BLKÖ:Helmeczy, Michael

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 8 (1862), ab Seite: 293. (Quelle)
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Helmeczy, Michael (Schriftsteller, geb. in Ungarn 1792, gest. zu Pesth 1852). Er studirte zu Sátorallya-Újhely und zu Pesth und hörte am letztern Orte 1810 die außerordentlichen Vorträge des Stephan Horváth über ungar. Philologie. 1811 erhielt er die philosophische Doctorwürde, 1817 das Advocatendiplom. Im Jahre 1830 zum Cassier der ungarischen Akademie ernannt, bekleidete er dieses Amt bis an seinen Tod. Die literarische Laufbahn betrat er mit der Herausgabe der Werke Kazinzy’s (Pesth 1814–1816) in 9 Bdn., Berzsenyi’s [294] (ebd. 1813) und 1813 übersetzte er auch Eckartshausen’s Gebetbuch: „Gott ist die reinste Liebe“ (2. Aufl. 1821). Um mit einem Freunde eine große Reise durch Europa zu unternehmen, warf er sich auf sprachliche Studien. Die im Jahre 1820 in Neapel ausgebrochenen Unruhen vereitelten sein Vorhaben. Nun aber mit der Kenntniß der französischen, italienischen, spanischen und englischen Sprache ausgerüstet, begann er die Meisterwerke derselben in’s Ungarische zu übersetzen. Er hatte auf diese Weise zur Ausbildung der magyarischen Sprache wesentlich beigetragen und sind seine Schriften durch Bildung neuer Wörter und Beugungen in lexikographischer Hinsicht erheblich. Seine Uebersetzungen erschienen meistens in periodischen Blättern, wie z. B. die Episode von Sophronia und Olinde, von Tasso in der „Aurora“ (1822). Im Jahre 1830 erhielt er die Erlaubniß zur Herausgabe eines politischen Blattes, welches auch unter dem Titel: „Jelenkor“, d. i. Gegenwart, mit der Beilage „Társalkodó“, d. i. Gesellschafter, 17 Jahre hindurch unter seiner Leitung ununterbrochen erschien. 1848 entsagte er derselben zu Gunsten Keresztury’s, das Blatt mußte jedoch kurz darnach aufhören. H. war correspondirendes Mitglied der ungarischen Akademie. Er starb im Alter von 60 Jahren.

Pesti Napló, d. i. Pester Journal, VI. Jahrgang (1855), Nr. 75 [nach diesem geboren 1788]. – Ferenczy (Jakab) és Danielik (József) Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Von Jacob Ferenczy und Jos. Danielik (Pesth 1856, Gust. Emich, 8°.) S. 183. – Ujabb kori Ismeretek tára, d. i. Das neue Conversations-Lexikon (Pesth 1852, Gust. Heckenast, 8°.) Bd. IV, S. 242. – Toldy (Ferencz), Irodalmi arckepi s újabb beszédei. Kiadta Tárkányi, d. i. Literarische Porträte von Franz Toldy, herausgegeben von Tárkányi (Pesth 1856, Gust. Emich, 8°.) S. 156–162. – Oesterreich. National-Encyklopädie, herausg. von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. II, S. 547. –