BLKÖ:Janković von Daruvár, Anton Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Janković, Alexander
Band: 10 (1863), ab Seite: 74. (Quelle)
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Janković (Jankovics) von Daruvár, Anton Graf (Staatsmann, geb. zu Fünfkirchen in Ungarn 1728, gest. 16. August 1789). Erhielt zu Hause eine gute Erziehung und nach beendeten Studien über Verwendung seines Gönners Chiolnich, damaligen Bischofs von Diakovár, 1754 die Fiscalstelle im Veröczer Comitate, 1756 wurde er Notar der Poseger Gespanschaft, und 1758 Vicegespan derselben. Als im Jahre 1767 die königl. croatische Statthalterei errichtet wurde, ernannte die Kaiserin Janković zum Rath und Beisitzer an derselben, übertrug ihm daselbst die ferneren Stiftungen, zugleich aber die Aufsicht über die Seidencultur und die Anpflanzungen der Maulbeerbäume. Als 1770 Bischof Chiolnich die Obergespanswürde des Poseger Comitates zu Gunsten des J. niederlegte, wurde J. vorerst zum Administrator der Obergespanswürde, am 30. Jänner 1775 aber zum wirklichen Obergespan im Poseger Comitate ernannt. 1782 wurde J. Beisitzer und Mitrichter der ungarischen Septemviraltafel, 1787 Vorsitzer derselben und königl. ungarischer Tavernicus und trat dadurch in die Reihe der Reichsbarone, nachdem er schon früher, am 28. October 1772, in den Grafenstand war erhoben worden und 1781 die geheime Rathswürde erhalten hatte. Die Tavernicuswürde bekleidete er bis an seinen Tod. Janković, ein Staatsmann von ebenso großer Geschäftskenntniß als Klugheit und Moral, wurde in mehreren wichtigen Geschäften als königlicher Commissär verwendet. Als im Jahre 1778 die illyrische Nation griechischer Kirche eine Synode abhielt, wurde J. im Namen des Königs als Vorsitzender dahin beordert. Bei dieser Gelegenheit verfaßte er auch das neue Reglement für dieselbe. Als im Jahre 1781 die illyrische Nation einen Metropoliten wählte, wurde J. in der Eigenschaft [75] eines königlichen Commissärs zur Wahlsynode und zu gleichem Zwecke im Jahre 1783 entsendet, als die illyrische Nation neue Bischöfe für Arad und Bacs wählte. Im Jahre 1784 begab sich J. in gleicher Eigenschaft in den Senat, um die von dem Grafen Nitzky begonnenen Regulative, die Einverleibung des Banats mit Ungarn bezweckend, fortzusetzen und auszuführen. Die wichtigste und gefährlichste Sendung aber war die Beruhigung und Entwaffnung der durch Horja [Bd. IX, S. 272] und Klotschka im vollen Aufstande begriffenen siebenbürgischen Walachen. In Anerkennung seiner vielseitigen Verdienste wurde J. auch noch mit dem Commandeurkreuze des St. Stephan-Ordens ausgezeichnet und zum königl. Schatzmeister ernannt. Zugleich vertauschte er die Obergespanswürde im Poseger Comitate mit jener im Syrmier Comitate. Durch seine gemeinnützige Thätigkeit hat sich J. gleichfalls ein segensvolles Andenken gesichert; so ist er hochverdient um die Hebung der Seidencultur in Croatien und Slavonien; zu Daruvár erbaute er eine Kirche, unweit Daruvár errichtete er eine Glasfabrik und schuf auch die durch ihre Heilkraft wohlbekannten Bäder zu Lipik[WS 1] und Daruvár, deren heilsame Quellen bis dahin unbeachtet geblieben waren. Als Obergespan des Poseger Comitates war er aber für den Bau guter Straßen, die Anlegung zweckmäßiger neuer Dorfschaften und sonstiger entsprechender Gebäude bedacht. Er starb im Alter von 61 Jahren. Die gräfliche Würde wurde in neuester Zeit auf die Nachkommen seines Bruders [s. d. Quellen] übertragen.

Ungarischer Plutarch von Kölesy und Melczer (Pesth 1816, Eggenberger, 8°.) Bd. II, S. 289 u. f. – Nagy (Iván), Magyarország családai czimerekkel és leszármazási táblákkal, d. i. Die Familien Ungarns mit Wappen und Stammtafeln (Pesth 1859, Moriz Ráth, 8°.) Bd. V, S. 300 [nach diesem gest. 19. August 1789]. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. III, S. 17 [nennt ihn irrig J. von Damvar statt J. von Daruvár]. – Der Grafenstand des obigen Anton Grafen Janković wurde in Folge Allerh. Entschließung vom 31. October 1856 auf den Enkel seines Bruders, Comitatsvorstand Julius Janković, übertragen und bei dieser Gelegenheit auch eine Wappenänderung vorgenommen.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Lipnik.