BLKÖ:Groll, Adolphus a Sancto Georgio

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Grois, Alois
Band: 5 (1859), ab Seite: 365. (Quelle)
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Groll, Adolphus a Sancto Georgio (Bischof von Raab und gelehrter Piarist, geb. zu Kremsier in Mähren 1681, gest. zu Raab in Ungarn 24. Nov. 1743). Trat, 16 Jahre alt, in den Orden der Piaristen und verlegte sich insbesondere auf das Studium der europäischen und orientalischen Sprachen. Nach abgelegter Profeß lehrte er in mehreren Collegien seines Ordens, bis er Rector im Josephstädter Collegium in Wien wurde. Daselbst ließ er die schöne noch stehende Piaristenkirche Maria Treu erbauen; als Kanzelredner erwarb er sich aber durch seine gehaltvollen Vorträge solch’ einen Ruf, daß ihn der damalige Bischof von Wien, Ferdinand von Rummel, zu seinem Beichtvater wählte, welche Stelle er auch bei Rummels Nachfolger, dem ersten Erzbischöfe Wiens Sigmund Grafen von Kollonitsch beibehielt. 1724 reiste er in Geschäften seines Ordens nach Rom und ging aus der Wahl des dort abgehaltenen General-Capitels als General des gesammten Ordens der frommen Schulen hervor. Kaiser Karl VI. berief Groll 1733 auf den erledigten bischöfl. Stuhl zu Raab in Ungarn, nachdem er ihm früher schon das Bisthum in Wiener-Neustadt zugedacht hatte. Als Bischof von Raab, obgleich bereits 52 Jahre alt, fand er es doch angemessen, die ungar. Sprache zu erlernen, um auf das Volk in der ihm eigenen Sprache wirken zu können. Zehn Jahre bekleidete er die bischöfl. Würde, als ihn der Tod im Alter von 62 Jahren seiner Gemeinde entriß. G. war ein ausgezeichneter Kirchenfürst, in der verhältnißmäßig kurzen Zeit seines Wirkens als Bischof verwendete er 90,000 fl. zur Unterstützung armer Pfarren und der Piaristen-Zöglinge im Raaber Seminar. G. war auch theol. Schriftsteller, u. z. Exeget und Orientalist. Von ihm erschienen: „ץד ולאוף‎“, d. i. Der Lehrer und der Zeuge (Wien 1708, 4°., und später zu Frankfurt 1711); – die Psalmen Davids mit einer Erklärung und Phraseologie des hebräischen Textes (1747), beide Schriften in lateinischer Sprache.

Archiv für Geschichte, Statistik, Liter, u. Kunst. XV. Jahrg. (Wien 1824, 4°.) Nr. 152, 153. – Schaller (Jaroslaus), Kurze Lebensbeschreibungen jener verstorbenen gelehrten Männer aus dem Orden der frommen Schulen, die sich durch ihr Talent etc. ausgezeichnet haben (Prag 1799, 8°.) S. 58. – Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer und Czikann) (Wien 1837) II. Bd. S. 426.