BLKÖ:John, Franz Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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John, Friedrich
Band: 10 (1863), ab Seite: 233. (Quelle)
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John, Franz Freiherr von[BN 1] (General-Major und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Bruck an der Leitha im Jahre 1815). Officierssohn, sein Vater war als Fähnrich und Adjutant des Sappeurcorps zu Bruck an der Leitha stationirt. Der Sohn kam in die Wiener-Neustädter Akademie, zu deren ausgezeichnetesten Zöglingen er zählte. Als Lieutenant 1. Classe ausgemustert, wurde er am 24. October 1835 beim Infanterie-Regimente Erzherzog Franz Karl Nr. 52 eingetheilt, aus welchem er nach fast zehnjähriger Dienstzeit am 20. Juni 1845 als Oberlieutenant zum General-Quartiermeisterstabe übersetzt wurde. In diesem rückte er mit 13. März 1848 zum Hauptmann, am 24. October 1849 zum Major, am 23. März 1854 zum Oberstlieutenant, 1857 zum Obersten, und am 19. März 1860 zum General-Major vor, als welcher er zur Zeit die Stelle des Chefs des General-Quartiermeisterstabes der Armee im lombardisch-venetianischen Königreiche, Tirol, Kärnthen, Krain und Küstenlande, zu Verona bekleidet. Schon im Straßenkampfe in Mailand (am 20. und 21. März 1848), dann in den Gefechten bei Santa Lucia (6. Mai). Montanara (29. Mai), Goito (30. Mai), Sona und San Giorgio in Salice (23. Juli) hatte er sich ausgezeichnet und wurde für sein tapferes Verhalten mit Allerhöchster Entschließung vom 30. November 1848 mit dem Orden der eisernen Krone 3. Cl. ausgezeichnet. Den Maria Theresien-Orden erkämpfte er sich bei Volta. Die Waffenthat ist folgende: Die Brigade des General-Majors Friedrich Fürst Liechtenstein hatte nämlich am 26. Juli 1848 Nachmittag um 41/2 Uhr bei Valeggio den Mincio überschritten, um am rechten Ufer des Flusses ein Lager zu beziehen. Hauptmann Franz John, seit 7. Juni 1848 bei der Brigade zugetheilt, hatte eben Befehl erhalten, statt in das Lager zu rücken, mit der äußersten Spitze der Avantgarde ohne Aufenthalt nach Volta, von da weiter nach Cereto zu marschiren und die Posten der Avantgardebrigade [234] bis Guidizzolo vorzuschieben. Da man jeden Augenblick auf den Feind stoßen konnte, mußte der Marsch mit aller Vorsicht vorgenommen werden. Hauptmann John, der sogleich an die Ausführung des ihm gewordenen Befehles schritt, war mit einem Zuge Huszaren nach Volta geritten, dessen Ein- und Ausgänge er mit ein paar Mann besetzen ließ, worauf er mit dem Rest seiner Mannschaft gegen Goito vorrückte. Bei Goito angelangt, bemerkte er auf ungefähr 1000 Schritte Entfernung eine starke feindliche Colonne. Um deren Stärke zu erfahren, führte er eine List durch, die den Feind auch täuschte und glauben ließ, Volta sei bereits von den Oesterreichern stark besetzt, und in Folge dessen dieser seine Colonnen zum Angriffe sich entwickeln ließ und seine Stärke verrieth. Hauptmann John, die überlegene Feindesmacht erkennend, aber erwägend, daß durch rasche That hier Alles zu gewinnen sei und die Wichtigkeit des Besitzes von Volta erkennend, ritt schnell zurück, nahm die erste ihm begegnende größere Cavallerieabtheilung nebst einigen Geschützen, führte sie in verschärfter Gangart gegen Volta vor, während der Feind seinerseits Anstalten zum Angriffe machte, binnen welcher Zeit die Brigade des Fürsten Liechtenstein Zeit gewann, nachzurücken. Der Feind war zwei Brigaden stark, ließ seine Batterien auffahren und eröffnete ein heftiges Feuer gegen die Unseren, die jedoch in ziemlich gedeckter Stellung sich befanden. Nachdem endlich unser Hauptcorps nachgerückt war – dieses bestand aus dem 9. Feldjäger-Bataillon, zwei Bataillons Kaiserjäger, dem Regiments Franz Karl mit vier Geschützen, zwei Divisionen Fürst Reuß-Huszaren und einer Pionnierabtheilung – und John alle Abtheilungen in ihre Stellung geführt hatte, welche bei der überwiegenden Stärke des Gegners als höchst gefährlich befunden wurde, erbat sich John, ihm die Vertheidigung von Volta zu überlassen. Der Angriff des Feindes wurde immer drängender, und nahm mit der hereinbrechenden Nacht zu; schon hatte er unsere Geschütze und einzelne Abtheilungen gezwungen, ihre Aufstellung zu verlassen. John führte sie unter dem heftigsten Feuer des Gegners in dieselbe wieder zurück, und da er keine Mannschaft mehr hatte, bewaffnete er die Pionniere mit Schaufeln und Krampen und führte sie selbst zum Sturme gegen den übermächtigen Gegner. Dieser ließ in seinen Angriffen endlich nach. John verlor keinen Augenblick Zeit und warf unter dem feindlichen Feuer an dem Dorfausgange gegen Guidizzolo Barrikaden auf, und als er gegen Morgen die erste Majors-Division Fürst Reuß-Huszaren zur Verstärkung erhielt, hatte der Feind allmälig zu weichen begonnen. Bei diesem Nachtgefechte aber war es die unermüdete Thätigkeit, Geistesgegenwart und Unerschrockenheit John’s, welche die Unseren in den Stand setzten, den für dieselben so wichtigen Punct Volta gegen den weit überlegenen Gegner zu behaupten. John wurde, für diese That im Capitel vom 26. März 1850 das Ritterkreuz des Maria Theresien-Ordens zuerkannt. Im weiteren Verlaufe des Feldzuges focht J. noch beim Angriffe auf Mailand am 4. August. Im Feldzuge des Jahres 1849 wohnte J., mittlerweile zum Oberstlieutenant im Generalstabe vorgerückt, den Gefechten bei Gravellone (20. März), Mortara (21. März) und der Schlacht boi Novara (23. März) bei; machte die Expedition nach Toscana, die Einnahme von Livorno (10. und 11. Mai) und die Expedition in die Romagna (Juni, Juli, August) mit, welche mit der Verfolgung [235] der Garibaldianer beauftragt war. Für sein tapferes Verhalten bei so vielen Anlässen wurde J. auch noch durch Kundgebung Allerhöchster Zufriedenheit vom 24. Mai 1848 und durch Verleihung des Militär-Verdienstkreuzes am 1. September 1849 ausgezeichnet. Außerdem haben ihn Se. Heiligkeit der Papst, und zwar zu wiederholten Malen, und der Großherzog von Toscana decorirt. Den Statuten gemäß wurde J. mit Diplom vom 17. Juli 1857 in den Freiherrnstand erhoben.

Oesterreichischer Soldatenfreund (Wien, 4°.) III. Jahrg. (1850), Nr. 134, S. 600: „Ehrenhalle. XVII.“ – Oesterreichisches Militär-Konversations-Lexikon (Wien 1850, gr. 8°.) Bd. III, S. 363. – Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1856, Staatsdruckerei, 4°.) S. 1584 und 1754. – Freiherrnstands-Diplom vom 17. Juli 1857. – Tapferkeits-Zeugnisse des General-Majors Friedrich Fürst zu Liechtenstein ddo. Arad 30. August 1849; des Feldzeugmeisters Baron d’Aspre und von 9 Officieren des k. k. Jäger-Regiments Kaiser Franz Joseph über John’s Waffenthat bei Volta in der Nacht vom 26. zum 27. Juli 1848. – Wappen. Gevierteter Schild. 1: in Silber ein braunes sich bäumendes, rechtwärts hervorwachsendes 6 Pferd; 2 und 3: das rothe Feld von einem silbernen, mit drei rothen Sternen hintereinander belegten Balken schrägrechts durchzogen; 4: in Silber ein aus dem Seitenrande hervorwachsender schwarz geharnischter Arm, der einen breitendigen Säbel am goldenen Griffe mit der Faust umklammert hält. Auf dem Schilde ruht die Freiherrnkrone, auf welcher sich drei gekrönte Turnierhelme erheben. Die Krone des rechten Helms trägt einen geschlossenen, vorderen rothen, rückwärtigen silbernen Adlerflug. Der rothe ist mit dem Querbalken von 2 und 3 belegt. Aus der Krone des mittleren Helms springt nach rechts das Roß von 1 und auf der Krone des linken ruht der geharnischte Arm mit dem Säbel von 4. Die Helmdecken sind zu beiden Seiten roth mit Silber unterlegt. Unter dem Schilde breitet sich ein rothes flatterndes Band aus mit der Devise: „Fest und treu“ in silberner Lapidarschrift.

Berichtigungen und Nachträge

  1. E John, Franz Freiherr [Bd. X, S. 233].
    Ueber Land und Meer (Stuttgart, Hallberger, Fol.) XVI. Bd. (1866), Nr. 51: „Feldmarschall-Lieutenant Franz Freiherr v. John“ [mit Holzschnittbildniß]. – Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber), XLVIII. Bd. (1866), S. 399. [Bd. 28, S. 355.]