BLKÖ:Hinterhuber, Julius und Rudolph

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Hinterhuber, Georg
Nächster>>>
Hintler, Anselm
Band: 9 (1863), ab Seite: 42. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: {{{GND}}}, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Hinterhuber, Julius und Rudolph|9|42|}}

Hinterhuber, Julius und Rudolph (beide Botaniker; Julius, geb. zu Salzburg 18. Jänner 1810; Rudolph, geb. zu Krems 1802). Beide Söhne des Apothekers und Botanikers Georg H. [s. d. Vorigen] in Salzburg. Julius studirte in seiner Vaterstadt, begann 1826 das Studium der Pharmacie im väterlichen Hause, ging 1834 nach Wien, wo er 1836 das Rigorosum ablegte und nach seiner Rückkehr die Geschäftsleitung in der Apotheke seines Vaters übernahm. Als Bürger von Salzburg erfreute er sich des besonderen Vertrauens seiner Mitbürger, so daß er 1847 zum Obergremialvorstand des Herzogthums Salzburg, 1843 zum Gemeinderath der Stadt Salzburg, 1853 zum Präsidenten des Gewerbevereins, 1854 zum Mitgliede des ständischen Medicinalcollegiums und Localschul-Oberaufseher der Schule zu Stein und 1856 zum Vizepräsidenten der Handelskammer für das Herzogthum Salzburg gewählt wurde. Neben seinem Berufe als Apotheker und Bürger betrieb er mit Vorliebe die Pflege der Botanik und ward nach dem Tode des Vaters Erbe von dessen Bibliothek und Herbar, welche beide er sorgfältig vermehrt. Mit seinem Bruder Rudolph gemeinschaftlich gab er heraus: „Prodromus einer Flora des Kronlandes Salzburg“ (Salzburg 1851), worin die Phanerogamen nach der Ordnung von Koch’s Synopsis aufgezählt sind; nach der Flora von Salzburg folgen jene der Auen und Moorwiesen um Salzburg, mehrerer Alpen des Salzkammergutes, Pongau’s, Pinzgau’s, Lungau’s, des Zillerthales und am Mondsee, eine Aufzählung der officinellen und cultivirten Pflanzen und eine Uebersicht der Zahlenverhältnisse der salzburgischen Flora. Vergl. darüber die Bemerkungen und Berichtigungen in dem von dem zoologisch-botanischen Vereine in Wien herausgegebenen „Bericht über die österreichische Literatur der Zoologie, Botanik und [43] Paläontologie aus den Jahren 1850, 1851, 1852 und 1853“ (Wien 1855, 8°.) S. 146. – Sein Bruder Rudolph studirte gleich ihm die Pharmacie und machte mit dem berühmten Botaniker Hoppe botanische Reisen durch sein Heimatland und die angrenzenden Länder Tirol und Kärnthen. In phytologischer Hinsicht durchforschte er den Monte Baldo bei Verona. In Wien vollendete er seine pharmaceutischen Studien und erwarb sich das besondere Wohlwollen Jacquin’s, seines Lehrers, während der Verkehr mit Männern wie Martius, Oken, Pohl, Sieber, Trattinik u. A. ihn in seinen Bestrebungen wesentlich förderte. Im Jahre 1835 übernahm er die Leitung einer Apotheke zu Mondsee im Hausruckkreise, wo die pflanzenreiche Gegend seiner botanischen Neigung immer neue Nahrung gibt. Wie schon oben gesagt worden, ist Rudolph Mitarbeiter an dem angeführten „Prodromus“, ist ferner einer der hundert Herausgeber der „Flora germanica exsiccata“ und einer Sammlung von officinellen europäischen Pflanzen. Auch erschien von ihm: „Der Gebirgsfreund. Ausflüge auf die Alpen und Hochalpen Salzburgs. Ein Wegweiser … Aus eigener Erfahrung geschöpft“ (Salzburg 1848, Mayr, kl. 8°., mit 1 Ansicht gr. 4°.). Andere naturhistorische Arbeiten sind in der „Regensburger botanischen Zeitung“, in der „Topographie Mondsee’s“ und in anderen botanischen Werken zerstreut abgedruckt. Nach ihm ist von Dr. C. H. Schultz Bip(pontanus), eine Asteroidee, welche an der Schneegrenze der Anden von Venezuela in der Sierra Nevada wächst, Hinterhubera benannt, von der bereits 3 Species bekannt sind. Auch hat sich H. im Dramatischen und in der Erzählung versucht; mehrere seiner Novellen brachte das obderennsische Volksblatt, und seine Dramen: „Nach Stürmen Ruhe“, „Ida“, „Ithuriel“, „Die beiden Könige“, „Die weiße Rose“, wie die Lustspiele „Ehestandsleiden“, „Das Neujahrsgeschenk“ und „Der Lord“ sind sämmtlich, „Die weiße Rose“ zu Brünn und Linz, aufgeführt worden. Gleich seinem Bruder Julius ist auch Rudolph Mitglied mehrerer naturforschender, vornehmlich botanischer Vereine.

Storch (Franz Med. Dr.), Skizzen zu einer naturhistorischen Topographie des Herzogthums Salzburg (Salzburg 1857, Mayr. 8°.) S. 45, 239 [Biographische Skizze Julius’ H.]. – Linzer Zeitung 1858, Nr. 160 [unter den Auslandsneuigkeiten]. – Frankl (Ludwig August), Sonntagsblätter (Wien, 8°.) V. Jahrgang (1846), S. 222: „Biographische Umrisse österreichischer Naturforscher. Von Ign. Zwanziger“ [biographische Skizze Rudolphs H.].