BLKÖ:Kálnoky, Anton Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Kalnický, Andreas
Band: 10 (1863), ab Seite: 402. (Quelle)
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Kálnoky, Anton Graf (General der Cavallerie, geb. zu Köröspatak, dem Stammschlosse seiner Väter, im Szeklerlande 1706, gest. 16. Juni 1783). Entstammt einer alten siebenbürgischen Adelsfamilie [siehe unten die Genealogie] und ist der Sohn des Grafen Adam (gest. 1719) aus dessen Ehe mit Maria Mamucca della Torre. Er trat bei dem Cavallerie-Regimente Khevenhüller, 1801 als Modena-Dragoner aufgelöst, ein, machte den Türkenkrieg 1737 mit und wurde in kurzer Zeit Major und Oberstlieutenant. 1743, beim Ausbruche des Successionskrieges, errichtete er auf eigene Kosten ein Huszaren-Regiment, jetzt Großfürst Nikolaus-Huszaren Nr. 2. Die Kaiserin Maria Theresia ernannte ihn zum Obersten und Inhaber desselben. Im Jahre 1744 stand der Graf mit seinen Huszaren bei der Rheinarmee, 1745 aber in Schlesien. Dort zeichnete er sich im Gefechte bei Jägerndorf (22. Mai 1745) insbesondere aus. Als nämlich der Markgraf Karl mit seinem Corps, 12 Bataillons und 35 Schwadronen, zum Könige stoßen wollte, war die Stellung des Feldmarschalls Eßterházy, der über ein Corps von 14.000 Mann, meist irreguläre Truppen (Milizen, siebenbürgische Insurgenten und Freicompagnien), den Befehl hatte, eine solche, daß der Markgraf sein Vorhaben nur mit großer Gefahr auszuführen vermochte. Nichtsdestoweniger setzte er sich in Bewegung und wurde eine Stunde von Jägerndorf, auf einer Anhöhe, der Hüllberg genannt, von dem Feldmarschall Eßterházy angegriffen. Der Markgraf setzte dennoch seinen Marsch weiter fort. Zwei Infanterie-Regimenter, welche zum Angriffe vorrückten, wurden aber von dem General-Major Schwerin, der mit seinen württembergischen Dragonern auf sie fiel, so plötzlich angegriffen, daß beide in die Flucht gesprengt wurden und 2 Fahnen verloren. Die beiden Regimenter wären vernichtet worden, wenn nicht Oberst Kálnoky und Oberst Erdödy mit einigen Schwadronen rasch herbeigeeilt wären und sich auf die feindlichen Dragoner geworfen hätten, denen sie noch eine der erbeuteten Fahnen abnahmen. Wenige Monate später, im October, gelang es K. bei Brätsch in Schlesien einen preußischen Posten aufzuheben. Am 15. October wurde Graf K. zum General-Major befördert. Als solcher befehligte er bis zum [403] Aachener Frieden, 1748, leichte Truppen mit meist günstigem Erfolge. Im siebenjährigen Kriege befehligte der Graf ein fliegendes Corps, und that sich in der Schlacht bei Kollin, 18. Juni 1757, hervor, nach welcher er im Juli d. J. zum Feldmarschall-Lieutenant vorrückte. Im Feldzuge des folgenden Jahres stand K. bei Trautenau, mit der Deckung der böhmischen Grenze beauftragt. Mit Erfolg führte er in dieser Stellung den kleinen Krieg. Im Jahre 1759 wurde er zum General der Cavallerie ernannt. Der Graf starb, 77 Jahre alt.

Zum Säcular-Gedächtniß von 1758. Der Feldzug in Mähren oder die Belagerung und der Entsatz von Olmütz. Nach Quellen u. s. w. von E. u. St. (Frankfurt a. M. 1858, Sauerländer, 8°.) S. 223. – Oesterreich. Militär-Konversations-Lexikon, herausgegeb. von J. Hirtenfeld (Wien 1850 u. f., 8°.) Bd. III, S. 430. –