BLKÖ:Gyalogi, Johann

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Gverin, Franz
Band: 6 (1860), ab Seite: 54. (Quelle)
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Gyalogi, Johann (Schriftsteller und Priester der Gesellschaft Jesu, geb. zu Gyöngyös 6. Jänner 1686, gest. zu Ofen 29. Mai 1761). Trat, 16 Jahre alt – 1701 – in den Orden der Gesellschaft Jesu, vollendete die Philosophie zu Tyrnau, lehrte dann selbst drei Jahre hindurch in Güns, und Ein Jahr in Klausenburg. Auf seinen Wunsch des Lehramtes enthoben, widmete er sich dem Predigeramte und bekleidete dasselbe durch 34 Jahre in Ungarn und Siebenbürgen, und wurde seiner schönen, in der Landessprache gehaltenen Kanzelreden wegen der ungarische Cicero genannt. In Tyrnau und Klausenburg war er in der Zwischenzeit 4 Jahre hindurch Gymnasialdirector. Bei zunehmender Körperschwäche trat er in den Ruhestand, war aber 9 Jahre lang der Beichtiger seiner Ordensbrüder. Zuletzt übersiedelte er nach Ofen, wo er auch im Alter von 75 Jahren starb. Er hat in lateinischer und ungarischer Sprache geschrieben. Die Schriften in ersterer, theils Reden, theils epische und elegische Dichtungen, zählt Stoeger in dem unten bezeichneten Werke auf; aus ihnen ist besonders anzuführen: „Opusculum orthographicum de ratione recte scribendi et pronunciandi“ (Tyrnau 1730) – und „Concionum volumina VI“ (Kaschau 1753). Die Zahl seiner Abhandlungen in ungarischer Sprache erhebt sich nach Danielik auf 54, sie enthalten neben Vorträgen über verschiedene Gegenstände auch Leichenreden und Predigten. Im vorgerückten Alter, als seine eigene schöpferische Kraft erlahmt war, unternahm er es, die Predigten seines Ordensbruders Stephan Csete, 1611 an der Zahl, zu ordnen. Er theilte sie in 36 Bände ab und gab dann einen: „Panegyrici Sanctorum Patronorum Regni Hungariae ...“ in ungarischer Uebersetzung (Kaschau 1754 und nicht, wie Stoeger angibt, 1650, Fol.) heraus.

A Kolosvári rom. kath. nyilvános teljes Gymnasium evkönyvei VII fuzet 1857/58, d. i. Jahresberichte des röm. kath. Gymnasiums zu Klausenburg. VII. Bericht [daselbst seine ausführliche Lebensskizze S. 5–18, als Todesjahr wird 1754 angegeben]. – Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjték Ferenczy Jakab és Danielik József, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Von Jacob Ferenczy und Joseph Danielik (Pesth 1856, Gustav Emich) S. 171. – Horányi (Alexius), Memoria Hungarorum et Provincialium scriptis editis notorum (Wien, Jos. Löwe, 8°.) Bd. II, S. 53. – Stoeger (Joh. Nep.), Scriptores Provinciae austriacae Societatis Jesu (Wien 1856) S. 115.