BLKÖ:Grisi, Carlotta

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Grisi, Judith
Band: 5 (1859), ab Seite: 357. (Quelle)
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Grisi, Carlotta (Tänzerin, geb. im Mailändischen um das J. 1815). Nichte der [[BLKÖ:Grisi, Julia| und Judith G. (siehe die Folgenden). Sie war beim Ballet in Wien, ohne eben beachtet zu werden, als Perrot auf einer seiner Reisen sie in Wien tanzen sah und ihr Talent erkannte. Er nahm sich ihrer an, ertheilte ihr Unterricht, und nun entwickelte sich das Talent Carlotta’s zu künstlerischer Vollendung. Sie begleitete seitdem ihren Lehrer auf seinen Reisen, trat mit ihm auf, und wurde die Genossin seiner Triumphe und später seine Gemalin. Zu Paris trat sie zuerst mit Perrot im Théâtre de la Renaissance im Ballet „Le Zingaro“ auf, und errang einen glänzenden Erfolg, welcher sich noch steigerte, als sie später im Théâtre de l’Opera tanzte. – Ernestina (Sängerin, geb. zu Mailand 1818). Schwester der Vorigen. Die musikalische Ausbildung erhielt sie in Mailand. Seit 1836 reiste sie mit Julia und Judith in Italien, wo sie mit ihnen zugleich, namentlich mit letzterer, auf mehreren Bühnen auftrat; so z. B. sang sie in „Romeo und Julie“, wenn Judith den Romeo gab, die Parthie der Julie, oder in der „Norma“ die Adalgisa, wenn Julie die Norma sang. Sie ließ sich auf vielen [358] Bühnen Italiens hören, auf welches Land übrigens ihre Triumphe sich beschränken. Im J. 1848 hatte sie glänzenden Erfolg in Neapel.

Ueber Carlotta: Gautier (Theophile), Galerie des artistes dramatiques de Paris. – Nouvelle Biographie générale ... publiée sous la direction de Mr. le Dr. Hoefer (Paris 1852) XXII. Bd. Sp. 123. – Porträte. 1) Stahlstich von Alboth (Leipzig, Baumgärtner, gr. 4°.). Beilage zur Leipziger Moden-Zeitung. Copie nach einer Pariser Lithographie von Alophe. – 2) Ein anderes Porträt, als Costumebild im Ballet- „La Peri“ enthält die Pariser Zeitung „l’Illustration.“ – Ueber Ernestina: Gallois (N.), Théâtres et Artistes dramatiques de Paris. – Schilling (Gust. Dr.), Das musikalische Europa (Speyer 1842, Neidhard, gr. 8°.) S. 126. – Gaßner (F. S. Dr.), Universal-Lexikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, F. Köhler, Lex. 8°.) S. 381.