BLKÖ:Gondrecourt, Leopold Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Gordon, Marie
Band: 11 (1864), ab Seite: 417. (Quelle)
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* Gondrecourt, Leopold Graf (General-Major, geb. um das Jahr 1820). Entstammt einer alten Familie des Herzogthums Bar in Lothringen, welche von Kaiser Karl VI. mit Diplom vom 27. April 1711 in der Person des kais. General-Majors Adam von Gondrecourt in den Grafenstand erhoben wurde. Graf Leopold trat im Jahre 1838 als Cadet in das Infanterie-Regiment Graf Latour Nr. 28, kam 1840 als Lieutenant in das Tiroler Kaiser-Jäger-Regiment, aus welchem er 1845 als Oberlieutenant in sein früheres Regiment zurückkehrte. Im Jahre 1848 war er bereits Hauptmann, bald darauf Major und Corps-Adjutant bei dem Grafen Clam-Gallas, in welcher Eigenschaft er im Jahre 1850 für sein braves Verhalten mit der Kriegsdecoration des Militär-Verdienstkreuzes ausgezeichnet wurde. Im Jahre 1854 rückte er zum Oberstlieutenant vor und wurde zugleich Adjutant bei dem 2. Cavallerie-Corps. Am 28. Februar 1857 zum Obersten befördert, wurde er unter Einem Vorstand der 1. Abtheilung des Landes-Generalcommando’s zu Lemberg, übernahm aber im J. 1859 das Commando des 13. Infanterie-Regiments Prinz Gustav Hohenlohe, welches er schon im folgenden Jahre mit jenem des 23. Infanterie-Regiments Freiherr von Airoldi vertauschte. Am 13. August 1863 wurde Graf Gondrecourt General-Major und Brigadier und als solcher dem 1. Armeecorps in Prag zugetheilt. Als nach dem Tode des Königs Friedrich VII. von Dänemark die schleswig-holsteinische Frage zur Lösung drängte und von Seite Oesterreichs und Preußens die Inpfandnahme beider Herzogthümer beschlossen ward, wurde General-Major Graf Gondrecourt mit der Führung der österreichischen Reserve bei dem Bundes-Executionsheere für Schleswig-Holstein gegen Dänemark betraut. Die heldenmüthige Erstürmung von Oberselk und der Bastion am Königsberge am 3. Februar 1864 hat den Regimentern Martini und König von Preußen, ferner dem 18. Jäger-Bataillon – welche die 6. Brigade bildeten – wie ihrem Führer, dem [418] General-Major Grafen Gondrecourt, ihren unvergänglichen Antheil an dem Ruhme dieses Feldzuges gesichert. Noch sei hier bemerkt, daß der Graf im Jahre 1848 dem unglücklichen Kriegsminister Grafen Latour zugetheilt war und ihm an dem verhängnißvollen 6. October treu zur Seite geblieben, bis sich derselbe in das Versteck zurückzog, aus welchem gerissen, er dann durch ruchlose Mörderhand fiel. Schon im Jahre 1851 erhielt der Graf die Kriegsdecoration des kais. russischen St. Wladimir-Ordens, im Jahre 1854 aber bei der großen Revue in Olmütz von Kaiser Nikolaus den St. Stanislaus-Orden 2. Classe. Im Jahre 1861 wurde ihm die Kämmererwürde verliehen.

Waldheim’s illustrirte Blätter (Wien, gr. 4°.) 1864, Nr. 9, S. 71 [S. 65 Gondrecourt’s Porträt]. – Fremden-Blatt (Wien, 4°.) 1864, Nr. 40.