BLKÖ:Königsegg-Rothenfels, Hugo Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 12 (1864), ab Seite: 227. (Quelle)
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4. Hugo Graf K.-Rothenfels (geb. 1595, gest. 10. September 1666), Sohn des Freiherrn Georg von K. aus dessen Ehe mit Kunigunde geb. Freiin Truchseß-Waldburg. Er erhielt eine wissenschaftliche Ausbildung und wurde Präsident bei dem Reichs-Kammergerichte zu Speyer. Als der Churfürst Friedrich von der Pfalz als König von Böhmen sich der Stadt Speyer bemächtigte, weigerte sich Hugo, ihn als König von Böhmen anzuerkennen, wodurch er sich selbst nicht wenig gefährdete. Nach des Winterkönigs Sturze berief ihn Kaiser Ferdinand II. an seinen Hof, ernannte ihn zum Kammerherrn und Reichshofrath, welche Stelle er auch unter Ferdinand III. bekleidete, der ihn zu mehreren diplomatischen Sendungen verwendete. Graf Hugo – denn schon 1629 war er in den Reichsgrafenstand erhoben worden – war es auch, der die kaiserliche Prinzessin Cäcilia Renata im Jahre 1637 dem Könige Ladislaus IV. als Gemalin zuführte. Im Jahre 1641 wurde der Graf Director des gräflichen Collegiums im schwäbischen Kreise und führte dieses Directorium 24 Jahre. Auch nahm er, als Leopold im Jahre 1658 die Kaiserkrone erlangte, von mehreren Reichsstädten im schwäbischen Kreise die Huldigung entgegen. Nach seines Vetters Grafen Johann Wilhelm 1663 erfolgtem Tode fiel ein Theil von dessen Landen an sein Haus. Graf Hugo erbaute nun zu Immenstadt in der Grafschaft Rothenfels ein neues Stammschloß und ist der Stifter der Rothenfelsischen Linie, ferner ein Kloster für die Kapuziner und ein Hospital. Der Graf war dreimal vermält, wie es aus der Stammtafel ersichtlich, und aus der ersten Ehe mit Maria Renata Prinzessin vonHohenzollern stammt der Graf Leopold Wilhelm [s. d. Nr. 8]. [Allgemeines historisches Lexikon (Leipzig 1730–1740, Thomas Fritschen’s sel. Erben, Fol.) Bd. III, S. 48, und Fortsetzung Theil I, S. 755.] –