BLKÖ:Höfel, Johann Nepomuk

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 9 (1863), ab Seite: 97. (Quelle)
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Höfel, Johann Nepomuk (Historienmaler, geb. zu Pesth 1786, Todesjahr unbekannt, lebte noch 1840[1]). [98] Aelterer Bruder des Blasius [s. d. Vorigen]; besuchte die Schulen und studirte bereits die Philosophie, als er sich aus eigenem Antriebe der Kunst zuwendete und von Joseph Krafft, dem Vater des berühmten Geschichtsmalers Peter Krafft, die erste Anleitung in der Geschichtsmalerei erhielt. Im Jahre 1804 trat er in die Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er seine künstlerische Ausbildung vervollständigte und im Jahre 1811 einen kleinen und einen großen akademischen Preis erhielt, letzteren für sein Bild: „Aegeus erkennt seinen Sohn Theseus bei der Tafel am Schwerte“. Nun arbeitete er fleißig und legte sich Geld zurück zu einer Reise in’s gelobte Land der Kunst, welche er auch 1818 über Triest bis nach Neapel unternahm, auf welcher Künstlerfahrt er in allen Städten, einst durch ihre Malerschulen berühmt, Halt machte und dann über Tirol und München nach Wien zurückkehrte. H. übte die geschichtliche und in dieser vornehmlich die religiöse Malerei aus und arbeitete sehr viel für Kirchen in Niederösterreich, Mähren und Ungarn. Er hat wenig ausgestellt, weil er seine meist bestellten Arbeiten sogleich abzuliefern pflegte. Bekannt geworden sind von ihm folgende Bilder: „Die Söhne des Diagoras von Rhodus, als Sieger in den olympischen Spielen“ (9′ H.), welches in der Ausstellung des Jahres 1820 zu sehen war; – „Der H. Christoph“ (10′ H.), auf Eisenblech für die Stadt Pesth; – „Der H. Martin“, Hochaltarblatt; – „Der H. Anton von Padua“, Seitenaltarblatt, beide für die neu erbaute Kirche zu Fonsell in Ungarn; – „Der H. Stephan“. Altarblatt für die Kirche in Palota; – „Der H. Aegydius“, nach Joslowitz in Mähren; – „Der H. Erzengel Michael“, für die Kirche des Marktes Ort; – „Der H. Magdalena Verklärung“, für die Kirche zu Enzersdorf bei Brunn im Gebirge nächst Wien (nicht wie es bei Nagler heißt: Brünn); – „König Mathias Corvinus“, in Lebensgröße, für Pesth; – „Die unbefleckte Empfängniß Mariä“, im Auftrage des Grafen Zichy für die Kirche in Varsan; – „Der H. Adalrich“; – „Die Krönung Mariä“, zwei Altarblätter für Heybach in Oberösterreich; – „Erzengel Michael den Satan in den Hüllenpfuhl stürzend“, für die Kirche des Marktes Wullersdorf; – „Christi Geburt“, für Zierotin in Mähren; – „Der H. Aegydius“, für die Pfarrkirche zu Bistriz; die letzten drei im Jahre 1828 vollendet. In früherer Zeit beschäftigte sich H. viel mit Porträtmalerei, und ist von ihm ein treffliches Bild des Patriarchen von Venedig, Ladislaus Pyrker, vorhanden; ja die Ausstellung in Wien des Jahres 1840 zeigte sogar ein Stillleben von seiner Hand. Werke seines Pinsels sind ferner die 24 Figuren auf Goldgrund in den Zimmern, welche die Kaiserin Maria Louise bewohnte; mehrere Altarblätter in Gißhübel bei Wien, Bisamberg, Ragendorf im Marchfelde. Inzersdorf am Wienerberge, Napagedl in Mähren (3 Bilder, 1825 gemalt) und Pinkafeld (2 große Bilder. 1826 gemalt). Höfel’s Bilder weisen ihm eine ehrenvolle Stelle in Oesterreichs Kunstgeschichte an.

Archiv für Geschichte. Statistik. Literatur und Kunst (von Hormayr), Jahrgang XVII (1826), Nr. 116 und 117; XIV. Jahrgang (1823), S. 218 [zu Ende der Lebensskizze seines Bruders Blasius]. – Die Künstler aller Zeiten und Völker. Begonnen von Prof. Fr. Müller, fortgesetzt von Dr. Klunzinger (Karlsruhe 1857. Ebner und Seubert, gr. 8°.) Bd. II, S. 388. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München, 8°.) Bd. VI, S. 210 [nach diesem geb. 1788]. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann Bd. II, S. 594.

Berichtigungen und Nachträge

  1. Höfel, Johann Nepomuk [s. d. Bd. IX, S. 97], gestorben zu Wien im Jänner 1864.
    Zellner, Blätter für Musik, Theater u. s. w. (Wien, 4°.) 1864, Nr. 8. [Wenn ich als Autor meines Lexikons eine Bitte an seine zahlreichen Benützer stellen darf, so ist es die, mich ebenso gewissenhaft zu nennen, wenn ganze Seiten desselben benützt werden, wie es geschieht, wenn einmal ein Irrthum entdeckt wird, wie dieß bei Johann Höfel der Fall war, bei dem ich mir beikommen ließ, zu sagen, daß mir sein Todesjahr unbekannt sei. Und es war doch richtig so, da er ja damals, als seine Lebensskizze in meinem Lexikon erschien, noch gar nicht gestorben war.] [Bd. 11, S. 432.]