BLKÖ:Königsegg-Rothenfels, Leopold Wilhelm Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 12 (1864), ab Seite: 228. (Quelle)
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Leopold Wilhelm von Königsegg-Rothenfels in der Wikipedia
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8. Leopold Wilhelm Graf K.-Rothenfels (geb. 1630, gest. zu Wien 5. Februar 1694), Sohn des Grafen Hugo [s. d. S. 227, Nr. 4] aus dessen erster Ehe mit Maria Renata Prinzessin von Hohenzollern. Graf Leopold Wilhelm widmete sich dem Dienste des Staates. Schon im Alter von 23 Jahren war er kais. Reichshofrath; im Jahre 1663 schickte ihn der Kaiser an die Churfürsten und Fürsten des Reiches, um sie zur Hilfe gegen die Türken zu bestimmen; von 1664–1666 war er kais. Gesandter am Hofe Karl’s II. von England. Im Jahre 1667 wurde er zum Vicepräsidenten des Reichshofrathes ernannt, im Februar 1671 zum wirkl. geh Rath, kais. Reichs-Vicekanzler und Staats-Conferenzminister. Im Jahre 1676 verlieh ihm König Karl von Spanien den goldenen Vließ-Orden, während ihm von seinem Kaiser schon ein Jahr zuvor die Würde des Hofpfalzgrafenamtes [vergleiche über die Bedeutung dieser Würde das auf S. 225 Gesagte] verliehen worden war. Der Graf war zweimal verheirathet; nur aus der ersten Ehe mit Maria Polyxena Gräfin von Scherffenberg (gest. 9. September 1683) besaß er 9 Kinder, und zwar 6 Söhne und 3 Töchter, welche aus der Stammtafel ersichtlich sind und von denen der Graf Lothar Joseph Dominik dem Namen seines Hauses als Feldherr und Staatsmann besvnderen Glanz verlieh. Die zweite Gemalin Eleonora Franziska di San Martino Marchesa di Parella, welche er im Jahre 1684 heirathete, war eine reiche Italienerin, welche dem Kaiser Leopold I. bei Gelegenheit seiner Wahl zum römischen Könige aus eigenem Antriebe 80.000 fl. aus ihrem Vermögen vorgestreckt hat. Sie starb zu Wien am 5. Februar 1694. [Allgemeines historisches Lexikon (Leipzig 1831, Thom. Fritschen’s sel. Erben, Fol.) Bd. III, S. 48, und Fortsetzung I. Thl. S. 755. – Porträte. 1) J. Borcking fec. (kl. Fol.); – 2) A. Bloem del., C. Meyssens sc. (kl. Fol.).] –