichen Wiener Zeitung (Wien, gr. 8°.) 1864, Nr. 24, S. 756. – Didaskalia (Frankfurter Unterhaltungsblatt, 4°.) 1864, Nr. 154. – Baierische Zeitung (München, 4°.) 1864, Morgenblatt Nr. 167 u. 168. – Wiener Chronik. Sonntags-Abendblatt der Const. österreich. Zeitung (Wien, gr. 4°.) 1865, Nr. 27. – Botzner Zeitung 1864, Nr. 136. – Der Botschafter (Wiener politisches[WS 1] Blatt) 1864, Nr. 312 [eine vortreffliche Charakteristik des Lyrikers Gilm von K. v. Thaler]. – Linzer Zeitung 1864, Nr. 272: „Vom heimischen Parnaß“. – Der Wanderer (Wiener politisches Blatt) 1864, Nr. 313: „Ein Dichter aus Tirol“. Von J(ohannes) N(ordmann). – Das Vaterland (Wiener polit. Blatt) 1864, Nr. 272. – Gedichte an Gilm. An poetischen Nachrufen als Gilm gestorben, hat es nicht gefehlt. Die Linzer Zeitung 1864, Nr. 129, und der Linzer Abendbote 1864, Nr. 125 u. 126, haben deren veröffentlicht. [Bd. 14, S. 458.]

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: politsches.