BLKÖ:Haanen, Georg van

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Haanen, Remy van
Band: 6 (1860), ab Seite: 100. (Quelle)
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Haanen, Georg van (Landschaftsmaler, geb. zu Utrecht 1807). Gehört einer berühmten belgischen Malerfamilie an. Sein Vater Caspar van H. war selbst Maler, sein Bruder Remy (s. d. Folgenden) ist gleichfalls Landschafter, eine seiner Schwestern, Elisa, verehelichte Kiers (gest. 1848), war Genre-, die zweite, Adrienne, welche in Amsterdam lebt, ist Blumenmalerin. Den ersten Unterricht in der Kunst erhielt er von seinem Vater. Seinem Hange, die Welt zu sehen, folgend, reiste er zu künstlerischen Zwecken und kam um 1840 nach Wien, wo er seither bleibenden Aufenthalt nahm und von da aus er, ausschließlich der Kunst lebend, nur kleinerer Ausflüge zum Studium der Natur nach Ungarn und Deutschland macht. Er ist seit 1835 Mitglied der königlichen Akademie der bildenden Künste zu Amsterdam. Er malt Kirchen- und Gesellschaftsstücke, häufig im Lampen- und Kerzenlichte, welche von Kunstfreunden sehr gesucht werden. Auch in Sepia und Federzeichnung hat er Vorzügliches geleistet. Fr. Müller im unten bezeichneten Werke nennt eine: „Abendschule“ und eine „Bauernherberge“ seine Hauptwerke. In der Belvedere-Gallerie zu Wien befindet sich das Oelbild: „Der stille Abend“: Die Frau sitzt beim offenen Fenster, durch das der Mond scheint, an der Wiege ihres Kindes, es einschläfernd. Auf dem Tische daneben steht ein brennendes Licht (Leinw. 450 fl., H. 2′ 101/2″, Br. 2′ 2″). – In der Ausstellung zu Wien 1844 befand sich ein Landschaftsbild: „Gegend von Frankfurt a. M.“; – in der Wiener Ausstellung bei St. Anna 1850 war eine „Landschaft aus Belgien“ (150 fl.) zu sehen. Besonders fleißig aber beschickte er die Ausstellungen des „neuen österreichischen Kunstvereines“, in denselben waren zu sehen: 1851: „Holländische Schule bei Kerzenbeleuchtung“ (Eigenth. des Herrn von Brevillier); – „Klosterhalle mit Staffage“ (Eigenth. des Herrn J. Kober); – „Mondabend“ (80 fl., vom Vereine zur Verlos. angek.); – „Mondnacht“ (150 fl., angek. von Fürst Salm); – 1852: „Mondabend am Canal“ (200 fl.); – „Eingang einer Kirche“ (250 fl.); – „Markt bei Nacht“ (500 fl.); – „Waldlandschaft“; – „Kirchenhalle“ (120 fl.); – „Partie aus dem Bakonyer Walde“ (1500 fl.); – 1853: „Mondschein“ (350 fl.); – „Holländische Strandansicht“ (300 fl.); – „Väterlicher Unterricht“ (600 fl.); – „Halt vor einem holländischen Wirthshaus“. Nachtstück (400 fl.); [101] – „Mondabend. Partie aus dem Y.“; – „Alte holländische Kirche bei Abendbeleuchtung“ (600 fl.); – 1857: „Holländisches Zimmer bei Sonnenbeleuchtung“ (400 fl.); – „Ein Manuscript“ (250 fl.). Im Privatbesitze befinden sich noch und sind im Jahre 1847 gemalt: „Holländische Hausflur mit einfallendem Sonnenlicht“; – „Eichenwald bei Himod in Ungarn“ (H. 4′, Br. 5′); – „Waldwiese nach dem Regen“; – „Die Dame mit des Künstlers Skizzenbuch“. Georg van Haanen’s Bilder zeichnen sich durch ein tiefes Studium der Lichteffecte aus; Bilder, Situationen, denen an und für sich nichts Poetisches innewohnt, erhalten dadurch einen fesselnden Zauber, den er durch die Meisterschaft in der Technik noch steigert.

Frankl (Ludw. Aug.), Sonntagsblätter (Wien, gr. 8°.) Jahrg. I (1842), S. 359; Jahrg. II (1843), S. 478; Jahrg. III (1844), S. 164, 165. – Müller (Fr.), Die Künstler aller Zeiten und Völker (Stuttgart, Ebner, gr. 8°.) Bd. II, S. 329. – Immerzeel, De Levens en Werken der Holland. en Vlaam. Kunstschilders u. s. w. – Krafft (Albr.), Die moderne Schule der k. k. Gemälde-Gallerie (im Belvedere) (Wien 1857, A. Pichler’s Witwe, 8°.) S. 13. – Schmidl (Adolph), Oesterr. Blätter für Literatur, Kunst: u. s. w. (Wien, 4°.) Jahrg. IV (1847), S. 296. – Die Ausstellungs-Kataloge des (neuen) österr. Kunstvereines: 1852: Jänner Nr. 18; Februar 10; März 16; Mai 64; Juni 24, 57; October 4; – 1853: Jänner Nr. 36; Februar 34, 35; August 26; September 16; December 40; – 1854: October Nr. 56; – 1856: November Nr. 116; – 1857: Jänner Nr. 21; September 11; – 1858: Mai Nr. 34; October 31.