BLKÖ:Haaser von Greifenfeld, Martin

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Haase, Karl
Band: 6 (1860), ab Seite: 111. (Quelle)
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Haaser von Greifenfeld, Martin (Hauptmann, geb. zu Brandenberg im Unterinnthale Tirols um das J. 1680, gest. um 1750). Hatte die Baukunst studirt. Als aber im Jahre 1703 die Franzosen und Baiern das untere Innthal mit Waffengewalt sich angeeignet hatten, sammelte Haaser heimlich und auf seine Kosten 2000 Bauern aus dieser Gegend, bewaffnete sie, und überfiel unvorgesehen die Festung Rattenberg, welche er auf solche Art in seine Gewalt bekam, und gegen den Feind so lange behauptete, bis kaiserliche Truppen erschienen, und den Ort besetzten. Zu derselben Zeit überfiel er einen feindlichen Transport, der große Vorräthe von Getreide für die Truppen führte, und nahm ihm dieselben ab. Dann zog er mit seiner Landwehr vor die Festung Kufstein, brachte den Truppen die abgenommenen Mundvorräthe und, überall die Gegend durchstreifend und den Feind vertreibend, befreite er viele Ortschaften von Brandunglück, mit dem sie bedroht waren. Jedoch sein eigenes Haus konnte er nicht retten, dasselbe hatte der Feind in Brand gesteckt und geplündert. Haaser hatte dadurch bedeutenden Schaden erlitten. Zu diesen Verdiensten als Landesvertheidiger gesellt sich ein nicht geringeres durch seine zweckmäßigen Wasserbauten, unter denen vor allen ein von ihm entworfener und ausgeführter Canal bemerkenswerth ist, auf welchem über Berg und Thal große Massen Holz zur Salzpfanne geschwemmt wurden, und dem Aerar dadurch die bedeutende Ersparung von 200.000 fl. erzielt worden ist; auch wurden dadurch die benachbarten Waldungen geschont, und der Betrieb der Salzsiedereien wesentlich gefördert. In Anerkennung dieser Verdienste wurde er schon früher zum Hauptmanne einer Compagnie Tiroler Landmiliz ernannt, überdieß aber im Jahre 1724 in den österreichischen Adelstand, mit dem Prädicat von Greifenfeld erhoben.

Staffler (Johann Jacob), Das deutsche Tirol und Vorarlberg, topographisch mit geschichtlichen Bemerkungen (Innsbruck 1847, Fel. Rauch, 8°.) Bd. I, S. 782. – Adelstands-Diplom vom 14. März 1724. – Wappen. Quadrirter Schild, 1 und 4 in Schwarz rechtsgekehrter goldener Greif mit goldenem Adlerfluge und roth ausgeschlagener Zunge; 2 und 3 in Roth ein im Laufe begriffener silberner Haase. Auf dem Schilde ein offener gekrönter Helm, aus dessen Krone der Greif von 1 und 4, in den Pranken eine Partisane haltend, hervorsteigt. Die Helmdecken [112] sind rechts: Schwarz und Gold, links: Roth und Silber.