BLKÖ:Kaan Edler von Albest, Samuel Heinrich

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
K.
Nächster>>>
Kaan, H.
Band: 10 (1863), ab Seite: 341. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 1012940721, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Kaan Edler von Albest, Samuel Heinrich|10|341|}}

Kaan Edler von Albest, Samuel Heinrich (Industrieller, geb. in Ungarn, gest. zu Wien 22. Februar 1844). Ein um den Aufschwung der ungarischen Schafwoll-Industrie und durch seine Humanität verdienter Großhändler. Er hatte seine Firma zu solcher Achtung gehoben, daß englische Kaufherren seine Sendungen nie einer Durchsicht und Prüfung unterwarfen, sobald sie sein Handlungszeichen trugen. Seine Wollesortirungsanstalt, in welcher über 500 Arbeiter beschäftigt waren, wurde sogar von Kaiser Franz besucht und ihm für die in derselben wahrgenommene Ordnung und Thätigkeit (mit 21. April 1818) das Allerhöchste Wohlgefallen zu erkennen gegeben. Als der Markt Trebitsch in Mähren abbrannte und die dort lebenden Tuchmacher alle ihre Tuchvorräthe, welche sie überdies Kaan schuldeten, im Brande verloren, erließ er ihnen die Schuld für die verbrannte Wolle und versorgte sie ungesäumt mit neuen Wollvorräthen, damit die Arbeiten ungestört fortgesetzt werden konnten. Für seine Verdienste wurde Kaan im Jahre 1826 in den ungarischen Adelstand mit dem Prädicate Edler von Albest erhoben. Als er starb, überlebten ihn 16 Kinder. Vier von seinen Söhnen dienten und dienen noch in der kaiserlichen Armee. Einer von diesen, Raimund (geb. zu Wien 1802), war k. k. Huszaren-Rittmeister ad honores, ein vortrefflicher Violinspieler und Compositeur. Eine von ihm componirte Polonaise und mehrere Bravour-Variationen mit Orchesterbegleitung trug er in einem Concerte in Wien am 7. Februar 1840 selbst vor und sie fanden großen Beifall. Ob seine Compositionen im Drucke erschienen sind, wie Näheres über seine Lebensumstände und Arbeiten, ist dem Herausgeber nicht bekannt.

Neuer Nekrolog der Deutschen (Weimar, B. F. Voigt, kl. 8°.) XXII. Jahrg. (1844), Theil I, S. 180. – Realis, Curiositäten- und Memorabilien-Lexikon von Wien (Wien 1846, gr. 8°.) Bd. II, S. 85. – Wiener allgemeine Theater-Zeitung, herausg. von Adolph Bäuerle (Wien, kl. Fol.) Jahrgang 1844, Nr. 51. [Die drei genannten Quellen über den Großhändler Samuel Heinrich Kaan von Albest.) – Gaßner (F. S. Dr.), Universal-Lexikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, Franz Köhler, Lex. 8°.) S. 39. – Universal-Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Jul. Schladebach, fortges. von Eduard Bernsdorf (Dresden, Schäfer, gr. 8°.) Bd. I, S. 160. [Beide letztgenannten Quellen über den Rittmeister Raymund von Albest.] –