BLKÖ:Guasco, Peter Alexander Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 6 (1860), ab Seite: 10. (Quelle)
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Guasco, Peter Alexander Graf (Feldzeugmeister und Ritter des Mar. Theresien-Ordens, geb. 1714, gest. zu Prag 1780). Bruder des Vorigen; trat 1742 in kaiserliche Dienste. 1752 ward er Oberst bei Wied-Infanterie Nr. 28. Bei Kollin commandirte er die Grenadiere und wirkte durch sein Beispiel auf diese Truppe, ebenso bei Moys (7. Sept. 1757); bei der Belagerung von Schweidnitz waren seine Verfügungen in den Tranchéen von entscheidendem Nutzen. Bei Breslau (22. Nov.) vereitelte eine gut durchdachte und glücklich ausgeführte Bewegung die gefahrdrohende Absicht des Feindes. Am 22. Jänner 1758 rückte er zum General-Major vor, kam zur Reichsarmee und setzte das zum Waffenplatze für diese Armee bestimmte Erfurt in kürzester Zeit in Vertheidigungsstand. Da es jedoch nicht hinreichend mit Truppen besetzt war, mußte er es beim Anrücken der Preußen am 28. Februar denselben gegen freien Abzug übergeben; aber schon wenige Tage später (4. März) lieferte er dem Feinde das siegreiche Treffen zwischen Frauenwalde und Glashütte. In der fünften Promotion (23. Jänner 1760) erhielt er als Anerkennung für seine Waffenthaten das Ritterkreuz des Mar. Theresien-Ordens, nachdem er schon Ende 1759 zum Feldmarschall-Lieutenant ernannt worden war. 1771 rückte er zum Feldzeugmeister vor, erhielt während des bairischen Erbfolgekrieges das Commando von Prag und traf für alle Fälle entsprechende Vertheidigungsanstalten. In dieser Stellung ereilte ihn der Tod im 66. Jahre.

Oesterr. Militär-Konversations-Lexikon. Herausg. von J. Hirtenfeld (Wien, in Kommission bei Gerold, gr. 8°.) Bd. II, S. 810. – Hirtenfeld (J.). der Militär-Mar. Theresien-Orden (Wien 1856, Staatsdruckerei, gr. 8°.) S. 110, 1729. – Ueber einen dritten Bruder der Obengenannten, Octavian, siehe: Mémoires de l’Académie des Inscriptions tome XLV (Paris, 4°.).