BLKÖ:Kaschuttnigg, Joachim Baptist

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Kaška, Johann
Band: 11 (1864), ab Seite: 21. (Quelle)
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Kaschuttnigg, Joachim Baptist (gelehrter Jesuit, geb. zu Villach in Kärnthen 16. Juni 1714, gest. zu Marburg in Steiermark 23. Juli 1789). Trat im J. 1730, 16 Jahre alt, in den Orden der Gesellschaft Jesu, und wurde dann im Lehramte und zwar in jenem der Mathematik, Philosophie und Physik am akademischen Gymnasium in Wien und später an der Theresianischen Ritterakademie verwendet. Darauf kam er nach Gratz, wo er Mathematik vortrug, zugleich [22] aber die Oberaufsicht des physikalischen Cabinets und der Sternwarte über sich hatte. Von Gratz wurde er nach Passau als Regens des dortigen Seminars und Professor der Theologie gesendet, von Passau nach Klagenfurt als Präfect, von dort nach Millstadt als Superior. Nach Aufhebung des Ordens lebte er in Marburg, wo er im Alter von 75 Jahren starb. Er hat folgende Werke herausgegeben: „Regni mineralis pars nobilior, lapides vitrescentes et gemmae brevi compendio propositae“ (Viennae 1752, Trattner, 8°.); – „Prima elementa Arithmeticae, Algebrae, Geometriae, Trigeometriae planae et sphaericae, Architecturae civilis et militaris ...“ (Graecii 1754, Widmanstedt, 8°.).Anton K. (geb. zu Tarvis in Kärnthen 1686, gest. zu Tyrnau in Ungarn 22. Juli 1745). Ob er ein Bruder oder Verwandter des Vorigen, ist nicht bekannt. Anton trat auch im Alter von 17 Jahren in den Orden der Gesellschaft Jesu, in welchem er zu Wien und Gratz acht Jahre das Lehramt der Poesie und Redekunst versah, mehrere Jahre als Schul- und Seminars-Aufseher thätig war und zuletzt Rector des Seminars zu Neustadt war. Außer mehreren Dramen in lateinischer Sprache, welche zu Gratz und später in Wien in den Jahren 1719, 1722, 1723 und 1724 gedruckt erschienen sind, gab er noch folgende Werke in lateinischer Sprache heraus: „Pallas armata seu militaris fortissimorum belli imperatorum eloquentia“ (Graecii 1721); – „Feriae aestivae Rhetorum Viennensium seu discursus familiares de rebus memorabilibus urbis Viennensis“ (Viennae 1725, 12°.); –„Vellus aureum burgundo-austriacum seu augustissimi et celeberrimi ordinis torquatorum aurei velleris fidelis et succincta relatio historica“ (Viennae 1728, Fol.).

Poggendorff (J. C.), Biographisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten Wissenschaften (Leipzig 1859, J. Ambr. Barth, gr. 8°.) S. 1230 [über Joachim Baptist K.; die Angabe seines Sterbortes: Marburg in Oesterreich, ist in Marburg in Steiermark zu berichtigen]. – Stoeger (Joh. Nep.), Scriptores Provinciae Austriacae Societatis Jesu (Viennae et Ratisb. 1856, Lex. 8°.) p. 170 [gibt als Geburtsjahr des Joachim Baptist K. das Jahr 1614 an, somit wäre derselbe, als er 1789 starb, 175 Jahre alt gewesen; gibt ferner als Geburtsjahr des Anton K. das Jahr 1616 an und bemerkt zum Schlusse: pie obiit Tyrnaviae 22. Juli 1745 aet. 59 ; das kann aber nicht sein, entweder, wenn das Geburtsjahr 1616 richtig ist, mußte er, da er 59 Jahre alt war als er starb, im Jahre 1675 gestorben sein, oder wenn sein Todesjahr 1745 richtig angegeben ist, im Jahre 1686 geboren sein; es ist also das Geburtsjahr beider, die wahrscheinlich Verwandte sind, zu berichtigen, u. z. jenes des Joachim Baptist auf 1714 und jenes des Anton K. auf 1686].