BLKÖ:Kürzinger, Paul

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Küzmič, Stephan
Band: 13 (1865), ab Seite: 335. (Quelle)
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Kürzinger, Paul (Tonsetzer, geb. zu Würzburg 1760, gest. zu Wien, Todesjahr unbekannt). Sohn des 1770[WS 1] zu Mergentheim als Capellmeister gestorbenen Ignaz Franz X. K., dessen „Getreuer Unterricht zum Singen mit Manieren u. s. w.“ durch die eigenthümliche Fassung seiner Definitionen für den Sprachforscher und Musicus noch heut Interesse bietet. Paul erhielt den ersten Unterricht in der Musik von seinem Vater. Das Studium der Rechte, dem er sich widmen sollte, gab er auf, um sich ganz der Musik zuzuwenden. Er spielte trefflich die Violine, ging nach München, wo er eine Stelle im Theater-Orchester erhielt. Hier componirte er auch die öfter mit Beifall aufgeführte Oper „Die Gräfin“. Von München kehrte er in seine Vaterstadt zurück und ging nach längerem Aufenthalte daselbst als Hofmusicus nach Regensburg. Eine eigens zur Feier der Anwesenheit des Kaisers Joseph II. von K. aufgeführte Festcomposition gefiel diesem so sehr, daß er den Componisten einlud, nach Wien zu kommen. K. folgte dieser Einladung und nahm in Wien seinen bleibenden Aufenthalt. Im Jahre 1807 lebte er noch daselbst und versah die Stelle eines Musikdirectors an einer Erziehungsanstalt. Außer mehreren Tänzen, Liedern und Kirchenstücken componirte K. in Wien die Oper „Die Illumination“, welche 1792, und „Robert und Calliste“, welche 1794 aufgeführt wurde. Gerber bemerkt hinsichtlich seiner Compositionen, „daß sie mit einer glücklichen Mischung von Geniezügen und contrapunctischen Künsten bearbeitet seien“. Besonders sollen unter seinen Kirchenstücken mehrere ganz vortreffliche Arbeiten vorkommen.

Gerber (Ernst Ludwig), Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler (Leipzig 1813, Kühnel, gr. 8°.) Bd. III, Sp. 145. – Neues Universal-Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Julius Schladebach, fortgesetzt von Eduard Bernsdorf (Dresden 1856, Rob. Schäfer, gr. 8°.) Bd. II, S. 677. – Gaßner (F. S. Dr.), Universal-Lexikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, Franz Köhler. Lex. 8°.) S. 319.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Nach anderen gestorben erst 1797.