BLKÖ:Heine, Johann Georg

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 8 (1862), ab Seite: 218. (Quelle)
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Heine, Johann Georg (berühmter Orthopäd, geb. zu Lauterbach in Oesterreich ob der Enns[WS 1] 3. April 1770, gest. zu Haag 7. September 1838). Der Sohn unbemittelter Handwerksleute, der in seinem Geburtsorte das Messerschmidhandwerk erlernte, dann in die Fremde ging und ein besonderes Geschick in Verfertigung chirurgischer Instrumente an den Tag legte. Im Jahre 1798 errichtete er zur Verfertigung derselben in Würzburg eine eigene Werkstätte und wurde 1802 Universitäts-Instrumentenmacher und Bandagist. Von nun an war sein Augenmerk auf die Erfindung neuer Instrumente und Apparate gerichtet, mit denen bei Beinbrüchen, Verrenkungen, bei Rückgratkrümmungen und Klumpfüßen mit mechanischer Behandlung eine künstliche und zugleich ersprießliche Hilfe geleistet werden konnte. Auf diese Weise begründete er das nachmals insbesondere durch seinen Neffen Dr. Bernhard Heine[WS 2] so berühmt gewordene Karolinen-Institut, nämlich das orthopädische Institut in Würzburg, in welchem schon 1822 sein Neffe die Leitung aller Werkstätten und später, als sich der Oheim nach Haag wendete, die des ganzen Institutes übernahm. Im Jahre 1824 wurde H. in Jena Doctor der Chirurgie, dann Assessor und Demonstrator der Orthopädik. Im Jahre 1835 folgte er einem Rufe nach Haag, wo er ein orthopädisches Seebad einrichtete, aber schon 3 Jahre nachher, 68 Jahre alt, starb. Heine hat über mehrere der von ihm erfundenen Instrumente, als über eine Amputationssäge, einen Apparat zur Heilung des Schenkelhalsbruches, über einen von ihm erfundenen künstlichen Fuß, kleine Monographien, ferner Verzeichnisse seiner chirurgischen Maschinen, Bandagen-Instrumente u. dgl. m. und Beschreibungen seiner orthopädischen Seebadeanstalt zwischen Haag und Scheveningen und mehrere andere auf sein Heilinstitut bezügliche Schriften, davon ein Paar auch in französischer Uebersetzung herausgegeben, deren bibliographische Titel Kayser’s „Bücher-Lexikon“ enthält. Heine kann mit Recht als der Vater der neueren Orthopädie angesehen werden, auf die hohe Stufe aber, welche sie gegenwärtig einnimmt, hat sein Neffe Bernhard sie gebracht.

Heine (Johann), Physio-pathologische Studien aus dem ärztlichen Leben von Vater und Sohn. Gedächtnißrede für J. G. Heine, den Orthopäden (Stuttgart und Tübingen 1842, 8°.). – Kayser (Christian Gottlob), Vollständiges Bücher-Lexikon (Leipzig 1835, L. Schumann, 4°.) Theil III, S. 83, und Theil VII, S. 409. – Neuer Nekrolog der Deutschen (Weimar, Voigt, 8°.) XVI. Jahrg. (1838), 2. Theil, S. 1141, Nr. 1201. – Derselbe, XXIV. Jahrg. (1846), S. 489, Nr. 128 [in der Biographie seines Neffen Bernhard Heine, Professor der Physiologie in Würzburg († 1846)], – Porträt. Nach Hyngärdt 1826 lithogr. von Grether (München, Kohler u. Comp., Fol.).

Anmerkungen (Wikisource)

  1. nach Andern: Lauterbach im Schwarzwald (Wikipedia).
  2. Bernhard Heine (Wikipedia).