BLKÖ:Horhy, Michael

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Horer, Balthasar
Band: 9 (1863), ab Seite: 269. (Quelle)
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Horhy, Michael (Landwirth, geboren zu Dicske im Neutraer Comitate Ungarns 24. September 1780, gest. zu Pesth 5. Februar 1856; nach dem „Pesther Boten“ müßte er jedoch früher gestorben sein, da dieser meldet, daß H. am 5. Februar zu Grabe getragen wurde). Entstammt einer ungarischen adeligen Familie, widmete sich der Landwirthschaft und war seit 1816 Director der Pußten Csillagmajor und Jakabszállás im Stuhlweißenburger Comitate und seit 1842 Pächter derselben, welche einen Flächenraum von fünfthalbtausend Joch umfassen und unter seiner Bewirthschaftung zu einem Flore gediehen, daß sie als wahre Musterwirthschaften dastanden. In seinem Wirken bot Horhy das Bild eines intelligenten Farmer und lieferte den Beweis, welche Früchte die Uebertragung des englischen Pachtsystems auf ungarische Verhältnisse, wenn nur die rechten Männer dazu sich finden, abwerfen könnte. Auf diese Art ist H. der Begründer eines rationellen Bewirthschaftungssystems in Ungarn und ist vornehmlich ihm die Einführung und Anwendung von Ackerbaumaschinen zu verdanken; denn um sich durch eigene Anschauung zu belehren, besuchte er noch als 70jähriger Greis die Londoner Industrieausstellung (1852), seit welcher Zeit bis 1856 nicht weniger denn 27 Dreschmaschinen aus England nach Ungarn eingeführt wurden, deren Vervielfältigung in Hunderten von Exemplaren die einheimischen Fabriken sich angelegen sein ließen. Horhy war Mitglied der meisten Landwirthschafts-Gesellschaften des Kaiserstaates; er starb im hohen Alter von 76 Jahren. – Sein Sohn, gleichfalls Michael (geb. in Ungarn 1810), erhielt eine vortreffliche Erziehung, trat in kön. ungarische Staatsdienste, wurde Secretär des kön. ungarischen Guberniums zu Fiume, später Assessor beim Wechselgerichte, im Jahre 1844 Deputirter der kön. Freistadt Fiume; im Jahre 1848 Sectionschef im ungarischen Ministerium des Innern und wurde von der damaligen ungarischen Regierung in einer Mission nach Rom gesendet. Die traurigen Verhältnisse, in welche sein Vaterland gerathen war, trieben auch ihn aus dem Lande und acht Jahre verlebte er in der Fremde, in England und Amerika, kehrte dann in sein Vaterland zurück, wo er aber schon nach einem Jahre in Irrsinn verfiel und in Dr. Schwarzer’s Privat-Irrenanstalt in Ofen am 21. September 1861, im Alter von 51 Jahren, starb.

Ueber Michael Horhy den Vater. Magyar Sajto, d. i. Ungarische Presse, 1856, Nr. 226. – „Nekrolog“ (im Feuilleton). – Jelenkor, d. i. Die Gegenwart (magyarisches Ergänzungs-Conversations-Lexikon) (Pesth 1858, 8°.) S. 257. – Allgemeine Zeitung 1856, Nr. 49. – Der Pester Bote. Großer gemeinnütziger Kalender für 1857 (Pesth, Landerer u. Heckenast, 4°.) III. Jahrg. S. 74: „Frische Gräber des Jahres 1856“. – Porträt. Mit Facsimile der Unterschrift: Horhy Michály. Lithogr. Barabas (Wien 1856, Reiffenstein u. Resch, Fol.) [ist das Porträt des Vaters]. – Ueber Michael Horhy den Sohn. Pester Lloyd (Pesther polit. Blatt) 1861, Nr. 283. – Pest-Ofner Zeitung 1861, Nr. 292 [die Mittheilungen des vorangeführten „Pester Lloyd“ über Horhy den Sohn berichtigend].