BLKÖ:Kaim, Conrad Valentin Ritter von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Kail, Philipp
Band: 10 (1863), ab Seite: 354. (Quelle)
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Kaim, Conrad Valentin Ritter von (Feldmarschall-Lieutenant und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Offenburg im Breisgau 1731, gest. in Italien 16. Februar 1801). Der Sohn eines Bäckers, der anfänglich in französische Kriegsdienste trat, in denselben den 7jährigen Krieg mitmachte, darauf aber in österreichische Dienste übertrat. Zuerst Major im Infanterie-Regimente Plunkett Nr. 41, wurde er im November 1788 Oberst. Zur Zeit des Aufruhrs in den Niederlanden deckte er mit seinem Regimente die Festung Luxemburg und vereitelte 1789 die Anschläge der Malcontenten auf diesen Platz. Auch im folgenden Jahre focht er mit Bravour gegen die Rebellen. Im ersten Feldzuge gegen die Franzosen 1792 nahm er am 15. Mai die mit Wall und doppelten Gräben geschützte und von 700 Mann vertheidigte Stadt Orchies mit nur 4 Compagnien im Sturme. Als am 7. September d. J. der Feind das verschanzte Lager bei Maulde verließ, verfolgte ihn K., holte ihn bei Montagne ein, stellte ihn bei Chateau d’Abaye und brachte ihm eine starke Niederlage bei; auch hatte er den Feind in seiner Gegenwehr so gelahmt, daß K. Tags darauf sich der Stadt St. Amand sammt allen dort befindlichen großen Vorräthen bemächtigte. Für diese Waffenthat wurde K. außer Capitel in der 24. Promotion (vom 19. November 1792) mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet. Im Jahre 1793 ward K. mit einem Theile seines Regiments bei der Belagerungstruppe vor Mainz eingetheilt und that sich bei der Erstürmung der Weißenburger Linien, 27. auf den [355] 28. Juni, rühmlich hervor. Im December g. J. zum General-Major befördert, befehligte er eine Brigade in der Rheinarmee und führte in der Schlacht bei Würzburg (3. September 1796) und bei Kehl (1797) mit Bravour die Grenadiere. Im Februar 1797 rückte er zum Feldmarschall-Lieutenant vor. Nun kam er zur Armee in Italien, wo er eine schöne Waffenthat um die andere vollbrachte. Bei Verona 1799 wurde er verwundet, bei Magnano rühmte Feldzeugmeister Kray öffentlich seine Unerschrockenheit; am 10. Mai nahm er Pizzighetone. Während Souwarow gegen die Trebia dem General Macdonald entgegen ging, überließ er Kaim die Belagerung der Citadelle von Turin mit folgendem Billet: „Mein lieber General Kaim, ich gehe nach Piacenza ab; ich will Macdonald schlagen, nehmen sie schleunigst die Citadelle von Turin, damit ich das Te Deum vor ihm singe“. Und während Souwarow am 17., 18. und 19. Juni über Macdonald siegte, zwang Kaim die Citadelle von Turin zur Capitulation (20. Juni). Nun zum Commandanten eines Observationscorps in der Lombardei ernannt, bestand er am 8. April 1800 siegreich das Gefecht am Mont Cenis und machte 8 Officiere und 300 Mann zu Gefangenen und 16 Kanonen Beute. Noch focht er in der mörderischen Schlacht am Mincio, 25. December 1800, und gab auch da, wie so oft schon, Proben seiner persönlichen Tapferkeit, aber hier kostete es ihm das Leben. In der Schlacht tödtlich getroffen, erlag der 70jährige Held in wenigen Wochen seiner Wunde.

Bornschein (Adolph), Oesterreichischer Cornelius Nepos oder Leben, Thaten und Charakterzüge österreichischer Feldherren (Wien 1812, kl. 8°.) S. 116. – Oesterreichisches Militär-Konversations-Lexikon, herausgegeben von J. Hirtenfeld (Wien 1850 u. f., gr. 8°.) Bd. III, S. 418. – Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, 4°.) S. 353. [hier erscheint er als Keim, in dem von demselben Autor herausgegebenen „Militär-Konversations-Lexikon“, wie auch in den übrigen Quellen als Kaim). – Schels, Oesterreichische militärische Zeitschrift (Wien, 8°.) Jahrg. 1843, S. 75, 302. –